Wer immer sich das insolvente Netrada schnappt ("Netrada intensiviert die Investorensuche"), sichert sich einen schönen Vorsprung in einem der wichtigsten (Online-)Modesegmente.
Aus Marktsicht ist es deshalb nicht unspannend, die möglichen Optionen durchzuspielen:
- Was würde es für den Markt bedeuten, wenn Zalando das Online-Geschäft von Esprit & Co. übernehmen würde?
- Was, wenn Amazon sich den Standort Hannover doch noch sichert? Und zugleich das Modegeschäft weiter forciert.
- Was, wenn Ebay Netrada in seine Ebay Enterprise Aktivitäten integriert, die es im Rahmen der GSI-Übernahme erworben hat?
- Was, wenn Rakuten zuschlägt, das sich in Japan als großen Online-Modeplayer feiert? Und zuletzt schon in Frankreich und den USA zwei Übernahmen im Logistikbereich vermeldet hat.
- Was, wenn die expansionsfreudigen Skandinavier auf diese Weise hierzulande im Online-Modemarkt noch stärker Fuß fassen?
Dutzende von Anfragen sollen beim Insolvenzverwalter eingegangen sein. Und selbst der Netrada-Gründer soll wieder Morgenluft wittern.
Am wahrscheinlichsten ist sicherlich, dass einer der direkten Konkurrenten zuschlägt. Aber wer weiß: Derzeit ist völlig offen, wo Netrada letztendlich landen wird.
Eine Entscheidung soll bis Ende des Jahres fallen. Und egal, wie sie ausfallen wird. Sie wird den Online-Markt für Mode gehörig durcheinanderwirbeln.
Mit dem Fall Netrada hatten wir uns auch ausführlich in den Exchanges #24 ("Die fragile Welt des E-Commerce") befasst, eine der populärsten Exchanges-Ausgaben bisher.
Frühere Beiträge zum Thema:
- Debatte: Haben sich Full-Service-Modelle in der Logistik überlebt?
- Bitte melden: Netrada intensiviert die Investorensuche
- Netrada-Insolvenz: Die Banken wollen erstmal stillhalten
- Netrada-Investoren schreiben 500 Mio. Euro in den Wind
- Netrada soll das Wachstum zum Verhängnis geworden sein
- Wie Esprit Netrada in den Abgrund zieht – und umgekehrt
- Netrada Europe: Die Stellungnahme des Insolvenzverwalters
- Netrada: Was in den Monaten vor der Insolvenz geschah
