Baur: Vom Katalogversender zum Logistik-Dienstleister

Was wird aus den Altversendern der Otto-Gruppe? Schaffen Schwab, Otto, Baur & Co. den Evolutionssprung ins Internet-Zeitalter? Oder wandelt sich die Otto-Gruppe über kurz oder lang in die Hermes-Gruppe?

Die Welt hat heute ein sehr lesenswertes, wenn auch vorwiegend PR-getriebenes Porträt des alteingesessenen Baur Versands, der zwar laut Welt mit einem Jahresumsatz von 600 Mio. Euro auch 2010 noch unter den Umsätzen von 1997 lag, aber im Otto-Konzern als Hoffnungsträger gilt ("Das rettende Netz"):

"Opelt, seit 2005 in der Geschäftsführung und seit 2010 Vorsitzender, erklärt, wie Baur überlebte: Aus einem Sortiment "Alles für jeden" habe man Möbel, Schuhe und Mode als Kerngeschäft herausgegriffen. Und man hat das "gesamte Unternehmen konsequent auf den Internet-Handel ausgerichtet"."

Konsequent ist natürlich Definitionssache. Da es auch bei Baur mit Google und Katalog allein nicht so recht klappen will, soll nun wie bei Otto & Co. das TV Online-Kunden bringen:

"Mit unserer neuen TV-Kampagne möchten wir zum einen die Bekanntheit unseres Onlineshops unter http://www.baur.de erhöhen, zum anderen aber auch unser Image als moderner Distanzhändler schärfen", erklärt Baur-Marketingleiter Bernd Preßler.

Insgesamt steht für diese Kampagne ein Mediavolumen in Höhe von fünf Millionen Euro netto zur Verfügung. Dies erlaubt es dem Burgkunstadter Unternehmen, sehr attraktive Werbeplätze zu belegen, so z.B. auf RTL und Sat 1. Ausgestrahlt werden die Spots vor allem zwischen 17 und 23 Uhr."

Spannender als das Versandgeschäft ist bei Baur ohnehin längst das Logistikgeschäft:

"Die oberfränkische Kleinstadt ist einer von zwei zentralen Logistikstandorten innerhalb der Otto-Group. Diesen Bereich deckt die Baur Fulfillment Solutions (BFS) ab, die Mitglieder der Otto-Group und externe Kunden bedient.

Für Kunden wie S.Oliver, comma oder Fressnapf übernimmt die BFS die Waren-Logistik oder komplette Online-Shops. In diesem Jahr will die BFS 35 Millionen Sendungen abwickeln. Insgesamt verschickt Baur 65 Millionen Päckchen im Jahr."

Alle Katalogversender profitierten im vergangenen Jahr von der Quelle-Pleite und können sich wie Baur über Rekordzuwächse freuen. Entsprechend spannend wäre es zu wissen, wie die Entwicklung ohne diese Sondereffekte aussehen würde.

Bisher halten alle weiter konsequent an ihrem Geschäftsmodell fest. Es ist nicht davon auszugehen, dass das reicht, um künftig vorne mitzuspielen (siehe auch Die besten Analysen und Statistiken zur Strategiefindung für den Handel)

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse, Ultimondo

1 Antwort

  1. Eigentlich muesste Otto mit Hermes bzw. BFS (warum braucht man im Konzern eigentlich beide?) in der Pole-Position beim eCommerce sein. Welcher Onliner hat schon einen riesengrossen weltweit aufgestellten Logistiker im Konzern. Das hat nicht mal Amazon.

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