Mit dem stationären Handel verschwinden auch viele Fachblätter, deren Geschäftsmodell im Wesentlichen darin besteht, ihren Abonnenten und Anzeigenkunden nach dem Mund zu reden.
Entsprechend viel Trost und Zuspruch findet sich dort für die Verbliebenen.
Das strukturelle Branchenversagen ist kein Thema, Kritik Fehlanzeige. Jede neue Filiale ein Grund zum Jubeln, und jede Pleite ein bedauerlicher Einzelfall.
Und statt echter Zukunftsperspektiven gibt es sehr viel Nostalgie und Sehnsucht nach den guten alten Zeiten.
Am Offensichtlichsten ist der Niedergang gerade in der Buchbranche.
Heile Welt in Burladingen
Aber auch eine Textilwirtschaft spielt am liebsten „Heile Welt in Burladingen“. Ähnlich wie die Lebensmittelzeitung konnte sie unlängst ihren 75sten feiern. Und auch da war man schon jeweils geneigt zu sagen: 75 Jahre – und man merkt euch jedes einzelne Jahr an!
Irgendwie gibt es sie noch, aber ihre Relevanz haben die Blätter längst verloren. Gegen den Niedergang ihrer Branchen schreiben sie nicht an und eine Vorstellung davon, wie die Zukunft aussehen könnte, haben sie ebenso wenig entwickelt.
Statt als Gestalter des Umbruchs profilieren sie sich weiter als Chronisten des Niedergangs. Ihr Verschwinden ist da allenfalls eine Frage der Zeit.
Frühere Beiträge zum Thema:
