Magento-Gründer Yoav Kutner geht als erstes von Bord

Es kommt, wie es kommen musste: Ein Jahr nach der angekündigten Komplettübernahme durch Ebay geht der erste Magento-Gründer von Bord: CTO Yoav Kutner, der technologische Kopf von Magento, hat sich zum 31. März verabschiedet.

Und es stellt sich wie seit Monaten die Frage: Was wird aus Magento unter Ebay? Das Unternehmen ist zwar inzwischen vertriebsseitig weitgehend durchkommerzialisiert. Was aber auf der Strecke geblieben ist, ist die (gefühlte) Transparenz im Entwicklungsprozess, die Magento anfangs auszuzeichnen schien.

In wenigen Wochen lädt Magento zur zweiten großen Imagine-Show nach Las Vegas. Doch die Magento-Szene sieht derlei Vertriebsevents mit durchaus gemischten Gefühlen:

"It’s nice to announce that on the Magento Imagine, but you have to remember that the Magento community is not a bunch of salesmen which are happy to hear about the new stuff on conferences."

Nicht nur bei Magento, sondern auch bei der Mutter Paypal geht es turbulent zu. Paypal-Chef/Stratege Scott Thompson ist im Januar – selbst für Ebay Chef John Donahoe völlig überraschend – urplötzlich zu Yahoo gewechselt. Diese Schlüsselposition im Ebay-Universum konnte erst diese Woche notdürftig mit Zong-Gründer David Marcus nachbesetzt werden.

Auch bei Magento selber herrscht seit Monaten ein Kommen und Gehen, so dass nicht abzusehen ist, ob und wann bei Magento wieder ein Mindestmaß an Ruhe einkehrt.

Dennoch: Yoav Kutner und sein Team haben beim Aufbau von Magento Großes geleistet und in den letzten 5+ Jahren mehr für den E-Commerce getan als viele andere. Wir wünschen ihm alles Gute für die Zukunft!

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Open Source, Shoptech

10 replies

  1. Es ist eine Illusion, dass Leute, die sehr erfolgreich ein Unternehmen aufgebaut haben und dabei grosse unternehmerische Freiheiten hatten, sich plötzlich in Konzernstrukturen einordnen. Noch dazu in welche, wo sie offensichtlich wenig zu sagen haben.

  2. In diesem Kontext gab es grade eine interessante Diskussion auf Kassenzone:
    http://www.kassenzone.de/2012/03/25/das-beste-shopsystem/

  3. Danke für den Tipp. Da gehts ja rund …

  4. Offensichtlich ein hochemotionales Thema. :-) Da sind die Geschäftsmodelle, die man mit den Plattformen umsetzen kann / will fast sekundär. Das ist, als wenn sich die Goldgäber im wilden Westen über die Qualität der Schaufeln in die Haare kriegen. :-)

  5. Klar, weiss man doch dass es nur an den Schaufeln liegt ob man Gold findet oder nicht. :-)
    Das beste Shopsystem auf dem Markt gibt es genauso wenig wie es das beste Auto, die besten Orangen oder schönste Frau/Mann gibt.
    Liegt doch immer im Auge des Betrachters bzw. in diesem Fall bei den Anforderungen und auch den eigenen Präferenzen und Erfahrungsschatz.

  6. Zu den Kassenzone-Kommentaren fällt mir nur “Meine Schaufel ist aber viel größer und schöner als deine!” ein.
    Die Analyse im Blogbeitrag mag durchaus an vielen Stellen zutreffend sein, allerdings erinnert mich das an die Zeit vor x Monaten/Jahren, als noch Magento hochgeschrieben wurde und keiner Shopware auf dem Radar hatte (auch Excitingcommerce nicht) ;-)

  7. Das ist der Punkt. Es ist wirklich erst Monate her, dass Magento das Non-plus-Ultra war und nun versetze man sich mal in die Lage eines Entscheiders in einem KMU. In dem Moment, wo das Shop-Projekt (hoffentlich erfolgreich) durch ist, hat man offensichtlich auf’s falsche Pferd gesetzt. Das mag in der hoch-agilen Startup-Szene noch durchgehen, aber niemals im Enterprise-Bereich. Weswegen ich persönlich weder Magento noch Shopware noch Oxid ein grosse Zukunft vorhersage, weil sie offensichtlich alle in ziemlich kurzer Zeit austauschbar sind. Die werden allesamt den Weg von XTC gehen bzw. in einem grossen Unternehmen aufgehen.

  8. @Claus: als ehemaliger Intershop-ianer (http://www.webionate.de/about.html#management) musst du es ja wissen. ;-)
    Auch der Enterprise-Bereich wird um “Lean Startup” (Lean Management, agility etc) nicht herumkommen und wechselt in großem Maße dahin. Denn eins hat sich in den vergangenen Jahrzehnten geändert: die time-to-market Zeit hat sich _rapide_ verkürzt.
    Und hierfür benötigst du ein wendiges System, möglichst Open Source (nur ein Open Source Modell schafft Innovationen).
    Dass der CTO von Magento nun weggeht, halte ich tatsächlich auch für problematisch, aber das ist nunmal der Lauf der Zeit wenn es sich gleichzeitig auch um den Mitgründer handelt und man nun weiterziehen wird. Deswegen stirbt das System ja nicht gleich – Magento hat eine sehr lebhafte Community. Wenn die Hersteller (und da sind meiner Meinung nach sowohl Magento, als auch OXID und Shopware gleich schlecht) Open Source richtig machen. Und das ist vermutlich das größte Problem.
    Beispiel Magento: auf github.com gibt’s einen Mirror, in dem alle paar Monate mal was aus dem internen SVN gepushed wird. Totaler Fail. Das Wiki ist auch verwaist. usw.usw.
    Beispiel OXID: interne SVN Entwicklung, keine transparenten öffentlichen Entwicklungsprozesse, keine öffentlichen Details in der Roadmap, Roadmaps die zuerst den Partnern (hä? wozu?) vorgestellt werden usw.usw.
    Beispiel Shopware: hm, so richtig fully Open Source ist das auch noch nicht (soll dann mit V4 passieren). Aber immerhin zB Feature Voting für die Roadmap, Code Browser im trac usw. deutlich transparentere Darstellung nach außen.

  9. >>> …(nur ein Open Source Modell schafft Innovationen).
    Totaler bullshit!

  10. sehe ich auch so. Ich würde z.B. Apple durchaus als innovativ bezeichnen und da ist nix OpenSource. :-)

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