Wenn Mytoys, Windeln.de und Limango zueinanderfinden würden

Wenn das sonst so zurückhaltende Limango den Milliardenexit von Zulily („Zulily geht für $2,4 Mrd. an QVC„) für eine PR-Kampagne nutzt, dann ahnt man schon, was dahintersteckt.

Auch uns bittet Limango heute PR-seitig um die Veröffentlichung dieser – wenn man so will – „(Verkaufs-)Anzeige“ („Zulily-Übernahme zeigt: Private Shopping funktioniert!“):

ottoportfolio

„Das aktuelle Beispiel der Zulily-Übernahme zeigt es deutlich: Private Shopping funktioniert und ist ein höchst attraktives Geschäftsmodell!

Nehmen wir zum Beispiel limango: Mit unserem skalierbaren Business-Modell, einer jährlichen Umsatz-Steigerungsrate von über 40 Prozent und einer wachsenden Shopping-Community aus inzwischen mehr als sechs Millionen Mitgliedern verfügen wir über eine sehr starke Marktposition als Europas Nummer eins unter den Shopping Clubs im Familiensegment.“

Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Interessierte wenden sich bitte direkt an Limango.

Es ist schon erstaunlich, was im Zuge der Otto-Reform („Exchanges #99: Reinventing Otto„) gerade alles zur Disposition steht („Otto zieht bittere Bilanz, schließt Verkauf von Mytoys nicht aus„).

Nachdem Windeln.de börsenseitig („myToys: Macht Otto den Weg frei für einen Börsengang?„) vorangeprescht ist („Windeln.de über das Für und Wider eines frühen Börsengangs„) und weiter durch Übernahmen wachsen will („Windeln.de kauft Bebitus und holt 7 Mio. € Umsatz für 5 Mio. € Invest„), wäre es markt- und branchenseitig ein durchaus spannendes Szenario, wenn Windeln.de sowie Mytoys und/oder Limango zueinanderfinden würden. Vorausgesetzt natürlich, HSE24 hätte tatsächlich kein Interesse.

Auf der K5 Konferenz sind alle drei Unternehmen vertreten. Und Wachstumsplattformen für den Handel von morgen sind dort in diesem Jahr ohnehin eines der großen Themen, nachdem zuletzt ProSiebenSat.1 vorangeprescht ist („7Commerce als Wachstumsplattform für den Online-Handel„).

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Kategorien:Live Shopping, Shopboerse

13 replies

  1. Ich glaube eher, dass die nun kalte Füße kriegen und gerne so schnell wie möglich ihre Schäfchen ins Trockende bekommen wollen. Die Pressemittelung liest sich für mich auf jeden Fall wie ein Kauf-Bettelbrief.

    Die Börse zuckt mal etwas, windeln.de verliert binnen weniger Monate 50% an Wert, Rocket Internet torkelt von einem All Time Low zum nächsten und die Investoren realisieren langsam, dass sie die absolut kranken Firmenbewertungen nicht mehr jedem Trottel verkauft werden können.

    Noch ist überhaupt NICHTS passiert. Der DAX steht auf Jahresbasis noch immer gut im Plus, und das nachdem es jahrelang bereits aufwärts ging. Aber gnade gerade den unprofitablen Firmen der Finanzgott, wenn die Kanonen wirklich anfangen zu donnern!

  2. Die Börsenparty ist vorüber. Nachdem gestern der DAX tief in den Negativbereich abgerutscht war, gab es heute ein kurze Erholung. Der Dow Jones ist heute nach anfänglich sehr positiver Entwicklung zum Ende ins Minus abgerutscht. Eine derartig scharfe Kehrtwende gab es seit 2008 nicht mehr. Der Verfall beim Dow ist nach Handelsschluss in Frankfurt passiert. Entsprechend werden also morgen gleich wieder die Kurse in Deutschland erodieren. Wir befinden uns auf einer Talfahrt, deren Ende kurzfristig nicht absehbar ist.

    Wetten, dass wir deshalb auf längere Zeit keine neuen Börsengänge mehr sehen werden?

    Und auch für die bereits gelisteten Firmen wie Windeln.de und Rocket Internet brechen schwere Zeiten an: Sie sind wegen ihres negativen Cash Flows auf einen ständigen Kapitalzufluss von Investoren angewiesen. Ich bezweifele, dass in Zeiten eines Börsen-Blutbads Kapitalerhöhungen machbar sein werden. Und selbst wenn eine Kapitalerhöhung klappen sollte, werden die Alteigentümer bei den stark gefallenen Kursen / Bewertungen kräftig Federn lassen müssen, um den Laden am Leben erhalten zu können.

    Aus welchen alternativen Quellen soll aber das dringend benötigte frische Geld kommen? Welche Investoren werden zukünftig noch über Munition verfügen, um die sich leerenden Firmenkassen aufzufüllen? Ein Job als Kapitalbeschaffer bei unprofitablen Firmen wird in der nächsten Zeit keinesfalls vernügungssteuerpflichtig sein.

    Meine Meinung: Binnen der nächsten 6 Monate wird sich zeigen, dass viele Firmen(finanzierungs)konzepte auf Treibsand gebaut sind und dass nahezu alle IPOs und Firmenübernahmen der letzten Zeit zu völlig übertriebenen Bewertungen stattfanden. Der August 2015 wird uns als Beginn der Auslese und der Marktbereinigung im Gedächtnis bleiben.

    • Also wenn ich sowas von einem ehemaligen Goldman Sachs Mitarbeiter lese, dann kratze ich mir doch am Kopf:

      „Dass der Markt das Unternehmen nicht allzu gut bewertet, nutzt Weinberger als Argument, um selbst nicht zu viel für Zielunternehmen auszugeben. „Wir schauen auf Targets so, wie die Investoren zurzeit auf uns schauen“, sagt der CFO. Windeln.de werde mit knapp dem 1-fachen des für 2015 erwarteten Umsatzes bewertet. „Das berücksichtigen wir, wenn wir uns Akquisitionen anschauen.“ Nur wenn Zielunternehmen entweder besonders profitabel seien oder ein besonders hohes Wachstumspotential hätten, würde Windeln.de unter Umständen mehr bezahlen.“

      Das heißt also im Umkehrschluss, dass sie noch vor drei Monaten das Doppelte für Akquisitionen ausggegeben hätten, nur weil die Investoren sie damals mit 18,5€ je Aktie auch höher bewertet haben. Sprich sie geben den Aktionären mehr Kompetenz bei der Bewertung ihres eigenen Unternehmens als sich selbst.

      Des weiteren impliziert der Kaufpreis von Bebitus (im besten Fall das 0,8-fache des Jahresumsatzes, Kaufpreis jedoch nur 1/3 des zu erwartenden Umsatzes für 2015), dass der Kurs von windeln.de noch ordentlich purzeln müsste, um auf die gleiche Bewertung zu kommen wie Bebitus.
      Wenn man jetzt von 200 Mio. Jahresumsatz für windeln.de in 2015 ausgeht, sollte der Kurs der Aktie bei ca. 6,3 € liegen…

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