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Debatte: Wieviel dürfen eBooks kosten?

Der Buchmarkt hat ein sehr bezeichnendes Interview mit Michael Justus, dem kaufmännischen Geschäftsführer des S. Fischer Verlags, zum Preis von eBooks. Wäre es nicht so traurig, ist es sehr amüsant zu lesen, wie sich die Verlagsbranche gerade anschickt, dieselben fatalen Fehler zu begehen wie die Musikindustrie:

"Sicher erwarten viele, dass E-Books billiger verkauft werden als
gedruckte Bücher. Die Hersteller von E-Readern zum Beispiel hätten das
gern, um ein Preisargument für die Vermarktung ihrer (voraussichtlich
recht teuren) Geräte zu haben. Darauf einzugehen, wäre für die Verlage
so etwas wie Selbstmord aus Angst vor dem Tode.

Ihre Alternative zum Selbstmord?

Als Ausweg sehe ich nur darin, aus E-Books echte Qualitätsprodukte
zu machen, die dem Leser andere, aber genauso viele Vorteile bieten wie
gedruckte Bücher: ein frei wählbarer Schriftgrad beispielsweise,
komfortable Suchmöglichkeiten im Text, ein verlinktes Register,
interaktive Elemente, vielleicht irgendwann passende Musikuntermalung
oder was auch immer an Möglichkeiten, die gedruckte Bücher – oder
Raubkopien! – nicht bieten können."

Es lebe der "frei wählbare Schriftgrad"! (Nicht nur) wer Kevin Kellys Buch zur Network Economy (s. vorigen Beitrag) liest, dem dürfte klar sein, wieviel eBooks auf absehbare Zeit kosten werden: so gut wie nichts.

Und wie genau dadurch eine Fülle von neuen Geschäftsmodellen und Erlösströmen entsteht. Vielleicht nicht für die Verlage, aber für selbstbestimmte Autoren wie Stephen Fry, der gerade kurz davor ist 100.000 Twitterfans zu begeistern.

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