2020 ist das Jahr, in dem einmal jede(r) persönlich spüren kann, wie sich Disruption anfühlt. Man kann beobachten, wer sich wie schnell auf die neuen Verhältnisse einstellt, und sieht zugleich, wieviele sich in Verweigerungshaltung üben und am liebsten weitermachen wollen wie bisher.
Verständlicherweise wünschen sich alle, dass globale Pandemien wie Corona möglichst schnell vorbeigehen. Doch die Realität sieht anders aus:
„Pandemics: like wars, you know when they start, never when they’ll end.“ – Nassim Nicholas Taleb („The Black Swan“, „Antifragile“, etc.)
Es könnte sich also ziehen. Und darauf sollte man sich einstellen. Persönlich, aber auch als Branche.
Der Online-Handel ist dabei gar nicht das Problem. Der ist größtenteils fein raus.
Kritischer ist es für die Digitalbranche. Viel zu viele Konferenzen und Messeveranstalter, aber auch viel zu viele Agenturen und Dienstleister hoffen immer noch, dass es sich bei der Disruption nur um eine kurzfristige Unterbrechung handelt. Sie „virtualisieren“ und „digitalisieren“ sich und ihre Angebote notdürftig, in der Hoffnung, dass schnell alles wieder so wird, wie es war.
Sehr viel smarter wäre es jedoch, sich spätestens jetzt auf dauerhafte Veränderungen einzustellen:
- Die Branche wird weniger reisen.
- Sie wird sich anders organisieren.
- Sie wird sich anders informieren.
Schließlich war vieles in der Branche schon vor der Krise überholt – viele Branchenevents ebenso wie viele Marketing- und Vertriebsstrategien:
- Es gibt heute sicherlich smartere Wege, um an neue Kunden und Aufträge zu kommen als einen teuren Messestand in einer überfüllten Ausstellungshalle.
- Es gibt bessere Wege, mit Kunden und Interessierten im Gespräch zu bleiben, als von Event zu Event zu tingeln.
- Und es gibt mehr Möglichkeiten, sich einen Namen zu machen und sich und seine Services und Lösungen zu präsentieren als mit einem öden Standardvortrag.
Jetzt wäre eine gute Gelegenheit, um aus der Not eine Tugend zu machen, diese Möglichkeiten zu nutzen, dabei schnell neue Erfahrungen zu sammeln und sich so für eine Zukunft zu rüsten, die um einiges anders aussehen könnte als bisher.
Corona dient auch hier als Beschleuniger für Veränderungen, die längst überfällig waren.
Mit Exciting Commerce und speziell auch der K5 gehen wir deshalb jetzt sehr bewusst neue Wege. Dass das so gut ankommt, freut uns. Und nicht zuletzt deshalb würden wir uns wünschen, dass noch mehr Bewegung in die Branche kommt und möglichst viele mitziehen und/oder sich ebenfalls auf das besinnen, was sie ausmacht und sich so kreativ neu erfinden.
Und sollte die Pandemie dann doch schneller vorbeigehen als zu erwarten, werden wir sehen, wieviel Lust die Branche dann noch auf die alten Events hat. Denn auch da kann man sich sehr viel bessere Alternativen vorstellen.
Einstweilen freuen wir uns, dass es im neuen Jahr mit dem K5TV weitergeht – für alle, die (wie wir) am Puls der Branche bleiben wollen.
Frühere Beiträge zum Thema:

