Spreadcommerce bringt den Checkout dahin, wo verkauft wird

Spreadcommerce will den Warenkorb vom Shopsystem lösen und ihn in optimierter Form dorthin bringen, wo verkauft wird – auf Preisvergleiche, Marktplätze, Schnäppchenportale, Gutscheinseiten, auf Social Shopping Plattformen und alles, was uns da im Zuge von Pinterest, Wanelo & Co. noch so an neuen Shoppingumgebungen erwartet (siehe auch Ebay, Pinterest und die Evolutionssprünge im E-Commerce)

Spreadcommerce

Viele dieser Seiten haben heute noch das Problem, dass sie Kaufwillige in Shops weiterleiten (müssen), die dann aus unterschiedlichsten Gründen schlecht performen (siehe auch Shopsysteme gestern, heute und morgen).

Das Ziel von Spreadcommerce ist es deshalb, dass sich Händler und Shopbetreiber direkt mit "ihrem" für die jeweilige Shoppingumgebung optimierten Checkout auf den Marktplätzen einnisten können.

Der "fliegende Warenkorb" ist eine der im Grunde ebenso genialen wie naheliegenden Ideen, wo man sich fragt, warum das vorher so noch niemand angegangen ist. Widgetlösungen wie Cornerstore, Motionmall, etc. lagen früher mal im Trend, wollten allerdings zuviel.

Für den Händler hat ein Ansatz, wie ihn Spreadcommerce verfolgt, den Vorteil, dass er Kunden- und Zahlungsdaten nicht aus der Hand geben muss und den Kunden in der Bestellabwicklung auch andernorts die aus dem eigenen Shop gewohnten Services bieten kann.

Spreadcommerce befindet sich aktuell in der Testphase. Interessierte können sich aber bereits registrieren.

Spreadcommerce ist auf der K5 Konferenz ebenso vertreten wie Bepado und andere Lösungen aus dem Startupumfeld, die den Online-Handel voranbringen wollen. Wir planen in diesem Jahr erstmals auch eine spezielle Startup-Area, wo sich junge Anbieter dem Online-Handel mit spannenden, neuen Lösungen präsentieren können.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Facebook, NetWorking, Shopping Widgets

  1. Das ist dann aber nur für Anbieter interessant die einen Marktplatz, Preisvergleich oder was auch immer auf Pay per Sale Basis betreiben, oder?
    Zum Ziel der Erhöhung der Conversionrate und vielleicht Extragebühr für den Checkout.
    Ich kann mir nicht vorstellen das die größeren Anbieter die in der Regel per Click vergütet werden, einen eigenen Checkout haben wollen.
    Denn jede Weiterleitung bringt ihnen ja direkt Geld, egal ob es zu einem Kauf kommt oder nicht und die Kunden klicken vielleicht sogar mehrere Anbieter bei einem Produkt durch. (so mach ich das jedenfalls manchmal ;0)
    Ich finde die Idee von Spreadcommerce ja nicht schlecht, nur denke ich mir einfach: Wenn ein Anbieter einen Checkout auf seinem Marktplatz anbieten will, warum sollte er dann einen externen Dienstleister nutzen und macht es nicht selbst.

  2. Der Einwand von Tobias ist nicht ganz von der Hand zu weisen, wobei ich mir denke, dass die Spreadcommerce-Macher Karl und Patrick sich dieser Herausforderung durchaus bewusst sind und eine Lösung im Geschäftsmodell verankert haben.
    Eine große Convenience-Vision ist ja seit langem: Egal, wo ich im Netz Produkte finde, die ich haben will, kann ich sie „one-click“ in einen „universellen“ Warenkorb legen und alle über einen „universellen“, zentralen Checkout bestellen, egal von welchem Shop sie stammen – auch der Google Checkout ging ja so ein bisschen in die Richtung. Diese Vision ist derzeit nicht wirklich voll erfüllbar (und von einigen Parteien im Handelsprozess sicher auch explizit nicht gewünscht). Insofern sehe ich das Spreadcommerce-Modell, wie es Jochen in dem Beitrag beschreibt, als eine Art Herunterbrechung auf das heute Machbare und vorausdenkend Mögliche – und in dieser Weise (One-Click-Shopping von überall) aus Kundensicht wirklich eine prima Idee.
    Wie die Anbieter der Marktplätze, Produkt-/Preissuchmaschinen usw. davon überzeugt werden können, sich dafür von einem einfachen Pay-per-Click- oder Affiliate-Mechanismus zu verabschieden, wird man sehen. Und auch auf Produktanbieter- / Händlerseite, kann ich mir vorstellen, könnte es „Bedenken“ geben: Wenn die Kunden nicht mehr in den Shop kommen müssen, entgehen ggf. wichtige Cross-Selling- / Upselling-Umsätze oder die Visibilität sonstiger shopinterner Angebote oder das „Branding“ leidet darunter. Viele (aber in Realität vielleicht zu wenige ;o) Händler verstehen sich ja als etwas, das deutlich mehr ist, als nur die Summe ihrer angebotenen Produkte.
    Anyway, ich bin gespannt auf mehr.

  3. Ich bin gespannt, was Spreadcommerce auf die Beine stellen wird. Allerdings würde es mich schon sehr wundern, wenn sie nicht an den rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland scheitern würden.
    Wer ist beispielsweise bei einem solchen ausgelagerten Kaufprozess eigentlich für die ordnungsgemäße Belehrung über AGB und Widerrufsregeln verantwortlich? Wie sieht es mit Angabe von Grundpreisen nach PAngV aus? Wie wird die ordnungsgemäße Anbieterkennzeichnung bei einem ausgelagerten Checkout gehandhabt? Wer ist eigentlich verantwortlich? Der Plattformbetreiber oder der Händler mit fliegendem Warenkorb?
    Neben den rechtlichen Aspekte wird sicherlich auch noch ein erhebliches Akzeptanzproblem bei den Nutzern zu überwinden sein. Mal auf die klassische Welt übertragen: Brauche ich es wirklich, dass ein Verkäufer bis in mein Stiftung-Warentest-Heft hineingerannt kommt und mir seine Waren feilbietet?

  4. @Tobias Spill
    In bestimmten Kategorien bzw. bei bestimmten Shops kann Pay per Sale erheblich lukrativer sein als Pay per Click. Ich sehe letzteres eher als Notlösung, mit der Marktplatzbetreiber auch schlecht konvertierende Shops monetarisieren können
    @Sven Selle
    Es ist ja prinzipiell nicht ausgeschlossen, dass sich Spreadcommerce irgendwann in Richtung universeller Warenkorb entwickelt, wobei das natürlich schon ein größerer Akt ist. Mich hat Spreadcommerce zumindest inspiriert, die Warenkorbthematik mit komplett neuen Augen zu sehen. Das Thema dezentraler/distribuierter Warenkorb kann man in ganz unterschiedliche Richtungen weiterdenken.
    @Christian Rothe
    Das sind gute Einwände. Der ein oder andere erledigt sich allerdings, wenn man die Einbindung gesehen hat, siehe zum Beispiel den Kuhnshop bei Outstore: http://www.outstore.de/Haendlershops/Kuhnshop/

  5. Da ich selbst bei einem Preisvergleich bin kann ich dem Einwand von Tobias leider nur widersprechen – die Branche kämpft derzeit einen harten Kampf mit Google und fast alle arbeiten derzeit an einem eigenen Checkout.
    Nur bisher ohne Erfolg, da es noch kein Modell gab, das sich innerhalb unseres Geschäfts profitabel abbilden lässt.
    Wir sind gespannt wie sich das Thema entwickelt, da sich damit für viele eine echte Alternative abzeichnet.

  6. Interessant. Das lässt einen nicht nur die Warenkorbthematik, sondern auch das immer schlechter funktionieren Affiliate Marketing mit neuen Augen sehen.
    Die Vergütung über CPC hat sich ja nicht nur wegen schlecht konvertierenden Shops, sondern auch wegen der fehlenden Innovation bei den zahlreichen Affiliate Netzwerken als nötige Alternative entwickelt. Und auch AdBlocker und die immer weiter sinkende Akzeptanz von Cookies fordern langsam aber sicher ein alternatives Modell.
    Spreadcommerce könnte, zumindest für ein Teil, wirklich eine spannende Alternative der Monetarisierung sein.

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