Amazons Unschlagbarkeit ist mythenumrankt („Exchanges #124: Mythos Amazon“), über die Defizite weiß man so gut wie nichts („Exchanges #51: Wie Amazon mit seinen Schwächen umgeht“).
Jahrelang hat Amazon die Marktforschung nicht interessiert. So weiß niemand, wie die „bösen“ Amazon-Kunden wirklich ticken, geschweige denn, was sie von anderen Online-Shoppern unterscheidet.
Eingeholt von den Realitäten („Vielbesteller treiben bereits ein Drittel des Online-Marktes“) scheint „das böse Amazon“ nun allerdings doch noch zum Forschungsgegenstand zu werden:
Bemerkenswert ist die folgende Darstellung aus der jüngsten Hermes-Vertriebsstudie des ECC, die Amazon-Fans zeigt im Vergleich mit typischen Vielbestellern, vor allem aber im Vergleich mit der nächsten Generation der Online-Shopper(innen):
Dass Amazon wie gemacht ist für Männer, das versteht sich von selbst. Dass mangels besserer Alternativen auch viele Frauen Amazon nutzen, das ahnt man („Exchanges #61: Wenn Frauen shoppen“).
Im Vergleich zum typischen Vielbesteller scheint Amazon jedoch ein prinzipielles Defizit bei Frauen zu haben, die ihre Kleidung dann doch lieber bei Zalando & Co. kaufen.
In Probleme dürfte Amazon aber spätestens bei der nächsten Generation laufen, wenn sich die Situation dreht und auch im (Online-)Shopping Frauen den Ton angeben.
Amazons größte Schwäche ist es, dass es alles für alle sein will, mit seinem One-For-All-Ansatz aber nicht bei allen Kundengruppen gleich stark sein kann. Dies bietet erhebliche Chancen für Newcomer und potenzielle Angreifer. Zalando macht es gerade vor.
Von Facebook über Whatsapp, Instagram oder Pinterest gibt es kaum noch einen massenattraktiven Web-Trend, der nicht von Frauen getrieben wird. Das wird sich auch auf den E-Commerce übertragen.
Wer im E-Commerce/Mobile Commerce die Bedürfnisse von Frauen ignoriert, tut dies weiter auf eigene Gefahr.
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