Nike: Auf den strategischen Spuren von Apple und Amazon

"FuelBand is a dramatic new vision for how digital technology inspires and connects athletes everywhere." (Nike im Brief an die Aktionäre 2012)

Spätestens seit Nike im letzten Februar das Nike+ FuelBand eingeführt hat, ist klar, dass Nike eine der ganz wenigen Firmen der Vor-Web-Ära ist, die ein vergleichsweise tiefgehendes Web-Verständnis entwickelt haben.

Wie wenige andere verstehen sie es bei Nike, das Netz zu nutzen, um Plattformen und (integrierte) Services aufzusetzen, wie es in dieser Konsequenz sonst nur die Amazons, Apples oder Googles vermögen.

Von März bis Juni lädt Nike nun erstmals zum Nike+ Accelerator Programm ein, um weitergehende Anwendungen und neue Ideen zu fördern und zu entwickeln:

Nikeaccelerator

"By giving aspiring developers access to NikeFuel – the overarching metric used by Nike in all of its apps and fitness devices, including the incredibly popular Nike+ FuelBand – as well as other data such as running pace, total distance covered, running routes and personal records, there’s an obvious opportunity to build an even better fitness app and hardware ecosystem."

Als Beispiel für mögliche Anwendungen verweist Nike in der Pressemeldung auf die Fitness-Applikation Lose it!.

So gut wie alle Unternehmen, die im Web strategisch um Welten besser unterwegs sind als der große Rest, fokussieren sich nutzerseitig auf Tätigkeiten – wie Amazon mit dem Kindle auf das Lesen (statt auf das Buch), Apple bei iTunes auf das Musik-Erlebnis (statt auf CDs) oder Google auf das Suchen, etc.

Nike denkt das Laufen und die Art und Weise, wie man Sport treibt, neu und versucht, den Spaß und die sportlichen Ambitonen in neue, vernetzbare Life/Style-Angebote für Profi- und Freitzeitsportler zu verpacken.

Die technologische Komponente tritt dabei im Idealfall so in den Hintergrund, dass sie nur noch ein Mittel zum Zweck ist. Beim Nike+ Fuelband verdeutlicht dies ein sehenswertes Promo-Video mit der "Inside-Story".

Gegenüber den Aktionären klingen Nikes Ambitionen so:

"All of these mega-businesses started out as simple ideas – opportunities to deliver profitable growth by exceeding consumers’ expectations through innovation.

So we committed to these ideas, invested in them, and they continue to deliver new growth and potential.

This year we expanded NIKE+ into Basketball and Training, launched a new digital technology and community called the NIKE FuelBand, unveiled [...]

These are just a few of the game-changing innovations we introduced in fiscal 2012, and we’re just getting started."

Nike hat seine "Direct-To-Consumer" Umsätze im Geschäftsjahr 2012 um 23% auf 3,9 Mrd. Dollar gesteigert, die Online-Umsätze wuchsen dabei um 26%.

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Kategorien:Amazon, Facebook, Social Commerce

3 replies

  1. Nike ist in der Tat eine faszinierende Ausnahme. Wo sonst Unternehmen dieser Größe immer nur langsam und fast widerwillig reagieren ist Nike oft vorn dabei.
    Das Fuelband ist dafür wirklich ein gutes Beispiel. Ein Weiteres ist das Nike+ Kinect Training für die Xbox. Damit schafft es Nike auf im Games Sektor sein Marke spielerisch unter zu bringen.
    Aber das Nike gerne Innovationsgeist zeigt, wissen wir bereits auch aus anderen Bereichen wie dem Mass Customization. Nike bot schon 1999 erstmals an Schuhe online selbst zu gestalten und war damit ebenfalls Vorreiter.

  2. Die Geschichte in der Brandeins klingt wie ein Lottogewinn bei dem man den Lottoschein verloren hat :(
    Adidas beweist, dass es geschlafen hat und auf Nike wirft es leider ein sehr schlechtes Bild.

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