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Deutsche Handelskonzerne auf E-Commerce-Kurs

Im E-Commerce ist plötzlich wieder alles möglich: Jahrelang haben sich die deutschen Handelskonzerne gesträubt, in reine Online-Konzepte zu investieren. Nun scheinen sie sich besonnen zu haben – und steigen wieder verstärkt in den Online-Handel ein.

Erfreulich ist dies nicht zuletzt für den Samwer-Clan, für den sich die jahrelange Lobby-Arbeit langsam zu lohnen scheint: Ob Tengelmann, Otto oder Klingel – für viele Handelshäuser sind die Samwers nun der Online-Makler der Wahl.

Neben einer Fülle von Einzel-Startups im Rahmen der aktuellen Samwer E-Commerce Offensive baut Rocket Internet gerade mindestens an zwei E-Commerce-Gruppen – den FP Commerce Shops sowie den Internetstores.

Die Investmentaktivitäten ausgewählter Handelskonzerne

Hier zur besseren Orientierung ein schneller Überblick über die Investmentaktivitäten ausgewählter Handelskonzerne in den letzten Wochen und Monaten:

Die Tengelmann-Gruppe (Kaisers, Kik, Obi, Plus Online)
Durch den Verkauf der Plus-Filialen kam die Tengelmann-Gruppe 2008 mit Plus.de zu ihrem ersten reinen Online-Versender. Nachdem eigene Online-Experimente nicht gefruchtet haben, wird nun unter neuer Führung das Beteiligungsgeschäft ausgebaut:

Die Klingel-Gruppe (Klingel, Wenz, Mona)
Ein eher unerwarteter Player im Markt für Online-Investments ist der Klingel-Versand. Dort konnten die Samwers bisher mindestens zwei Online-Beteiligungen unterbringen:

Die Otto-Gruppe (Baur, Bon Prix, Heine, Otto, Schwab)
Die Otto-Gruppe scheint innerhalb kürzester Zeit wettmachen zu wollen, was sie in den zehn Jahren davor versäumt hat. Ob Citydeal, Dealstreet, Kaufda, Limango oder MyFab – investiert wird in unterschiedlichste Geschäftsmodelle, größtenteils über den eigens dafür eingerichteten Investment-Arm eVenture Capital Partners:

Die Metro-Gruppe (Kaufhof, Media Markt, Saturn, Real)
Die Metro-Gruppe zeigt zwar immer wieder Interesse an spannenden Online-Startups, kommt aber nie wirklich zum Zug. Nach den bitteren Erfahrungen in der New Economy scheinen der Metro-Gruppe ausgiebige Planspiele immer noch besser zu liegen als reale Experimente.

Bei reinen E-Commerce-Modellen lässt Metro-Chef Cordes momentan noch seinem Sohn den Vortritt:

Die Rewe-Gruppe (Rewe, Toom, Penny, Promarkt)
Die Rewe-Gruppe betätigt sich derzeit vor allem als Lumpensammler und schnappt sich im Online-Bereich einen insolventen Elektronikversender nach dem anderen:

Die Douglas Gruppe (Douglas, Thalia, Christ)
Die Douglas Holding hat ihre Online-Beteiligungen vor allem über die Buch.de Internetstores (Buch.de, Alphamusic, Flexist, bol.de, etc.) stark ausgebaut und wagte sich im letzten Jahr mit Douglas ins TV-Geschäft vor:

Nachdem sie den Online-Markt so lange vernachlässigt haben, fehlt allen großen Handelskonzernen heute die (Online-)Kompetenz.

Da reine Online-Spezialisten hierzulande rar gesät sind, müssen sich die Konzerne zumeist auf Multi-Channel-Experten verlassen, die zumindest schon ein bisschen Online-Luft geschnuppert haben – und auf die Samwers, die ihnen die vermeintlich risikoärmsten Investments vorkonfektioniert frei Haus liefern.

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