Warum kommt der Dash von Amazon und nicht von Tesco?

Als Tesco im Herbst den Hudl herausgebracht hat, hatten wir uns speziell von einem Handelshaus geräteseitig etwas mehr erwartet als noch ein Tablet, und noch dazu eines ohne gesonderte Shoppingfunktionalität.

Im Prinzip wären Tesco in England, Walmart in den USA oder auch Migros (mit LeShop) in der Schweiz sehr viel prädestinierter gewesen als Amazon, ein Shoppinggerät dieser Art ("Amazon Dash: Amazon bringt Shopping-Stick für Lebensmitel") herauszubringen.

Amazondash

Schließlich verkauft man seit Jahren ziemlich erfolgreich Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs und kennt die Herausforderungen, die diese Kategorien online mit sich bringen.

Warum denken Tesco & Co. nicht weiter und lassen sich innovationsseitig selbst auf ihren angestammten Feldern von Amazon die Butter vom Brot nehmen?

Liegt es an der Fixierung auf den Screen?

Es gab Zeiten, da gab es eine Fülle von Eingabegeräten – von der Tastatur über die Maus bis zum Eingabestift. Seit dem Aufkommen von Smartphones und Tablets hat sich der (Branchen-)Blick sehr verengt auf den Screen – und hier im speziellen auf den Touchscreen. Andere Eingabemöglichkeiten werden kaum noch wahrgenommen und als mögliche Option erachtet. Siehe zum Beispiel Tescos Fokussierung auf den "4th Screen".

Liegt es an der vorherrschenden Kanaldenke?

Ob sie es nun Multi-Channel, Cross-Channel oder Omni-Channel nennen – viele der alteingesessenen Händler verwenden viel Zeit und Aufmerksamkeit auf eine wie auch immer geartete Verzahnung und Integration ihrer Kanäle und Systeme. In erster Linie werden dabei System- und Prozessprobleme gelöst. Zu kurz kommt dabei immer noch der Blick auf die tatsächlichen Kundenbedürfnisse und das bequeme Einkaufen.

Liegt es am verstellten Blick aufs Detail?

Immer noch ist das E-Commerce-Verständnis geprägt von (Shop-)Systemen, die sich in der Regel als Allzwecklösungen präsentieren. Händlern fällt es in Sachen E-Commerce immer noch schwer, den Akt des Shoppens (Produktauswahl, etc.) gedanklich von der Produkthaltung und vom Akt des Checkouts (Warenkorb, Bezahlvorgang, etc.) zu trennen. Genau in dieser gedanklichen Trennung und in der Fokussierung auf konkrete E-Commerce-Anwendungen liegen aber die größten Innovationspotenziale.

All dies verdeutlicht Amazon mit dem Dash Device.

Spannend aber auch ("Amazon’s Magic Wand and the Unrelenting Race to Make Shopping More Convenient"), dass Amazon parallel dazu Amazon Flow vorantreibt.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Amazon, Food

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