Promarkt und die Scherben seiner (Online-)Strategie

Bei Promarkt rappelts mal wieder. Nicht nur der ehemalige MyBy-Chef Daniel Boldin ist raus, sondern wohl auch jede Menge andere ("Kehraus bei Promarkt-Führungsriege"):

Promarkt2012

"Hintergrund der weitreichenden personellen Maßnahmen sollen hohe zweistellige Millionenverluste sein.

Ein Insider berichtete heise resale, die zuständigen Manager hätten die Sortimentspflege vernachlässigt und statt dessen versucht, den Umsatz mit Zusatzprodukten wie etwa Garantieverlängerungen zu steigern."

Mit Promarkt hat die Rewe-Gruppe 2010 das Experiment gestartet, die Promarkt-Läden mit zwei insolventen Online-Versendern zu koppeln und hat dazu u.a. MyBy aus der Insolvenzmasse der Quelle-Gruppe übernommen.

Nach langem Off- vs. Online-Hin-und-Her hat Rewe die Online-Tochter MyBy dann doch aufgegeben, kurioserweise in dem Moment, als selbst Media Saturn eingesehen hat, dass im Online-Markt ein reines Online-Standbein von Nutzen sein kann und schließlich im letzten Jahr Redcoon übernommen hat.

Inzwischen schicken sich nicht nur Redcoon, sondern auch andere Onliner an, Promarkt beim Gesamtumsatz zu überholen, der zuletzt bei 550 Mio. Euro (2010) gelegen hat.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse

3 replies

  1. Unabhängig davon, dass die jetzige Führungsriege vermutlich zurecht ausgewechselt wurde, da sie in dem dynamisch wachsenden Markt ein eher trauriges Bild abgegeben hat, sind noch zwei weitere Info spannend um das echte Desaster zu begreifen.
    Eigentlich war Promarkt.de als ehemaliger Pureplayer vor 5-10 Jahren unter dem damaligen Expertenteam von Ludger Schöllgen und Nicolas Speeck ursprünglich schon der Marktführer im IT-Onlinehandel (vor Cyberport, Notebooksbilliger, etc.).
    Bei myby war ausser Quelle auch noch Axel Springer mit 50% beteiligt und damit war eigentlich mediaseitig ein Zalando-Vorläufer möglich gewesen.

  2. Die Informationen, lieber Thorsten, sind nicht ganz korrekt. Die myby GmbH & Co. KG war ein Joint Venture der Arcandor AG (74,9%) und der Axel Springer AG (25,1%). Die Axel Springer AG kam “nur” deshalb ins Spiel, weil Herr W. Gunz dort eine Führungsposition im der eCommerce Sparte inne hatte und seine Idee, eines Online MediaMarkt Wettbewerbers ins Leben zu rufen, gemeinsam mit einem (starken) Handelskonzern umsetzen wollte. Ein wirklich ernst gemeintes Engagement von Axel Springer war nicht wirklich zu erkennen und mit ein paar Seiten Werbung in der Bild Zeitung lockt man nicht automatisch Millionen von Kunden auf den Shop.
    Promarkt.de war in seiner ursprünglichen Form unabhängig von der REWE, die bis dato nur einen Teil der ProMarkt Flächenmärkte unter ihrem Dach versammelt hatte. Die anderen ProMärkte waren unter der Leitung weiterer Handelsunternehmen (z.B. KingFisher) bzw. der Wegert-Brüder, die die Märkte allesamt in die Insolvenz führten.
    Die Promarkt.de hatte in der Vergangenheit durchaus einen Bekanntsheitsgrad bei den Kunden – eine marktführende Position hatte sie aber meines Wissens nach nicht.
    Der REWE ist es erst letztes Jahr gelungen, die gesamte ProMarkt MARKE zu übernehmen. Ein längst überfälliger Schritt und ein grundsätzlich positives Signal an Kunden & Lieferanten.
    Ich denke nicht, dass die hier erwähnten Mitarbeiter/Manager das Unternehmen ausschließlich verlassen müssen, sondern das sich auch bei dem ein oder anderen viel interessantere, neue Perspektiven ergeben haben und sie das Unternehmen tatsächlich aus freien Stücken verlassen. Auch vor der Übernahme von der damaligen myby durch die REWE haben viele Mitarbeiter/innen das Unternehmen verlassen.
    Die REWE hat es meiner Ansicht nach (noch) nicht geschafft, sich wirklich kompetentes Personal für den erfolgreichen & langfristigen Aufbau eines Online-Vertriebskanals anzuwerben. Leider wimmelt es in der Branche von unglaublichen vielen und unglaublich inkompetenten “Experten” und die Personalabteilungen solcher Handelsriesen fallen gerne auf die “Lebensläufe” selbst ernannter eTail-Profis rein. Die echten Profis sitzen bei den seit Jahren erfolgreich und gewinnbringenden(!) eTailern in der Geschäftsleitung, im Einkauf, Produktmanagement und Marketing. Nur deshalb können notebooksbilliger, cyberport, alternate etc. gesund wachsen.
    Die MSHs, REWEs, OTTOs dieser Welt werden weiter nur Zuschauer am Rande sein und sich wundern, warum es nicht klappt – wo man sich doch gerade erst wieder eine “Top-Frau” oder einen “Top-Mann” für 200k Jahresgehalt von Kienbaum & Co. hat anschleppen lassen (Achtung: Ironie zwischen den Zeilen)
    Ronald

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