Rocket Internet und der schleichende Rückzug von der Börse

Rocket Internet treibt den Rückzug von der Börse weiter voran und will jetzt auch die Anteile, die United Internet hält, zum Schnäppchenpreis zurücknehmen und anschließend einziehen (PDF).

Von den einstmals 165 Millionen Aktien blieben dann noch knapp 136 Millionen Aktien übrig, von denen allerdings knapp die Hälfte Oliver Samwer und dem Global Founders Fund gehören.

Im jüngsten Rückkaufangebot (PDF) beschreibt Rocket Internet die bisherigen Aktienrückkaufprogramme nochmals im Detail:

„Bisherige Rückkäufe und eigene Aktien

Der Vorstand von Rocket Internet hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter Ausnutzung der Ermächtigung durch die Hauptversammlung vom 2. Juni 2017 am 14. August 2017 beschlossen, bis zu 5.000.000 Rocket Internet-Aktien (dies entsprach bis zu 3,0 % des Grundkapitals der Gesellschaft zum damaligen Zeitpunkt) bis zu einem Gesamtkaufpreis ohne Nebenkosten von 100 Millionen Euro zurückzukaufen mit dem Zweck, diese einzuziehen und das Grundkapital zu reduzieren.

Dieses Programm begann am 14. August 2017 und endete vorzeitig am 16. April 2018 durch Aufhebung des Programms durch Beschluss des Vorstands vom 16. April 2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats. Rocket Internet hat hierunter 1.041.167 Rocket Internet-Aktien zurückerworben (dies entsprach 0,6 % des Grundkapitals der Gesellschaft zum damaligen Zeitpunkt), welche alle am 13. Mai 2018 eingezogen wurden.

Der Vorstand von Rocket Internet hat am 16. April 2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter Ausnutzung der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 2. Juni 2017 beschlossen, bis zu 15.472.912 weitere Rocket Internet-Aktien (dies entsprach bis zu 9,4 % des Grundkapitals von Rocket Internet zum damaligen Zeitpunkt) im Rahmen eines öffentlichen Aktienrückkaufangebots gegen Zahlung eines Angebotspreises in Höhe von 24,00 Euro je Aktie zurückzuerwerben.

Insgesamt wurden 9.724.739 Rocket Internet-Aktien angedient und anschließend (zusammen mit den in dem vorstehenden Absatz beschriebenen 1.041.167 Rocket Internet-Aktien) eingezogen; somit wurde das Grundkapital von Rocket Internet von EUR 165.140.790,00 auf EUR 154.374.884,00 herabgesetzt.

[… (Rückkauf von Wandelschuldverschreibungen) …]

Der Vorstand von Rocket Internet hat am 20. September 2018 mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter Ausnutzung der Ermächtigung durch die Hauptversammlung vom 8. Juni 2018 beschlossen, bis zu 5.500.000 Rocket Internet-Aktien (dies entsprach bis zu 3,6 % des Grundkapitals von Rocket Internet zum damaligen -14- Zeitpunkt) bis zu einem Gesamtkaufpreis ohne Nebenkosten von EUR 150 Millionen zurückzukaufen.

Das Aktienrückkaufprogramm endete am 19. September 2019, nachdem 3.607.590 Rocket Internet-Aktien zurückgekauft worden waren. Am 6. Dezember 2018 wurden die bis dahin zurückgekauften 1.860.486 Rocket Internet-Aktien eingezogen, um das Grundkapital der Gesellschaft von EUR 154.374.884,00 auf EUR 152.514.398,00 herabzusetzen. Die restlichen 1.747.104 Rocket Internet-Aktien wurden durch Beschluss des Vorstands vom 2. Oktober 2019 eingezogen und das Grundkapital der Gesellschaft von EUR 152.514.398,00 auf EUR 150.767.294,00 weiter herabgesetzt. Die Herabsetzung des Grundkapitals auf EUR 150.767.294,00 ist am 21. Oktober 2019 in das Handelsregister eingetragen worden.

Falls das in dieser Angebotsunterlage beschriebene Angebot vollständig angenommen und vollzogen wird, würde Rocket Internet 15.076.729 eigene Aktien halten. Dies würde 10,0 % des derzeitigen Grundkapitals der Gesellschaft entsprechen.

Rocket Internet kann die Aktien von United Internet um einiges unter dem ursprünglichen Wert zurückkaufen und hat für das aktuelle Rückkaufprogramm knapp 325 Mio. Euro reserviert.

Was wird aus Rocket Internet?

Was Rocket Internet zuletzt in Sachen Strategie und Ausrichtung berichtet hat, war mehr als dürftig. So ist von den angestammten Rocket-Gründungen nur noch wenig übrig (PDF):

Demnäch hält Rocket Internet heute Anteile an mehr als 200 privaten Unternehmen im Wert von 1,2 Mrd. Euro und hat in den letzten beiden Jahren „20 neue Geschäftsmodelle auf den Weg gebracht“. Die Barreserven betrugen Anfang November 2,6 Mrd. Euro.

Nach dem Ausstieg im Mai hatte Rocket zuletzt auch bei Westwing wieder aufgestockt („Rocket hat seine Westwing-Anteile auf über 25% verdoppelt“).

Die Rolle von Rocket Internet als Marktgestalter will künftig nicht zuletzt auch Prosus übernehmen, das die globalen Online-Beteiligungen von Naspers umfasst.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Samwer Report, Shopboerse

1 Antwort

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