Auch Notebooksbilliger knackt 2013 die 500 Mio. Euro Marke

Notebooksbillliger hat 2013 erstmals die Umsatzmarke von 500 Mio. Euro übersprungen, will aber keine genauen Zahlen nennen. Stattdessen spricht Gründer und Geschäftsführer Arnd von Wedemeyer im Interview mit Matthias Hell über die strategischen Herausforderungen ("Alle Elektronikversender müssen sich neu erfinden"):

Cyberport2013

"In der Branche müssen sich derzeit alle neu erfinden. Bisher gab es in unserem Bereich ein automatisches Wachstum, das ist jetzt nicht mehr so."

"Ich würde allerdings weniger nach einer Grenze für den Online-Handel fragen, als danach, wie gut es dem stationären Fachhandel gelingen wird, neue Konzepte zu entwickeln."

"Die Alleinstellung von Amazon und wie Amazon es schafft, diese zu den Kunden zu transportieren, sehe ich als Hauptherausforderung für alle anderen Online-Händler.

Wer sich im Netz als Warenverteiler positioniert, muss sich an Amazon messen lassen. Die Alternative ist es, sich zu fragen: Was kann ich bieten, das Amazon nicht kann?"

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Einschätzungen zu den anderen Wettbewerbern:

  • zu Getgoods: "Getgoods war nie wirklich lebendig. Was man dort gemacht hat, war nie echter Online-Handel."
  • zu Media Saturn: "Im IT-Bereich spüren wir Media-Saturn nicht. Das sind sehr unterschiedliche Käufer und auch Kaufbedürfnisse, die wir bedienen … Als echter Onliner nehmen wir das von der Geschäftsentwicklung her aber nicht wirklich wahr."
  • zu Conrad Electronic: "Das ist ein ganz anderer Markt mit ganz anderen Käufern. Davon spüren wir gar nichts."

Wie immer heben sich die strategischen Aussagen und Markteinschätzungen Arnd von Wedemeyers sehr wohltuend ab vom Wunschdenken und Opportunismus vieler anderer im Markt. Sehr lesenswertes Interview!

Als strategischen Investor hatte sich Notebooksbilliger 2012 ElectronicPartner an Bord geholt.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Elektronikhandel, Shopboerse

  1. Spüren Media-Saturn nicht? Mit nur 10% mehr Umsatz als Redcoon, sollten sie diese doch schon spüren – oder?

  2. „Die Alternative ist es, sich zu fragen: Was kann ich bieten, das Amazon nicht kann?“
    100% Zustimmung!

  3. @Erik Nach Redcoon war in dem Fall nicht gefragt. Die Interview-Frage bezog sich allein auf Media Markt und Saturn.
    Wobei ich mich aber nach dem Interview gefragt habe, wen Notebooksbilliger wohl überhaupt als Konkurrenz sieht :-)

  4. Ich fürchte, bei Technik Amazon zu schlagen, wird extrem schwierig bis aussichtslos. Also wird die Verdrängung weiter zu Lasten des stationären Handels gehen. Die Onliner werden den Service immer weiter ausbauen und in Showrooms investieren und am Ende wird der stationäre Elektronik-Markt oder der Fachhändler (gibt’s da überhaupt noch welche?) komplett überflüssig.

  5. Das wird ein pralles Jahr gewesen sein, wenn man sich nun entschieden hat keine genauen Umsatzzahlen zu veröffentlichen.
    Ich bin mir sicher, dass notebooksbilliger dieses Jahr rückläufige Umsätze einfährt, auch kann ich die Argumentation nicht nachvollziehen, dass notebooksbilliger von den Endkunden als Fachhändler wahrgenommen wird. Wer den ‚Service‘ von dort kennt, weiss, dass es diesen nicht gibt, es wird einfach alles an den Hersteller / Vorlieferanten weitergeleitet, Amazon ist diesbezüglich um Welten voraus.
    Unterm Strich hat notebooksbilliger für mich keine Daseinsberechtigung, zumindest nicht im B2C Bereich, B2B mag es anders aussehen.

  6. Gerade Hardware kaufe ich gern bei Notbooksbilliger oder Mindfactory. Aus meiner Sicht haben solche Shops neben Amazon durchaus eine Existenzberechtigung. Normal gibt es bei Amazon zu vielen Produkten nicht genug Infos – das können auch die Produktbewertungen nicht ändern.
    Ich finde an einer Stelle müssten aber die genannten Shops noch etwas ändern und das sind Zahlmethoden und Lieferkosten. Das sind die Hauptgründe für mich bei Amazon zu kaufen und gerade Mindfactory nimmt z.B. 12,99 Euro bei Zahlung per PayPal. Das halte ich für nicht zeitgemäß.

  7. Ich sehe es auch so, dass ich mich bei solchen Artikeln nicht bei Amazon sondern bei Spezialisten wie notebooksbilliger, mindfactory oder alternate informiere. Dort sind die Informationen weitaus detailierter und die Kommunikation mit dme Unternehmen weitaus einfacher als bei Amazon. Wenn ich mich dann aber für ein Modell entschieden habe, gebe ich den Modellnamen bei Google ein, schaue mir die Preisvergleicher an und kaufe dann meist dort, wo es am preiswertestens ist (sofern ich den Shop kenne und vertraue).
    Ich schätze mal, dass die meisten Kunden so vorgehen und daher ist der Preis bei solch einem vergleichbaren Produktsortiment leider Kaufargument Nummer 1.
    Doch da ist mitnichten Amazon immer vorne.

  8. @Kai
    So mache ich das auch.
    Allerdings kaufe ich oftmals auch dann bei Amazon, wenn der Preis ein wenig höher ist. Der Rücknahme-/Garantieservice bei Amazon ist einfach zu gut. Das merkt man besonders deutlich bei Produkten, die von Haus aus nur 1 Jahr Garantie mitbringen (Apple…)

  9. Stimmt, das ist bei mir auch so. Der Vertrauensvorteil und insbesondere die die Bequemlichkeit (drei Klicks und das Produkt ist bestellt) siegen da meist.
    Im Elektronikbereich kann man meiner Meinung nach nur dann langfristig überleben, wenn man sich spezialisiert und diese Nische dann mit hoher Fachkompetenz bedient. Qualität statt Quantiät ist hier der Schlüssel zum Erfolg.
    Aus diesem Grund fand ich den Schritt von notebooksbilliger auch Haushaltswaren wie Waschmaschinen etc zu verkaufen auch vollkommen falsch. Nicht nur, dass der Domain/Firmenname dafür denkbar ungeeignet ist und dadurch die Erwartungshaltung der Kunden verfälscht wird, sondern dieser Schritt zielt auch genau in die entgegenegesetzt Richtung (Qualität statt Quantiät). Mit diesem Sortiment wird man keinen Blumentopf gewinnen. Notebooksbilliger lebt vom Early Bird Dahsein, dem entsprechenden Google-Vertrauen und alten „Stammkunden“. Wenn das mal wegbrechen sollte, dann hat man kein Alleinstellungsmerkmal mehr und es geht bergab.

  10. Du hast ja Recht Kai, Store Erosion hin oder her, aber gerade Amazon verkauft ja heute auch nicht nur Bücher und IKEA eben auch den Messerblock und die Teelichter.
    In Bezug auf den Domainnamen geben ich Dir 100% Recht.

  11. Man darf nicht vergessen, Ihr seid Experten auf dem Gebiet und kauft deshalb ggf. auch bei notebooksbilliger, was ist aber mit 95 % der Kunden, die teilweise nicht einmal eine preissuchmaschine o.a. Tools kennen, die kaufen einfach blind bei amazon und dem hat notebooksbilliger nun mal gar nichts entgegenzusetzen. AvW hat alles richtig und seine Schäfchen durch den Verkauf an EP bereits ins Trockene gebracht, wie gesagt, den Zenit hat notebooksbilliger überschritten, ab jetzt geht’s bergab bzw. Zumindest nicht weiter bergauf, das gleiche gilt für cyberport.

  12. „Wobei ich mich aber nach dem Interview gefragt habe, wen Notebooksbilliger wohl überhaupt als Konkurrenz sieht :-) “ – sein (AvW) Ego, daß wohl durch den Schlupf unter das EP Dach als vorher so selbstbewußter eigenständiger Unternehmen ziemlich gelitten haben dürfte. aber für Sprüche reicht es immer noch :-)

  13. http://www.channelpartner.de/a/stationaere-expansion-laesst-den-gewinn-schmelzen,3041418
    sowie Bundesanzeiger — laut Bilanz lag der Umsatz 2012 bei 452,3 Mio EUR – nicht bei 538 Mio wie mehrfach geschrieben und in der Grafik dargestellt.
    Evt. könnte man in der Darstellung und in den allgemeinen Vergleichen auf Brutto- ODER Netto-Umsätze einigen :)
    Betrifft neben CYB auch NBB und andere in der Grafik. In Bilanzen steht die Wahrheit – und die ist immer Netto :))

  14. Letztlich bestimmt die jeweilige Branche immer selber, ob sie sich in Brutto- oder Netto-Umsätzen misst.
    Die Elektronikversender geben ihre aktuellen Zahlen in der Regel brutto an. Würde man auf Netto umstellen, würde die Aktualität leiden, weil die Netto-Zahlen erst ein bis zwei Jahre später öffentlich sind.
    Letztlich geht es aber auch nicht um die absoluten Werte, sondern um die relative Performance der Marktteilnehmer.
    Stimmt aber, dass wir im Chart darauf hinweisen sollten, dass es sich bei den Elektronikversendern in der Regel um Bruttoumsätze (incl. MwSt.) handelt (passiert dann beim nächsten Update des Charts).

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