Douglas fällt an nächsten Finanzinvestor; was wird aus Thalia?

Seine Online-Umsätze hat uns Douglas gerade noch verraten („Douglas will an die Börse – mit Online-Umsätzen von 180 Mio. €“), da fällt es schon an den nächsten Finanzinvestor („Douglas-Eigentümer narren Investoren„).

Ohnmächtig kann die Familie Kreke zusehen („Douglas: Wie sich eine Unternehmerfamilie ihrem Schicksal fügt“), wie Douglas weitergereicht wird und die eigenen Anteile von 20% auf 15% sinken:

douglasipo

„The Kreke family and Advent International today announced that they have signed an agreement to sell beauty retailer Douglas to a holding company jointly owned by CVC Capital Partners and the Kreke family. The Kreke family will remain a shareholder in Douglas, holding a 15% stake.“

Die Unterlagen vom Freitag (PDF) haben unterstrichen, dass Douglas im Spannungsfeld zwischen Online- und Filialgeschäft online nicht wirklich weitergekommen ist und weiter ganz klar die Filialen die Oberhand haben.

Entsprechend leicht tun sich aufstrebende Pure-Player („The Hut Group: 7Commerce-Vorbild wächst auf 244 Mio. Pfund (+39%)“), Douglas & Co. im Online-Geschäft den Rang abzulaufen. Letzte Woche hat auch Rewe einen „Online-Shop für Kosmetik“ angekündigt.

Für Douglas geht das Spiel nun unter CVC von vorne los. Offener denn je ist nach dem schnellen Exit von Douglas, was jetzt aus Thalia wird („Thalia holt sich Turn-Around-Manager in die Geschäftsführung“).

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Kategorien:Shopboerse

14 replies

  1. Ob Douglas überhaupt schon bemerkt hat, dass „The Hut Group“ mit „beautyexpert.com“ so viel Traffic generiert wie Douglas auf seinem Impressum? Was sollen die überhaupt mit dem schwierigen deutschen Beautymarkt zu tun haben?

    Rewe? 619 Filialen mit Bipa in Österreich … und online Umsatz von 1%. Da bekommen die Douglas Brüder bestimmt ganz wackelige Knie bei soviel Expertise.

    Und vor welchen PurePlayern soll Douglas sich genau fürchten? Den Flaconis als angebliche „Nummer 2“ mit ihren mickrigen Umsätzen und noch traurigeren Ergebnissen? Da machen Akzente, easycosmetic und einige große eBayer mehr. Von Amazon ganz zu schweigen.

    180 Mio. Online Umsatz, i.d.R. zum UVP … nun, das muss erstmal einer nachmachen. Ganz so unfähig sind die Türkisen nicht.

    • das hat man von Görtz, Globetrotter und anderen auch gesagt …

      Und was ist die größere Leistung, wenn Douglas in 10+ Jahren 180 Mio. Euro Umsatz von den Filialen Richtung Online verlagert. Oder wenn eine Hut Group online aus eigener Kraft von 0 auf 244 Mio. wächst und dazu noch hochprofitabel arbeitet?

      Niemand steht dem Online-Boom im deutschen Kosmetikmarkt mehr im Weg als Douglas. Und das nicht, weil sie online so gut wären (dann müssten sie längst das Doppelte bis Dreifache an Umsatz machen), sondern weil sie markenseitig die Märkte so dicht gemacht haben, dass kaum jemand anderes aufkommen kann.

      Bin nicht sicher, ob Flaconi die Branchendominanz von Douglas knacken kann, aber die Kombination mit ProSiebenSat.1 ist das Vielversprechendste, was der deutsche (Online-)Markt bisher gesehen hat. Und bessere Neuigkeiten als die Filialfixierung von Douglas kann sich Flaconi nicht wünschen.

      Aber schon klar, dass wir auch hier wieder nicht übereinstimmen.

      • Nicht Douglas sondern der selektive Vertrieb in Verbindung mit deutschen Markenrecht ist für die Situation in Deutschland verantwortlich. Es war (und ist gemäß Vertriebsvereinbarung eigentlich immer noch) untersagt im SV Luxuskosmetikprodukte Online zu verkaufen (siehe aktueller Prozess).

        Flaconi: sobald die Industrie auf die Brüder keine Lust hat, weil sie sich eben nicht an die vorgegebene Preise und Bedingungen halten, und meinen, tun und lassen zu können was sie wollen, wird ihnen halt der Hahn zu gedreht. Ist ja schon mehrfach passiert. Nur zur Erinnerung, falls die aktuellen Zahlen nicht zur Hand sind: Flaconi Umsatz 12, Ergebnis -7.
        Mit Luxusprodukten – nicht mit Windeln.

        „The Hut Group“ macht im Kosmetikbereich übrigens (wie oben selbst geschrieben) keine 244 Mio Umsatz; das macht die ganze Gruppe mit einer Vielzahl von Unternehmungen im Beauty und Fashionbereich. Übrigens: selektive Luxuskosmetik vertreiben die auch nicht. Daher ist hier noch nicht einmal Wettbewerb zu erkennen. Mal davon abgesehen, dass es hier noch um den UK Markt geht.

        Somit stimmen wir aber wenigstens überein, dass wir nicht übereinstimmen werden, solange nur einer von uns Einblick in den Markt hat.

      • ohne persönliche Defamierung gehts offenbar nicht. Für mich immer ein Zeichen, dass die Argumente nicht ausreichen.

        Natürlich müssen „The Hut Group“, Flaconi und andere den Markt anders angehen. Wichtig ist ja nicht, ob sie sich den Markt genau so definieren wie Douglas & Co. und in denselben Kategorien erfolgreich sind, sondern ob sie sich die entsprechenden Zielgruppen/Kundenkreise erschließen können.

        Wo sie heute stehen interessiert mich da auch weniger als wo sie in 5 bis 10 Jahren stehen können.

      • Vielleicht sollte erstmal eine Auseinandersetzung mit den obigen Argumenten der Realität erfolgen, anstatt mit leeren Phrasen, wie „definieren sich den Markt anders“. Zur Erinnerung: wir befinden uns hier im Handel mit realen Selektivprodukten, die man anfassen kann.

        Eine Einschätzung der Situation in 5 bis 10 Jahren vorzunehmen ohne die Gegenwart zu analysieren … nun, das verdeutlicht mal wieder, dass hier nicht die Realität betrachtet wird, sondern die Welt, so wie sie hier gefällt: „2 x 3 macht 4 – widdewiddewitt und 3 macht 9e !“.

        Macht ggf. doch Sinn, sich Märkte erstmal im Detail anzuschauen, bevor große Wahrsagungen verbreitet werden. Was übrigens keine Diffamierung sondern einen Grundsatz des Journalismus darstellt: Recherche.

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