Web-Währungen: Was kommt nach der Währungskrise? (2)

Noch wird die Währungskrise gerne als "Finanzkrise" abgetan. Doch, mal
ehrlich, welcher vernünftig denkende Mensch hat auf Dauer Lust, seine
privaten Ersparnisse, also zunehmend die Altersvorsorge, in Währungen
angelegt zu sehen, die zunächst von Finanzjongleuren und nun von
Regierungen freizügig als Spielgeld für sog. Hilfs- und
Konjunkturpakete missbraucht werden können?

Die Zeit beschreibt die Währungskrise ("Unglaublich! Wirklich?") in der aktuellen Ausgabe sehr gut und verdeutlicht vor allem, wie eine Einheitswährung wie der Euro das Krisenmanagement eher erschwert denn erleichert:

"Spanien, Irland, Portugal: Auch Euro-Länder könnten pleitegehen. Die
Furcht davor setzt die Währung schon jetzt einem Stresstest aus (…)

Die Krisenländer können ihre Währungen nicht abwerten, um den Export
anzukurbeln.

Sie können auch nicht die Notenpresse anwerfen – wie es
die US-Zentralbank angekündigt hat, um die Schulden der Regierung
notfalls mit frischem Geld zu begleichen."

Geldscheine sind Schuldscheine. Und so wundert man sich, wie schwer es den Medien fällt, über den prekären Zustand der Geld- und Währungssysteme aufzuklären geschweige denn frühzeitig Perspektiven aufzuzeigen, die nicht in Doom-Szenarien enden.

Immerhin: Die längst überfällige Entwertung des Dollars scheint beschlossene Sache ("US Notenbank lässt Notenpresse schneller rotieren"); andere Währungen werden notgedrungen folgen müssen.

Warum also den kollabierenden Systemen einfach so zusehen und nicht schon mal über alternative Währungssysteme nachdenken, die weitaus weniger krisenanfällig sind?

Frühere Beiträge zum Thema:



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  1. „Geldscheine sind Schuldscheine“
    Das ist Debitismus ( http://de.wikipedia.org/wiki/Debitismus ), so sehr dieses Modell, vor allem zur Zeit, einleuchtet. „In der etablierten akademischen Wirtschaftswissenschaft wird der Debitismus nicht zur Kenntnis genommen.“
    Den Medien fällt es deshalb schwer, weil wir immer noch im Waren-Austausch-Zentristischen Weltbild leben.
    Mir hat auch noch keiner sagen können warum Debitismus als Modell so falsch wäre.
    Man kann sicherlich nicht jedes Geld ‚debitistsich‘ nennen, gerade im griffigen Allttagsleben. Morgens beim Bäcker ist mein Geld schon noch brezen-gedeckt.
    Leerverkäufe und 10% Eigenkapitalquaote lassen sich damit aber schon erklären.

  2. Du setzt Brezen als Währungsmittel ein? ;-)
    Ich finde den Ansatz als Denkmodell gar nicht schlecht. Solange man Geld nur als Tauschmittel nutzt, muss man sich über den Ursprung auch keine Gedanken machen.
    Aber in Situationen, in denen Schuldscheine platzen können, lohnt es sich mal wieder darüber nachzudenken, wie Geld eigentlich entsteht.

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