Windeln.de wächst in China auf 56 Mio. €, in DACH auf 44 Mio. €

Die hiesige Konkurrenz rieb sich ob der von Windeln.de kommunizierten Zahlen („Windeln.de wächst auf 100 Mio € und holt weitere 15 Mio. €“) schon seit jeher die Augen.

In den Unterlagen zum Börsengang stellt Windeln.de nun erstmals ausführlich dar, wie von den gut 101 Mio. Euro Gesamtumsatz inzwischen knapp 56 Mio. Euro auf Bestellungen aus China entfallen:

windelnumsatz

„windeln.de konnte durch das Angebot von Babynahrung für Kunden in China über seine „windeln.de“-Webseite, die in wesentlichen Teilen auch in chinesischer Sprache verfügbar ist, eine starke Präsenz im grenzüberschreitenden („cross-border“) e-Commerce-Markt in China aufbauen.

Die in China erwirtschafteten Umsatzerlöse von windeln.de stiegen von 7.079 Tausend Euro im zum 31. Dezember 2012 endenden Geschäftsjahr auf 55.666 Tausend Euro im zum 31. Dezember 2014 endenden Geschäftsjahr.

Zum 31. Dezember 2014 hatte windeln.de rund 146.000 aktive Kunden in China.“

Windeln.de profitiert dabei wie die entsprechenden Hersteller von Babymilch-Produkten von einer Welle von Milchskandalen in China.

In Deutschland macht Windeln.de gut 40 Mio. Euro Umsatz

Im deutschsprachigen Raum ist Windeln.de 2014 von 24 Mio. Euro auf gut 44 Mio. Euro (+84%) gewachsen und dürfte damit Rossmann erstmals überholt haben („Wie flott Windeln.de gegenüber Rossmann & Co. vorankommt“).

Rechnet man die rund 3,8 Mio. Euro, die nach der Übernahme von Kindertraum in der Schweiz erzielt wurden, heraus, betrug das Wachstum in Deutschland +70%.

Für Windeln.de sind Drogerieprodukte allerdings in erster Linie ein Mittel zur Kundenakquise. Geld verdienen will Windeln.de mit „an das (zunehmende) Alter der Kinder angepasste Nichtverbrauchsprodukten wie Kinderwagen, Kleidung, Spielzeug, Autokindersitze, Babymöbel und Sicherheitsprodukte“.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Food, Shopboerse

  1. Der Schachzug mit China ist durchaus genial. Als Vater hab ich mich auch schon mit der Thematik auseinandersetzen müssen, dass es von bestimmten Marken meistens kaum Babynahrung im Regal gibt. Die Gründe dafür hab ich auch schon mal ergoogled. Das man damit aber als deutsches Unternehmen und von Deutschland aus so viel Geld machen kann hätte ich nicht gedacht…

    Und nun komm ich doch nochmal auf die (chinesischen) Zahlen:
    Bei 55 Mio. Euro Umsatz und 140.000 Kunden müsste jeder Chinese für 390 Euro eingekauft haben. Ich gehe davon aus, dass es sich hier nur um Milch-Babynahrung gehandelt hat.

    Nun habe ich mir die Mühe gemacht (ist garnicht so einfach – und Windeln.de weiß warum…) die Preise für Europa und China zu vergleichen. Der Unterschied liegt bei mindestens 20% (bei den größeren Packungen eher mehr).

    Ziehe ich (20%) nun wiederrum ab von den 390,00 Euro komme ich auf gute 300,00 Euro pro chinesischem Kunde.

    Nach meiner laienhaften väterlichen Erinnerung ist das eher wenig für ein Baby über einen längeren Zeitraum?! Daraus würde ich schließen die Chinesen bestellen zwar 1-2 mal aber dann ist Schluss?

    Oder sehe ich da was falsch?

    • Mal abgesehen davon, dass die Kundenzahl bei 146.000 liegt (ergibt 381 Euro pro Kunde), erschließt sich mir die Argumentation nicht.

      Der durchschnittliche Auftragswert lag 2014 bei 89 Euro (über alle Kunden). Kann mir vorstellen, dass die Chinesen den tendenziell nach oben getrieben haben.

      Und 2-3 „Großbestellungen“ pro China-Kunde im Jahr sind ja nicht das Schlechteste.

      Zum Bestellverhalten heißt es: „Mit ca. 91,4% Bestellungen von Bestandskunden ist der Loyalitätsgrad bei chinesischen Kunden von windeln.de für das zum 31. Dezember 2014 endende Geschäftsjahr sogar noch höher.“

      Über alle Kund(inn)en liegt er bei 83,5%.

      • Die 9 Euro werfe ich gern in die Kaffeetasse ;)

        Schade, dass du der Argumentation nicht folgen kannst denn sie sagt aus dass die 300 Euro alles andere als eine grossbestellung sind.
        Pro Monat kann man nämlich mit 60 – 100 Euro milchnahrung rechnen. Was machen die Chinesen also mit den restlichen Monaten? Wieso bestellen sie dann nicht wieder oder mehr?

        Möchte damit nicht die Leistung mindern aber da ist doch eigentlich viel mehr möglich.

      • so ist es nachvollziehbar. Danke.

  2. Das musst du erstmal bringen, als bayerisches Startup, nach DE, mal lässig gleich nach China zu gehen und dann so zu Performen. Daumen hoch, Konsti du hast Drive ;)

  3. Spannend und sehr gute Arbeit vom Windeln.de-Team!
    Interessant ist der hohe Anteil des China-Geschäfts. Wenn wir davon ausgehen, dass die Preise dort höher sind (+20% Aufschlag?), die Wiederkaufraten besser und die Warenkörbe größer, dann teilt sich das Geschäft in 2 Bereiche:
    1) China
    2) Deutschland
    Das China-Geschäft wiederum hängt am Misstrauen der chinesischen Bevölkerung zu inländischer Babynahrung. Warum exportieren Nestle und Danone Ihre Produkte nicht direkt nach China, sondern wickeln das über Windeln.de ab? Was passiert, wenn Danone und Nestle morgen nicht mehr unbegrenzte Mengen Babynahrung an Windeln.de schicken. Bricht dann deren China Geschäft ein? Wenn ja, wie geht man mit so einer Gefahr um?
    Wenn die oberen Annahmen zu China stimmen, ist das Deutschlandgeschäft weit entfernt von profitabel: Niedrigere Warenkörbe + niedrigere Margen + schlechtere Wiederkaufraten. Nicht falsch verstehen, die Wiederkaufraten finde ich sehr beeindruckend, aber das Geschäft in DE muss immernoch in sich deutlich negativ sein.

    Von daher: China steht evtl. auf tönernden Füßen, das Gesamtgeschäft wäre ohne China aber deutlich unattraktiver. ich bin wirklich gespannt, was der Markt für so ein Geschäft zahlt.

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