Tengelmann: Pete Clifford über den deutschen eFood-Markt

Tengelmann will Ernst machen mit dem Online-Lebensmittelhandel in Deutschland. Im Laufe des Jahres soll der Lieferservice von Kaiser's Tengelmann neu an den Start gehen.

Kaisers

Beim Tengelmann e-Day saß Pete Clifford als verantwortlicher Manager nur in den hinteren Reihen. Dabei ist er momentan einer der wenigen im deutschen E-Commerce, von dem man nicht das branchenübliche "Mobile, Social, Local"-Trendblabla hört, sondern wirklich differenzierte Einschätzungen zu Markt und Möglichkeiten bekommt. Obwohl noch sehr jung, ist er auch einer der wenigen, der sich nicht über die Maßen hip gibt, sondern, ganz im Gegenteil, sehr sachbezogen und nüchtern argumentiert.

In der Lebensmittelzeitung hat er seinen bemerkenswerten Vortrag vom eFood-Kongress im letzten Herbst zusammengefasst ("Challenges in the German E-Food Market – A first glance from a former Tesco.com manager"):

"Why hasn’t grocery home shopping never really taken off in Germany, a prosperous country with a well-educated population of around 80 million?

Is it because, as some have asked, that “Germans are simply different”? My broad answer to this would be: “Yes, they are different, but that’s not the reason why grocery home shopping has been so slow starting in Germany.”

Im Text räumt er mit einer Reihe gängiger Vorurteile auf:

"Regarding consumer behaviour on the internet, I should like to use some of the data on our customer base at Kaiser’s Tengelmann to clear up some common misconceptions.

There are a number of misleading assumptions that online food shopping is only for specific target groups. These also distort thinking about service and lead to poor decisions regarding the customer offer.

“They’re more likely to be male” is one such prejudice — in fact, 64 per cent of our customers are female;

“It really only appeals to young, single professionals or retired old people” — in fact, 39 per cent of our customers are couples or families aged between 20 and 50, and 70 per cent of our customers are between 30 and 60;

“It’s just a service for cash-rich-time-poor people who can afford the luxury” — in fact, a large number of our customers at Kaiser’s Tengelmann earn less than €1,500 per month;

In reality, the main reason given for shopping online by 73 per cent of customers is that they don’t have to carry heavy shopping home."

Auf die Frage, warum er denn schon vor dem Relaunch so offensiv in die Öffentlichkeit geht (was ja hierzulande eigentlich verpönt ist), meinte er am Rande des Tengelmann e-Days, dass es wichtig sei, auch in der Branche sehr frühzeitig ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Lebensmittellieferungen auch in Deutschland möglich seien. Er setzt hier auf ein grundsätzliches Umdenken in der Branche.

Kurzum: Ein wirklich lesenswerter Text, mit tollen Einsichten!

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Kategorien:Food

2 replies

  1. Also ich muss mich immer wieder über sog. Analysen des Deutschen Food-Home-Shopping Marktes wundern…Allein bofrost und eismann machen über 2Mrd Euro Umsatz mit Home-Shopping (Food und Eiskrem)…

  2. Das ist das Problem. Alle sind so fokussiert auf ihre bestehenden Märkte und Geschäftsmodelle, dass es ihnen schwer fällt, über den Tellerrand zu blicken.
    Aber das ist ja ein durchgehendes Phänomen, das auch andere Handelssegmente betrifft.

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