Website-Icon Exciting Commerce

Der türkische E-Commerce-Markt (1) – Gastbeitrag

"Die Türkei erinnert an den deutschen eCommerce Markt von
2005 – aber mit einem großen Unterschied: Die Entwicklung erfolgt in einem
atemberaubenden Tempo."  – Das schreibt Sina Afra, Managing Director von eBay Türkei / GittiGidiyor, in einem zweiteiligen Gastbeitrag für
Exciting Commerce.

Der heutige, erste Teil beschreibt die rasante Entwicklung in der Türkei,
der zweite Teil beleuchtet die Perspektiven im E-Commerce.

Die Türkei auf dem Sprung zur bedeutenden Internetnation

Die Türkei ist eines der größeren „Internet Länder“, die aufgrund
ihrer eigenen Krisen Anfang der 2000er Jahre verspätet, dafür aber umso
vehementer den Anschluß finden:
Heute hat die Türkei ca. 72 Mio. Einwohner, von denen 70% jünger als 30 Jahre sind.
Derzeit sind ca. 30 Mio. Türken online, mit stark steigender Tendenz.

Wenn die Türkei die Europäischen Durchschnittswerte erreicht
(vorraussichtlich 2011), werden ca. 42 Mio. Türken online sein. Damit
wird die Türkei, derzeit das zwölftgrößte Online Land, unter die ersten 10
Länder der Welt vorrücken.

Diese
Entwicklung hat 2006 ihren Ursprung. Ausgehend von damals knapp 8-10 Mio. Online Usern
machte die Türkei jedes Jahr größere Sprünge und erreichte 2009
erstmals die Marke von 30 Mio. Usern.

Mit der rasanten
Entwicklung in der Türkei und dem Erreichen der sogenannten magischen
Marke von 25% Internetpenetration, entschieden sich die großen Internet
Firmen für den türkischen Markteintritt: Google eröffnet 2006 das türkische Office,
eBay beteiligt sich am Platzhirsch GittiGidiyor,
Yahoo bietet seit 2006 türkische Dienste an,
Ticketmaster akquiriert Biletix,
bis hin zum Markteintritt von XING in 2008, welches Cember.net aufkauft.

2007 und 2008 investieren erstmals ausländische Business Angels,
vorrangig aus dem deutschen Sprachraum, in neue Konzepte in der Türkei.
Dabei bildet der türkische eCommerce den Fokus der meisten Investments.

Der türkische E-Commerce-Markt

Im türkischen eCommerce sind
ca. 9 Mio User aktiv und haben in 2008 ca. 9 Mrd TL (ca. 4,5 Mrd. Euro)
ausgegeben. Mangels Alternativen steht die Kreditkarte, die eine sehr
hohe Penetration geniesst, als Zahlungsmittel Nummer 1 im Vordergrund.

Die wesentlichen horizontalen Spielfelder (eTailer, Marketplaces und Classifieds) sind mit Hepsiburada, eBay / GittiGidiyor und Sahibinden
stark besetzt. Amazon ist in der Türkei nicht vertreten. Darüber hinaus
sind in jedem Bereich weitere vertikale Anbieter tätig.

Die gut
ausgebauten Logistikstrukturen und der harte Wettbewerb in der Türkei
ermöglichen einen sehr schnellen und relativ kostengünstigen Versand
der Waren (Standardpaket für 4,20 TL / 2 Euro).

Im zweiten Teil seines Gastbeitrags erläutert Sina Afra, worin sich das türkische Online-Verhalten vom deutschen oder amerikanischen unterscheidet und in welchen Bereichen das türkische Internet noch Nachholbedarf hat.

Frühere Beiträge zum Thema:

Die mobile Version verlassen