Auf Konfrontationskurs: Demandware schießt gegen Magento

Der Wettstreit Open Source vs. Closed Source geht in eine spannende neue Runde. In einem aktuellen Blogbeitrag reitet Intershop- und Demandware-Gründer Stephan Schambach eine bemerkenswerte Attacke gegen den Open Source Hype rund um Magento ("The Open Source eCommerce Alternative?").

Wobei weniger seine Warnhinweise so bemerkenswert sind. Die Argumente gegen Open Source sind hinlänglich bekannt (und für Open Source Verfechter entsprechend leicht zu kontern). Sondern dass sich Demandware überhaupt bemüßigt fühlt, sich gegen Open Source zu verteidigen.

Wie hier immer wieder betont: Intershop, Demandware und viele andere Systemanbieter müssten sich heute keinerlei Sorgen machen, hätten sie in den vergangenen zehn Jahren etwas mehr Innovationsfreude an den Tag gelegt und nun statt austauschbarer 08/15-Shopsysteme zeitgemäße und zukunftsfähige Shoppingplattformen auf dem Markt.

Denn es ist ja nicht so, dass Open Source Systeme im Enterprise-Bereich derzeit deshalb auf so viel Resonanz stießen, weil es die in jedem Fall kostengünstigste Alternative wäre, sondern weil herkömmliche Shopsysteme Händler in ihren Möglichkeiten limitieren und ihnen Open Source Systeme wie Oxid oder Magento auf Basis einer stabilen Basis-Plattform weitaus höhere Freiheitsgrade erlauben.

Die Wahl des richtigen Shoppingsystems

Doch Open Source hin oder her. Die Wahl des richtigen Shoppingsystems sollte erst einmal ohnehin keine Frage von Open Source vs. Standardsystem sein, sondern sich an den Erfordernissen des Händlers (und seines präferierten Geschäftsmodells) ausrichten.

Sehr interessant deshalb dieser Vortrag von Gartner-E-Commerce-Analyst Gene Alvarez über die systemseitigen Optionen im E-Commerce auf der letzten Internetretailer-Konferenz im Juni:

Thediyapproach

Achten Sie bei der Bewertung der Ansätze mal auf das Entscheidungskriterium "Online-Umsatzanteil"!

Passend zum Thema auch der Beitrag von Alexander Ringsdorff ("Demandware setzt auf Open Source")

Frühere Beiträge:



Kategorien:Open Source, Optaros

10 replies

  1. Much FUD (fear, uncertainty, doubt) is being spread by proprietary vendors over the flexibility and control open source solutions provide online merchants. This latest post by Demandware is no different and shows their grave concern and pressure exerted by such solutions.
    We’ll follow-up with a post on the Magento Blog early next week to dispel the arguments and present the truth merchants need to hear.
    Roy / Magento

  2. Demandware setzt auf OpenSource

    In einem heute veröffentlichten Artikel im Demandware Blog, in dem sich die SaaS Lösung Demandware gegen Magento als Open Source Lösung verteidigt, wird beschrieben, dass man selber jedoch auch auf Open Source Komponenten im Software Stack setzt. Betri…

  3. wenn ich mich an die demandware einführung bei promarkt damals erinnere, dann wäre jeder 1&1-shop besser für das unternehmen damals gewesen…

  4. Ist nicht neckermann DER neue Referenz Kunde von demandware? Und die sind doch von einer Open-Source Lösung zu demandware gewechselt. Wird ja auch seine Gründe gehabt haben.

  5. Habe gesehen daß Tommyhilfiger.de nun auch auf Demandare läuft – hatten die nicht auch vorher eine Agentur basierende Lösung?

  6. @dude: Wäre mir neu, dass Neckermann je eine Open Source Lösung genutzt hätte.
    Davon abgesehen gibt es viele gute Gründe für Demandware. Alles eine Frage der Anforderungen.

  7. Schon witzig, der Herr Schambach, der u.a. schreibt “(…) open source implementations will lock retailers into a captive relationship with a systems integrator (…)”. Anbieter von demand- oder off-the-shelf-Systemen bringen ihre Kunden doch genau so in ein “Abhängigkeitsverhältnis”; die Frage ist nur, welches fruchtbarer für beide Seiten ist (und das macht sich nicht a priori am Modell fest). Ich möchte die Standardverträge von demandware mal lesen, da finden sich bestimmt ein paar “door locks” drin ;-)
    Insofern gibt es für und gegen alles irgendwelche Gründe bzw. Pros und Cons. Was für demandware spricht, müssen diejenigen sagen, die es erfolgreich einsetzen. Bitte meldet euch doch mal hier im Forum!
    Enttäuschungen gibt es da auf jeden Fall auch: ProMarkt, Playboy und Victoria Secret hatten mit demandware wohl auf’s falsche Pferd gesetzt und das System schließlich wieder in die Tonne geworfen.
    Zu neckermann.de: Die hatten keine OpenSource Lösung sondern von 1995 bis 2009 eine Eigenentwicklung (DIY) im Einsatz (von/mit dmc, Stuttgart).

  8. Eine Kombi aus aktiver Community plus Core Team (Vendor) plus Professional Support (Vendor) hat sich als sehr belastbar erwiesen und auch im Enterprise-Einsatz unter Hochlast tadellos bewährt.
    Was sich am Markt immer weniger halten kann, sind Modelle, bei denen traditionelle Software-Hersteller Heerscharen überbezahlter Vertriebler, Pre-Sales Consultants und Executives finanzieren müssen und deswegen für ihre 08/15 Software etliche Millionen an Lizenzkosten fordern. Im Laufe von Verhandlungen reduzieren sich diese Beträge wie durch Zauber auf einen Bruchteil (und werden über Time&Material, Support, etc. wieder reingeholt). Ein alberner und überflüssiger Vorgang, der vermutlich die einzige Daseins-Berechtigung für die Sportwagen-fahrenden Vertriebler ist.
    Besonders kritisch wird es, wenn Anbieter mit denselben Sales-Apparaten und derselben Uralt-Software (teilweise mit einer neuen Lackschicht) über den Trick kommen, dass man nur bezahlt, was man gerade im Moment benutzt bzw. prozentual vom Umsatz “ein bisschen abgibt” – neudeutsch “SaaS”. Angesichts leerer Kassen durchaus charmant, aber auf einige Jahre gerechnet und bei entsprechenden Umsätzen zum Teil atemberaubend teuer, vor allem im Vergleich mit den Alternativen.
    Wenn der Anbieter bereit ist, bei der Beschreibung der Fähigkeiten der Software auch noch “sehr phantasiereich” zu sein und die verhandelnden Gegenüber nicht die nötige Kompetenz besitzen um dahinterzusteigen, dann ist der Vertrag aber schon halb geschrieben. Zu bestechend ist für den CIO alter Prägung die Vorstellung, eine Neuanschaffung verkünden zu können, ohne dass nennenswerte Anfangsinvestments nötig wären. Auch der CFO führt dann gerne ein Tänzchen auf, welches erst endet, wenn der Wirt nach einiger Zeit die Rechnung präsentiert. Dann kommt das böse Erwachen und das große Wehklagen. “Lehrreich” nennt man das wohl als Positiv denkender Mensch.
    Immerhin: Die Zahl der Abnehmer, die sich von Software-Anbietern (ob SaaS oder Lizenz) nicht mehr veräppeln lassen, nimmt erfreulicherweise zu. Die Unternehmen, die mental dort noch nicht angekommen sind, bereinigen den Markt gerade um sich selber oder werden dies noch tun. Und die kommerziellen Software-Anbieter, die ein gutes Produkt zu einem fairen Preis anbieten, müssen sich ohnehin keine Sorgen machen.
    Anyway: Thank you, Open Source Community! Keep up the fantastic work!

  9. @ Pete: Sehr gute Analyse & Volltreffer, chapeau!

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