Es hat seine guten Gründe, warum die K5 Konferenz der führenden Online-Händler nicht in Hamburg, sondern nun schon zum zweiten Mal in München stattfindet.
In München hat Amazon seinen Sitz, hier sitzen von Gourmondo, Limango, Planet Sports, PosterXXL, Shirtinator über BestSecret, DePauli Herrenausstatter, Mytheresa oder Stylebop im Modeversand bis hin zu Zooplus eine Vielzahl von wachstumsstarken Online-Pure-Playern.
München hat mit HSE24 und 1-2-3.tv zwei der drei großen Shoppingsender. Die Samwers operieren von hier aus und haben gerade einen Münchner Rocket-Ableger gegründet, um mit Holtzbrinck und anderen zusammen Westwing, 21Diamonds und weitere Startups im E-Commerce-Bereich voranzutreiben.
Im Grunde sieht man nicht zuletzt an den teilnehmenden Händlern bei der K5, dass E-Commerce hierzulande alles andere als ein Metropolenthema ist. Ambitionierte Online-Händler gibt es von Oldenburg bis ins Allgäu. Wenn man allerdings unbedingt von E-Commerce-Metropolen sprechen will, dann spielt die Musik im deutschen Online-Handel eindeutig in München und Berlin.
Nur die "E-Commerce City Hamburg" sieht das Jahr für Jahr anders und hat auch diesmal wieder mit den Zahlen jongliert, um Hamburg zumindest virtuell nach vorn zu bringen: Wurden im letzten Jahr die Amazon-Umsätze noch Bad Hersfeld zugeschrieben, so mutiert in diesem Jahr Luxemburg zu Europas E-Commerce-Metropole Nr. 1, nur damit eine Stadt wie München mit Tausenden von Arbeitsplätzen im E-Commerce und einer blühenden Dienstleisterszene nicht in der Liste auftaucht und Hamburg den Rang ablaufen kann.
Hamburg hat ohne Zweifel eine glorreiche Vergangenheit als Versandhandelsmetropole und mit Frontline, Globetrotter oder Blume2000 auch im Online-Handel immer noch einiges vorzuweisen.
Doch selbst der Otto-Konzern lässt seine Online-Töchter wie Mirapodo oder MyToys sowie die neuen E-Commerce-Projekte von Project A Ventures lieber von Berlin aus operieren.
Und wenn dann selbst der bvh der Stadt Hamburg eine Abfuhr erteilt und den Versandhandelskongress im kommenden Jahr nicht nach Hamburg, sondern nach Berlin holen will, dann sind das deutliche Zeichen, die sich auch mit noch so irreführender PR alleine nur schwer wettmachen lassen.
Mit halbseidenen PR-Meldungen wie diesen tut man sich jedenfalls nichts Gutes und ramponiert auf Dauer vor allem seinen guten Ruf.
