Best of Exchanges: Das Amazon-Jahr 2014

Was hat Amazon der Branche dieses Jahr an Impulsen geliefert? Von den ersten Personal Shopping Devices („Exchanges #47: Amazon und die ersten Smart-Shopping-Geräte“) bis zum fürs erste gefloppten Fire Phone („Exchanges #56: Amazon prescht mit dem Fire Phone vor“) reichte das Spektrum alleine bei den Geräten.

Was ist Amazon strategisch zuzutrauen, hatten wir uns zu Beginn des Jahres gefragt, und haben dann erlebt, wozu Amazon alleine 2014 fähig ist. Öfter als über Amazon haben wir 2014 nur über die Samwers gesprochen. Hier nochmal alle bisherigen Amazon-Ausgaben im Überblick:

In den Exchanges vertiefen wir zukunftsrelevante Themen für den Handel von morgen. Die bisherigen Ausgaben wurden weit über 100.000 Mal gehört („Die Exchanges brechen neue Rekorde“). Am erfolgreichsten war die 6. Staffel („Best of Exchanges“).

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Amazon, exchanges

19 replies

  1. Habe den Podcast heute gehört und bei aller geteilter Bewunderung von Amazon stellt sich schon die Frage, ob Amazon in der Lage ist Geld zu verdienen und ob das originäre Geschäftsmodell (e-commerce) überlebensfähig ist. Nicht das wir uns falsch verstehen, auch ich sehe Amazon als Innovator und Wachstumstreiber, stelle mir jedoch immer stärker die Frage ob Amazon an zu vielen Fronten gleichzeitig kämpft und warum Amazon das tut.

    Ist das Händlermodell einfach nicht in der Lage Erträge zu erwirtschaften? Wird deshalb so viel Neues getestet (Prime, Pantry, Elements, Fire Phone + Hardware, Dienstleitungen etc.). Da ich als Privatanleger auch viel in U.S. Blogs etc. unterwegs bin, ist mir die sehr negative veränderte Einstellung von vielen Investoren und Analysten zu Amazon aufgefallen. Neben zwei negativen Quartalen in Folge sowie einem weiteren negativen Quartal im Ausblick fällt die extrem schlechte Performance in 2014 auf (ein Minus von mehr als 20%!). Die Hardware scheint neben dem Fire-Phone auch Probleme bei den Premium Tablets sowie dem Voyager zu haben. AWS scheint mit Microsoft einen starken Konkurrenten bekommen zu haben.
    Die Hoffnung bei Amazon (und vielen alten Investoren) ist offensichtlich, das sich die Margen (im Handel, im Marketplace, bei den Cloud Dienstleistungen etc.) sich schon irgendwann (massiv) verbessern werden. Dies wird aber nicht der Fall sein, das Gegenteil wird der Fall sein, Händler wie Wal-Mart, Target etc. haben heute schon aufgeholt und bieten zumindest den gleichen Preis wie ein Amazon. Last-Man Standing wird nicht hinhauen. Die Zeiten der Preisführerschaft sind also vorbei (und werden auch nicht wiederkommen). Plattformen wie Jet.com sind deshalb auch so gefährlich für Amazon, weil Amazon heute stark abhängig von ihrem sehr margenstarken 3P Geschäft sind (ca. 40% der verkauften Artikel). Jet.com hat bereits angekündigt die Amazon Preise um 10-15% unterbieten zu wollen, dies sind genau die Händlerprovisionen die ja bekannterweise zwischen 10% und 20% liegen. Aber es steht ja nicht nur ein Jet.com vor der Türe sondern auch ein Alibaba der das Duopol von Amazon und eBay mit Marktplatzsegment angreifen könnte. Erodierende 3P Erträge sind bei einem Anteil von 40% aber ein wirklich sehr ernstes Problem für Amazon.

    Marktforschungsergebnisse aus den U.S. deuten ebenfalls auch auf ein abnehmendes Kundenvertrauen hin. So liegt Amazon heute „nur“ noch auf dem Niveau eines QVC aber nicht mehr wie in der Vergangenheit unangefochten an der Spitze. Eine Folge der hohen Marktplatzumsätze? Des Hachtette Streits? Der Steuerthematiken? Auch werden Amazon Preise von den Konsumenten nicht mehr ungeprüft als gegebene Bestpreise hingenommen, eine große Gefahr für Amazon, da ihr ohnehin magenschwachen Geschäft so noch weiter unter Druck gerät.
    Auf der Content Seite (z.B. Games) gibt es für Amazon auch nichts mehr zu holen, denn hier hat Amazon den Anschluss an die mobile Welt ohne Frage bereits verloren. Der Content wird durch OS-integrierte Stores (I-Tunes, Google Play) auf die Geräte gebracht. Hie bleiben lediglich die e-Books für Amazon.

    Am Ende stellt sich doch die Frage: „Hat Amazon tatsächlich Kundenbindung?“ oder wollen die Kunden schlicht den besten Preis, die niedrigsten Versandkosten und die schnellste Lieferung? Würden die Kunden Amazon treu bleiben wenn ein Mitbewerber den besseren Preis, niedrigere Versandkosten etc. hat. Ist das Ökosystem dem „normalen“ Amazon Kunden wirklich wichtig? Wie viele Amazon Kunden sehen sich Videos auf Prime an?

    Heute betrachtet sieht Amazon eben leider auch so aus: Verluste, Flops, Magenschwäche, verpasste digitale Chancen, Steuerproblematiken, Arbeitnehmerthemen

    • Danke für die ausführlichen Einschätzungen! Dazu habe ich mir zuletzt auch viele Gedanken gemacht – und bereite gerade einen Beitrag vor, nicht zuletzt, weil sich auch für uns die Frage stellt: Gehört Amazon in ein K5 Depot?

  2. Amazon gehört zur Zeit m.M. nach nicht in ein Depot. Die Risiken sind einfach höher als die Chancen.
    Ich würde auf jeden Fall den nächsten Earnings Report abwarten um zu sehen ob es Amazon in dieser schwierigen Phase gelingt das durchaus heikle Free Cash Flow Thema in den Griff zu bekommen.

    Sehr interessante Insights in den Wettbewerb zwischen Wal-Mart, Target, 7Eleven etc. und Amazon gibt es auch hier:
    http://seekingalpha.com/article/2809385-amazon-vs-wal-mart-a-race-to-the-bottom

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