Amazon und der erste Milliardentag in der Geschichte

Wenn Amazon an einem Tag soviel Umsatz machen kann wie nur ganz wenige andere Online-Händler in einem ganzen Jahr, dann verdeutlicht das nochmal die Online-Dimensionen, in die Amazon mittlerweile vorgedrungen ist.

Ob der Bestellrekord am 15. Juli für Amazon der erste Tag der Unternehmensgeschichte mit mehr als 1 Mrd. Dollar Umsatz war, das kann – anhängig vom Preispunkt und von der Retourenquote – jeder selber überschlagen:

amazonprimeday

„On Prime Day Amazon customers ordered 34.4 million items across Prime-eligible countries, breaking all Black Friday records.

Worldwide order growth increased 266% over the same day last year and 18% more than Black Friday 2014 – all in an event exclusively available to Prime members.“

Bezeichnend war die Reaktion von Walmart („Why Every Day is Low Price Day at Walmart“), die ganz gut zum jüngsten Fortune-Porträt („The man who’s reinventing Walmart“) passt.

Abgesehen davon, dass es für sich selbst spricht, wenn ein großer Player in dieser Form auf einen wesentlich kleineren reagiert, zeigt es vor allem, dass Walmart das Amazon-Prinzip nicht verstanden hat.

Einmal mehr lässt sich erkennen, dass Amazon auch in den USA keine wirkliche Konkurrenz hat – und man ahnt, wo Amazon in 5 Jahren, und wo in 10 Jahren stehen könnte.

Diese Woche stand medial unter dem Motto 20 Jahre Amazon („Was bringt die Online-Zukunft?„). Eine kleine Presseschau gibts im Carpathia-Blog.

Immer noch sind es nur ganz wenige, die den Online-Handel groß genug denken und entsprechend agieren. Siehe auch die K5 Marktausblicke („Der Handel von morgen“).

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Amazon

24 replies

  1. Woher stammt denn die Basis für die genannten 1 Mrd. Dollar Umsatz („Ob der Bestellrekord am 15. Juli für Amazon der erste Tag der Unternehmensgeschichte mit mehr als 1 Mrd. Dollar Umsatz war,…“)

    Ist das einfach nur eine in die Luft geworfene Zahl, eine Schätzung oder eine Hochrechnung auf Basis anderer Angaben?

    In der verlinkten Pressemitteilung (de/en) konnte ich keine Umsatzangabe von Amazon finden sondern nur relative Angaben zur Erhöhung der Bestellanzahl und eine Produktanzahl für Länder mit Amazon Prime.

    Ich konnte daher aufgrund der Angaben sowohl aus diesem Artikel wie auch von der Pressemitteilung von Amazon nicht überschlagen, ob das der erste Tagesumsatz mit mehr als 1 Mrd. Dollar war.

    • Wer den Preispunkt und die Retourenquote kennt, kann sich den Umsatzwert aus der angegebenen Menge von 34,4 Mio. bestellten Produkten errechnen.

      Retouren nicht berücksichtigt hätte Amazon bei einem durchschnittlichen Netto-VK von 29 Dollar die Umsatzmilliarde erreicht.

      Sollte der 15. Juli für Amazon nicht der erste Milliardentag gewesen sein, dann dürfte es spätestens am Black Friday soweit sein.

  2. Passend zum Thema im übrigen ein guter Kommentar zum Sommerloch-Quatsch im (Online-)Handel:

    „It has become obvious that we aren’t even trying to sell anything in July.“

    http://blog.minethatdata.com/2015/07/amazon-nordstrom-you.html

  3. @Jan:
    Man muss auch bedenken, dass Alibaba über mehrere Wochen Bestellungen gesammelt hat und dann eben diese an einem Tag ausgelöst -> war also nicht nur ein Tag.

    Trotzdem absolut unvorstellbar und wahnsinnig beeindruckend :) Für das allererste Mal war aber auch der Prime Day krass und hat Amazon wohl mal gezeigt, dass es sich vielleicht doch lohnt die Startseite mal umzubauen ;)

  4. Umsatz ist eines, aber Gewinn etwas anderes. Ich frage mich ja, welches Mediavolumen Amazon in TV, Print, Radio und Online reinballerte, um auf (weltweit) hohen Niveau einen so großen Werbedruck zu erzeugen, der den Prime Day so erfolgreich machte…

  5. laut verschiedenen berichten soll der Umsatz in Europa NUR 40% höher als an normalen Tagen gewesen sein. Wenn das stimmt und unter Berücksichtigung des massiven Werbeeinsatzes, sieht das für mich eher nach FLOP aus und nicht nach „neuen Online-Dimensionen“…

    http://business.chip.de/news/Amazon-Fail-Day-Warum-der-Prime-Day-ein-grosser-Flop-war_81126248.html

    • Amazon macht auch an regulären Tagen 100x mehr Umsatz als die nächstgrößeren Online-Händler. An den Dimensionen ändert das nichts.

      Mich würde eher wundern, wenn an so einem Mammuttag, der ja vorher extrem schwer zu kalkulieren ist, alles reibungslos verliefe.

  6. Klar gibt Amazon Unmengen an Geld aus, klar schafft Amazon einen Riesenumsatz auf den Punkt genau zu aktivieren. Klar wird der Handel dominiert von Amazon. Da hilft kein schönreden, das hat die letzten 20 Jahre nicht gefruchtet. Das erfahrene Manager in den Handelskonzernen so lame agieren, zeigt einfach wie anders die Digitalen Pure Player denken.

    Zeit nochmal in die Schule zu gehen, liebes Management. Springer hats vorgemacht. Auch wenn es schon jetzt reichlich spät ist.

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