Als Otto erkennen musste, dass sich Zalando Metrigo geschnappt hat

So schwer macht sich Otto das Online-Leben: Erst hilft man einem vielversprechenden Adtech-Player wie Metrigo auf die Beine („Project A provided a large part of the seed investment for metrigo“), nur um dann, als dieser irgendwann ausgerechnet bei Zalando landet („Zalando enthüllt Media Platform und Advertising Services“), das Feld für sich zu entdecken und nochmal von vorne zu beginnen („Otto Group gründet Startup im Bereich Data Driven Advertising“):

metrigo

„Aktuell stellen wir ein professionelles, im Markt bekanntes Team auf, das von Anfang an für hohe Qualität und gute Marktkontakte stehen wird.“

Fast könnte einem Otto gerade ein bisschen leid tun („Otto zieht bittere Bilanz“), wäre ein Fall wie Metrigo nicht so typisch für Ottos Verhalten im Online-Geschäft, wo man sich immer schon lieber mit einem Mirapodo herumquält als frühzeitig bei Zalando einzusteigen, und wo man nun nicht nur das Metrigo-Debakel („Zalando übernimmt Metrigo zur besseren Werbeaussteuerung“) verkraften muss, sondern zugleich zusehen muss, wie ein About You („About You ist das Exciting Commerce Startup des Jahres 2014“) zum Vorbild wird für das neue Zalando.

Auch Yapital ist so ein Fall, den Sybille Wilhelm zusammengefasst hat („Strategischer Partner für Yapital gesucht“).

Immerhin will man bei Otto jetzt auch ein paar unangenehme Dinge in Angriff nehmen und die Zukunftsfähigkeit seiner (Alt-)Gesellschaften prüfen. Nur mit personellen Veränderungen, da tut man sich weiter schwer.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Samwer Report, Shopboerse, Ultimondo

15 replies

  1. Ich glaube, am „Wollen“ hängt es nicht mehr bei Otto, die Frage ist, ob die Transformation gelingt, bzw. ob man es schafft, genügend gute Dinge auf der grünen Wiese zu starten, die den Konzern dann in die neue Zeit tragen. Es ist ja zumindest mal bemerkenswert, dass man in den letzten 3 Jahren der Selbstbeweihräucherung nun endlich auch Öffentlich zur Selbstkritik gefunden hat. Ich unterstelle da mal, dass die Lage ziemlich ausführlich analysiert ist und die Bereitschaft, konsequent zu handeln nur da ist. Die Frage wird sein, ob sie es noch schaffen und das vor allem mit dem fast gleichen Personal, wie Du schon richtig anmerkst.

  2. Hallo,
    das ist natürlich eine bittere Pille, aber auch der „Lauf des Lebens“, die letzten beißen die Hunde. Und kann dem Claus nur zustimmen: Otto macht aus meiner Sicht die letzten Jahre auch einiges richtig. Sie haben halt auch eine schwierigere Kundengruppe gehabt und da müssen sie sich jetzt neu aufstellen und gnadenlos verjüngen. Ob das auch im Vorstand erst vollzogen werden muss, ist nicht auszuschließen. Selbstanalyse -> Schlachtplan -> Erfolg ;) Mal schauen ob wir in paar Jahren noch was von Otto haben werden…

    Viele Grüße
    Christoph

  3. „Metrigo-Debakel“ – war das Debakel nicht vielmehr die Tatsache, dass der Exit an Zanox nach einem Jahr rückabgewickelt wurde? Was waren hierfür die Ursachen?
    Immerhin hat Otto/Project A beim Exit ausgecasht.

    Dieser extrem negative und oberlehrerhafte Ton ggü. Otto nervt übrigens ziemlich.

    • die Zanox-Geschichte kommt noch dazu und würde mich auch interessieren, ist aber ja nicht das Kernthema hier im Blog.

      Wenn man die Exciting-Commerce-Hymnen auf About You, Yalook und andere Aktivitäten in der Otto-Gruppe außer acht lässt, verstehe ich, dass der Ton nervt, aber zum einen ist er vor allem auch der Kürze der Beiträge geschuldet, zum anderen gibt es ja in Sachen Otto immer noch genügend Hofberichterstatter, die derlei Ereignisse und Entwicklungen konsequent ausblenden. Nicht zu vergessen die Otto-eigene, schmeichelhafte Sicht der Dinge: http://www.ottogroupunterwegs.com/blog/blog/posts/Drei-Fragen-an-Dr-Rainer-Hillebrand-Vertragsverlaengerung-Otto-Group-Vorstand.php.

      Davon abgesehen wurde Metrigo für Otto ja erst zum „Debakel“ (oder wie sollte man sowas sonst nennen?), als man beschloss, selber in die Werbevermarktung einzusteigen. Davor war es ein Project-A-typischer Exit.

      • Die Einstiegsfrage ist ja schon sensationell: „Herr Dr. Hillebrand, warum noch drei weitere Jahre Otto Group Vorstand statt Entspannung am Pool in Südafrika?“

        Man hätte den zweiten Teil auch sehr gut weglassen können, ein einfaches „warum noch drei weitere Jahre Otto“ hätte es auch getan. Spricht natürlich für ihn, dass er, im Gegensatz zum Gros der Otto-Belegschaft, die finanziellen Möglichkeiten hätte, am südafrikanischen Pool die Beine hochzulegen und völlig entspannt abwarten zu können, ob Otto den Kampf mit Amazon und Zalando letztlich überlebt. Im übrigen fragt man sich als Beobachter ja wirklich, warum er (und Otto!) sich das antun.

        Aber das ist noch nicht alles:

        „Mit vielen jungen Menschen und Digital Natives global daran zu arbeiten, die digitale Revolution mitzugestalten und aktiv dabei zu sein, wenn ein neues Zeitalter entsteht. Hält jung und macht extrem viel Spaß!“

        1a bullshit bingo! Wobei ich mir hier noch was mit „cloud“, „mobile first“ und „content commerce“ gewünscht hätte, um das name dropping runder zu machen.

        „Die Otto Group zu einer Gruppe von Unternehmen zu machen, die von LSD berauscht sind … und „Lead, Speed, Data“ in allen Wertschöpfungsprozessen leben!“

        Bin ich der Einzige, der an dieser Stelle Gänsehaut angesichts von soviel Phrasendrescherei bekommt?

        „Ganz früh erkennen und verstehen, was wo in der Welt „Neues“ entsteht und dort frühzeitig investieren.“

        Weltklasse! Rückblickend also auch alles richtig gemacht in den letzten sechs Jahren.

        SCNR

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