Was war, was wird: Die Umbrüche im Buchhandel 2012/13

von Matthias Hell

Wie unsere wöchentliche Umschau zu
den strukturellen
Umbrüchen im Buchmarkt
zeigt, steht der Publishing-Bereich mitten in
einem Wandel, dem vor allem deshalb besondere Signalwirkung zukommt, da es sich
um eine zweifache Umwerfung handelt: das Internet verändert nicht nur
die Vertriebswege in der Verlagsbranche, sondern unterwirft auch das Medium
Buch einem Wandel – wobei das eBook nur den Ausgangspunkt für eine Vielfalt an
deutlich spannenderen Neuinterpretationen des Trägerformats darstellt.

Den Jahreswechsel haben die Blogs und
Fachmagazinen zum Anlass genommen, um noch einmal die wichtigsten Veränderungen
im Publishing-Bereich aufzuarbeiten und in die Zukunft zu blicken:

Mit einer Reihe von Themen-Rückblicken lässt Buchreport das
Jahr Revue passieren: Das Spektrum reicht dabei vom großen Disruptor Amazon ("Der dauernde Störenfried") und den „reagierenden
Verlagen“
bis hin zu einem Überblick über die zukunftsgerichteten neuen
Publishing-Ansätze
("Die vielfältige E-Vermarktugn"). Nicht fehlen darf außerdem die fortlaufende
Malaise der überdimensionierten stationären Buchhandelsketten ("Der verschärfte Rückbau").

Welche wichtigen Trends einflussreiche britische
Verlagsmenschen für 2013 erwarten, listet
Futurebook auf
. Neben einer weiteren Konsolidierung der Verlagslandschaft
wird verbreitet eine wachsende Vielfalt an Verlagsmodellen und Publishing-Optionen
für Autoren prognostiziert. Vor allem dem Self Publishing wird dabei eine potenziell
strukturverändernde Rolle zugebilligt, wie Orna Ross von der Alliance of
Independent Authors bekräftigt:

„Next year
will see more writers, published and unpublished, choosing the self-publishing
option and a growth in the ‘hybrid’ author, who uses trade publishers for
selected projects, self-publishing for others.”

Einen ähnlichen Standpunkt vertritt auch „The Future of
Publishing“-Blogger Thad McIlroy – einer der Experten, den The
Literary Platform für seinen Jahresrück/ausblick
versammelt:

„The news
media sides with the big publishers in continuing to treat self-publishing as a
kind of childish prank, precocious because it’s sometimes outrageously
successful. They’re not recognizing that the shift is the story. The dynamic
within the self-publishing market tell us far more about the future of
publishing than anything the big five or four or three might do.”

Paid
Content setzt bei seinem Ausblick
dagegen erwartungsgemäß auf der
Formatebene an und wirft ein besonderes Augenmerk auf die Kategorie e-Singles.
Für den Online-Dienst sind e-Singles „the format for our time“:

„Here’s
why: E-singles are a true digital-native format. They don’t cannibalize
other formats.“

Einblicke auf Personenebene bieten schließlich die „Notables
of 2012“ von Publishers Weekly
. Neben den Chairmen der fusionierenden
Verlagsriesen Random House und Penguin zählt dazu auch Kobo-Chef Michael
Serbinis. Der Rakuten-Company wird noch am ehesten zugetraut, der
Online-Übermacht von Amazon entgegenzutreten und dabei ein alternatives,
stärker partnerschaftlich ausgerichtetes Modell zu etablieren.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Buchhandel

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