Born To Be Kult: Was “15 Jahre Kulturkaufhaus” zeigen

Wer im Buchsegment nicht das Naheliegende, sondern wirklich Neues, Spannendes und Außergewöhnliches entdecken will, der tut sich bei Amazon immer noch relativ schwer.

So kommt beispielsweise das Gros unserer Buchempfehlungen seit jeher entweder über direkte Hinweise und Empfehlungen oder über die Besuche amerikanischer und englischer Buchhandlungen bzw. zu einem guten Teil inzwischen auch durch das Kulturkaufhaus in Berlin (zuletzt Die Kraft von Scrum und Groupon's Biggest Deal Ever).

Kulturkaufhaus

Unter dem Motto "Born To Be Kult" feiert das Kulturkaufhaus Dussmann in diesen Tagen sein 15-jähriges Jubiläum. Es ist immer noch das beste Beispiel, wie eine gut sortierte Buchhandlung heute aussehen kann, die in Sachen Sortimentskompetenz jede noch so große Thalia- oder Hugendubelfiliale abhängt, die einer vielseitig interessierten Leserschaft jenseits der aktuellen Bestseller nur noch sehr wenig zu bieten haben.

Wie man sich unter dem Label Kultur vermarktet

Dabei zeigt das Kulturkaufhaus nicht nur, wie man sich als Buch- und Musikhandlung unter dem Label "Kultur" vermarkten kann (Wo bleiben eigentlich ähnlich ambitioniert angelegte (Online-)Konzepte rund um die Themen Wissen, Bildung, Fortschritt, etc.?), sondern wie man in den unterschiedlichen Abteilungen geschickt Akzente setzen kann.

Ob Aktuelles Zeitgeschehen, Soziologie, Wirtschaft oder Forschung – den Verantwortlichen im Kulturkaufhaus gelingt es, die richtige Mischung aus Lesbarem und Tiefschürfenden ansprechend zu präsentieren. Das Unternehmen erreicht mit seinem breiten Spektrum an Angeboten einen jährlichen Umsatz von 35 Mio. Euro.

Das Haus befindet sich dabei in einem ständigen Wandlungsprozess. So zählt die vor zwei Jahren in eine eigenständige Buchhandlung ausgelagerte Abteilung für englischsprachige (Fach-)Literatur inzwischen zu einer der Umfassendsten hierzulande.

Nur online ist das Kulturkaufhaus trotz neuer Homepage nicht in der Lage, sich annähernd so stark zu präsentieren wie vor Ort. Aber vielleicht braucht es das nicht, solange das Stammhaus seine Zugkraft nicht verliert. In jedem Fall muss/will sich auch Dussmann der Online-Herausforderung auf seine Weise stellen:

"Jetzt will [Geschäftsführerin Julia] Claren „schneller als der Onlinehandel“ werden. Ab der
Adventszeit können Kunden Wunschzettel abgeben, mailen oder
durchtelefonieren. Wenig später liege alles Gewünschte abholfertig
bereit, heißt es. Und für 2013 plant Claren einen „möglichst Co2-freien“
Lieferservice."

Interessant ist ein Konzept wie das Kulturkaufhaus auch im internationalen Vergleich, wenn man zum Beispiel beobachtet, wie Waterstones sein Flaggschiff am Piccadilly Circus Schritt für Schritt zurückbaut.

Mehr zu den strukturellen Umbrüchen im Handel mit Büchern und Literatur auch in unserer Rubrik zum Buchmarkt

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Buchhandel

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