Exchanges #250: Die Coronakrise als Katalysator für den Onlinehandel

Jochen Krisch und Marcel Weiß sprechen in den neuesten Exchanges über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise und warum der Onlinehandel auch für Abschwungphasen besser gerüstet ist als andere.

Dauer: 61 Minuten

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Kategorien:exchanges

  1. Ich bin mir nicht sicher ob euren Annahmen nicht viel Wunschdenken zu Grunde liegt.
    Beispielsweise höre ich von Leuten, dass sie sich freuen wenn sie einfach wieder shoppen gehen können und diese simple Sache plötzlich ganz anders schätzen.
    Solange der Staat die Einkommen der abhängig Beschäftigten durch seine Maßnahmen größtenteils stützt und es im Mai langarm wieder weiter geht wird es gigantische Nachholeffekte geben. Überall wo der Staat lockert, sei es mit neuen Maßnahmen wie Sitzabstand im Restaurant etc. Lust an den Dingen des Alltags, aber auch der ganz normale Konsum nachgeholt.
    Die Mittel- und Oberschicht hat auch genug Reserven um ein paar wenige Monate verringertes Einkommen mal wegzustecken, langfristig ist da kein Konsumverzicht zu erwarten. Zusätzlich wird der Staat in der angekündigten zweiten Phase der Konjunkturprogramme sicherlich gerade an Geringverdiener denken, da die nicht sparen sondern sofort konsumieren und entsprechend diese Gelder konjunkturwirksam sind.

    Bezüglich Einzelhandelgeschäften kann man grob sicherlich sagen, dass diejenigen, die es vorher schon schwer und kaum eine Zukunft hatten jetzt vermutlich vom Markt fegt. Aber trotz eurem Fokus auf E-Commerce gibt’s Menschen die aus Gründen, die ihr ja gar nicht teilen müsst, stationäre Läden teils prinzipiell bevorzugen. Vielen geht’s gut und sie haben Reserven die sie auch über einige schwere Monate tragen können.

    Ich teile die These unbedingt, dass diese Krise ein Katalysator für ohnehin anstehenden Strukturwandel ist. Darüberhinaus gehende Brüche erwarte ich nicht. Und die Politik wird selbstverständlich mittelfristig einen Kompromiss finden müssen. Wir dürfen die Alten nicht opfern, aber auch nicht die Zukunft der Jungen. Letztlich ist der Virus eine Naturkatastrophe und das Leben muss irgendwie weitergehen.

    Mit Zeitverzug würde schließlich auch unser Gesundheitswesen kollabieren, wenn das Wirtschaftsleben kollabiert. Ohne komplexe Lieferketten von tausenden einzelnen Unternehmen, die bis runter gehen zum Elektriker, der Defekte in der Produktionsanlage des Zulieferers des Latexhandschuhherstellers behebt, ist die kommende Materialschlacht bis zur Impfung in 12-18 Monaten weder finanzierbar, noch bezüglich Material möglich. Gesundheit und funktionierende Wirtschaft sind hier kein Gegensatz sondern bedingen einander. Das wird auch die Politik einsehen.

  2. PS: Vorsicht mit dem Vergleich zur spanischen Grippe. Kekule und andere Fachleute postulieren, dass wir die Übertragungsrate lediglich im Alltag um 2/3 senken können und da dieser Erreger glücklicherweise nicht einfach durch Atemluft übertragbar ist, sondern durch Husten, Nießen, Räuspern und entsprechend „große“ Aerosoltröpfchen, können wir das durch Masken, Nießetikette und Hände waschen erreichen. Es muss nicht steril zugehen, 2/3 weniger Übertragung reicht um die Epidemie zu stoppen.
    Das ist nicht nur anders als bei der Spanischen Grippe, dieses Wissen hatte man damals auch schlicht gar nicht. Und gleichzeitig rechnen Virologen fest mit wirksamen Therapien bis Herbst, lange vor einer Impfung. Der Stand der Medizin ist ebenfalls nicht vergleichbar.

    Der Mensch schaut gerne in die Vergangenheit und sucht nach Analogien. Das kann hier bestenfalls verwirren. Solche Spekulationen sollten wir uns komplett verkneifen, so verführerisch es ist und dem Urteil der Virologen dahingehend vertrauen. Das ist jetzt nicht die Stunde der 84 Millionen Bundestrainer.

    • Absolut. Wir sind keine Virologen. Mir ging es lediglich um den Hinweis, dass die letzte große Pandemie in Wellen verlief, und die erste nicht die schlimmste Welle war.
      Ich habe das Gefühl, dass viel zu viele Menschen das unwahrscheinlichste Szenario (spätestens im Mai haben wir wieder ‚Normalität‘ wie vorher) aktuell für das wahrscheinlichste Szenario halten. Und DAS ist nun wirklich Wunschdenken.

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