Nachdem kürzlich schon Samwers Dealstreet offline gegangen ist, baut nun auch Penny-Auction-Vorreiter Swoopo zusehends weiter ab:
Erst ging ein Geschäftsführer, dann ein zweiter, nun verlässt auch die langjährige Finanzchefin das Unternehmen in Richtung 1-2-3.tv, zuvor mussten schon eine Reihe anderer Führungskräfte gehen. Außerdem hat sich Swoopo gerade wieder aus Südkorea zurückgezogen.
Swoopo-Chef Frank Han war zuletzt vor allem darum bemüht, das Geschäftsmodell zu justieren und den Ruf des Swoopo-Modells gegen die Fülle unlauterer Wettbewerber zu retten. Offenbar vergebens.
Mit seinem neuartigen Bietmodell hat Swoopo (vorm. Telebid) weltweit für Furore gesorgt und einen wahren Penny Auction Boom ausgelöst, stieß aber seit jeher bei Investoren auf weitaus größeres Interesse als bei den Nutzern (s. Worauf Investoren wirklich stehen).
Gerade erst hat MadBid in England 6 Mio. Dollar von den Skype-Gründern erhalten (s. Pressemeldung); im Dezember ist BigDeal in den USA mit 4,5 Mio. Dollar an den Start gegangen, nachdem Swoopo im letzten Jahr 10 Mio. Dollar von August Capital erhalten hat.
Das Swoopo-Modell eignet sich hervorragend, um Nutzer anzuziehen, tut sich allerdings sehr schwer, diese langfristig zu binden. Deshalb haben unserer Ansicht auf lange Sicht die Modelle bessere Karten, die nicht auf steigende, sondern auf fallende Preise setzen. Darauf springen allerdings wiederum die Investoren nicht so an, weil im Vergleich zu Swoopo & Co. anfangs die nötige "Traction" fehlt. Mal sehen, wir hier als erstes den Teufelskreis durchbricht.
Frühere Beiträge zum Thema:
- Samwer Report: Dealstreet geht nach neun Monaten vom Netz
- Swoopo verliert weiteren Geschäftsführer
- Preisdynamos: Warum Swoopo abhebt, und Luupo nicht
