Wie man heute Milliardenunternehmen aufbaut #Shoptalk18

Das große Trendthema im globalen Online-Handel ist das Aufkommen und der Siegeszug der Milliardenplayer im E-Commerce:

Konnte man sie bis vor kurzem noch an zwei Händen abzählen, so kommen nun Jahr für Jahr mindestens ein halbes Dutzend hinzu. Allein 2017 neben Online-Pionieren wie Zooplus oder Coolblue auch viele, die wie Stitch Fix, Hellofresh (auf Dollarbasis) oder Chewy erst im laufenden Jahrzehnt gegründet wurden.

Nie war es einfacher, im Online-Handel Milliardenunternehmen aufzubauen (auch wenn es immer noch hart genug ist!). 2020 werden es weltweit über 50 sein, jedes zehnte davon ein 10-Milliarden-Player wie jetzt schon Vipshop oder bald auch Zalando, Wayfair oder Wish.

Auf der Shoptalk-Konferenz in den USA konnte man diese Woche viele der aktuellen und der künftigen Milliardenplayer erleben, sich ein Beispiel nehmen und gute Anregungen holen. Über den Auftritt von Ocado und die Welle an Foodplayern hatten wir bereits berichtet („Foodkunden präferieren immer die Heimzustellung“).

Wie man heute Milliardenunternehmen aufbaut

Passenderweise gab es auf der Shoptalk dann auch eine eigene Session zum Thema „Wie man ein Milliardenunternehmen aufbaut“ mit den Erfahrungen von Chewy und der Techstyle Fashion Group (Justfab, Fabletics & Co.), die aktuell bei Umsätzen von 700+ Mio. Dollar liegt.

Speziell die Chewy-Session zählte mit zum Besten, was die Shoptalk dieses Jahr zu bieten hatte. Zum Einstieg empfiehlt sich das Forbes-Porträt „The Man Who Found Gold In Dog Food“ über den Chewy-Gründer, der sich nach dem Verkauf gerade erst zurückgezogen hat.

Chewy hat sich ein Markt- bzw. Kundensegment herausgepickt, das (online) unterentwickelt war: Tierliebhaber im Premiumsegment. Und diese mit einem extremen Service überzeugt, was Lieferzeiten und Kundendienst angeht.

Für den operativen Aufbau setzte Chewy gerade in der Phase, in der keine Investoren zu überzeugen waren, nicht auf die günstigsten Lieferanten, sondern auf die, die bereit waren, die längsten Zahlungsziele zu gewähren. Das so gewonnene Kapital konnte Chewy dann einsetzen, um in die Kundengewinnung und den Aufbau der operativen Strukturen zu investieren.

Anfangs war Chewy bewusst nur an der Ostküste präsent, da es an die Westküste nicht schnell genug hätte liefern können. Erst als man auch dort Logistikstrukturen aufgebaut hatte, gab man auch dort Gas. Bemerkenswert, dass Chewy dabei quasi bis zum Exit unter dem Radar blieb. Und es wird nicht das einzige Unternehmen sein, das gerade so agiert.

Was alle auszeichnet, die gerade online angreifen, ist der extreme Fokus auf das Shoppingerlebnis der Kundinnen. Das konnte man aus so gut wie allen Sessions mitnehmen. Die Gründerin von Dia & Co. hat es am letzten Tag mit am besten auf den Punkt gebracht: „Companies built around a customer“ war eines der großen Leitmotive der Shoptalk 2018.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Food, GLORE25, Shopboerse

1 Antwort

  1. Fleurop-Mutter FTD (Umsatz 1,1 Mrd. Dollar, entgültige Zahlen für 2017 noch nicht veröffentlicht) und auch die 1-800-flowers.com mit einem Umsatz von 1,194 Mrd. Dollar (2017) gehören auch in der Liste der Milliarden-Unternehmen

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