Noch wird die Währungskrise gerne als "Finanzkrise" abgetan. Doch, mal
ehrlich, welcher vernünftig denkende Mensch hat auf Dauer Lust, seine
privaten Ersparnisse, also zunehmend die Altersvorsorge, in Währungen
angelegt zu sehen, die zunächst von Finanzjongleuren und nun von
Regierungen freizügig als Spielgeld für sog. Hilfs- und
Konjunkturpakete missbraucht werden können?
Die Zeit beschreibt die Währungskrise ("Unglaublich! Wirklich?") in der aktuellen Ausgabe sehr gut und verdeutlicht vor allem, wie eine Einheitswährung wie der Euro das Krisenmanagement eher erschwert denn erleichert:
"Spanien, Irland, Portugal: Auch Euro-Länder könnten pleitegehen. Die
Furcht davor setzt die Währung schon jetzt einem Stresstest aus (…)
Die Krisenländer können ihre Währungen nicht abwerten, um den Export
anzukurbeln.
Sie können auch nicht die Notenpresse anwerfen – wie es
die US-Zentralbank angekündigt hat, um die Schulden der Regierung
notfalls mit frischem Geld zu begleichen."
Geldscheine sind Schuldscheine. Und so wundert man sich, wie schwer es den Medien fällt, über den prekären Zustand der Geld- und Währungssysteme aufzuklären geschweige denn frühzeitig Perspektiven aufzuzeigen, die nicht in Doom-Szenarien enden.
Immerhin: Die längst überfällige Entwertung des Dollars scheint beschlossene Sache ("US Notenbank lässt Notenpresse schneller rotieren"); andere Währungen werden notgedrungen folgen müssen.
Warum also den kollabierenden Systemen einfach so zusehen und nicht schon mal über alternative Währungssysteme nachdenken, die weitaus weniger krisenanfällig sind?
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