Otto will es zum großen Finale noch einmal so richtig krachen lassen. Auch wenn das letzte Geschäftsjahr bitter war: Trotz Neckermann-Pleite reichte es unterm Strich nur zu einem mageren Umsatzplus von 31 bis 35 Mio. Euro (Otto spricht von "rund zwei Prozent"), während andere Katalogversender laut bvh auf +6% kamen und der Versandhandel insgesamt um +15% zulegte:
Mit einer Pressemeldung, wie man sie sonst so nur von Startups kennt, die händeringend frisches Kapital brauchen, versucht Otto die Stimmung zu drehen, die zuletzt nicht nur durch einen Abgesang im Manager Magazin getrübt wurde. Selbst in der Masse der Bevölkerung hat nach Amazon und Ebay nun auch Zalando Otto den Rang abgelaufen.
"Den höchsten Gewinn seit über einem Jahrzehnt", meldet die Otto-PR und misst Otto dabei an einem der magersten Jahrzehnte aller Zeiten, das im wesentlichen geprägt war vom eigenen Niedergang.
Ein Blick auf die Umsatzentwicklung, und man ahnt, wo Otto heute stünde ohne die Quelle- und Neckermann-Effekte der letzten Jahre. Otto ist jetzt als Ottosaurus Rex der letzte seiner Art, und mit weiteren Sondereffekten ist nicht mehr zu rechnen. Otto muss sich künftig am Online-Wettbewerb messen lassen.
Das laufende Sanierungsprogamm scheint zumindest kostenseitig Wirkung zu zeigen. Wie Otto dabei vorgeht, wurde unlängst bei den Sparmaßnahmen in der Buchhaltung deutlich.
Strategisch hat Otto allerdings weiter nichts Bahnbrechendes vorzuweisen. Deshalb bleibt das weitere Schicksal auch für Otto so gut wie vorgezeichnet ("Wo steht der sterbende Handel – heute und in 5 Jahren?").
Frühere Beiträge zum Thema:
