In seinem neuesten Interview mit der Bild-Zeitung gibt sich Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick hilfloser denn je ("Arcandor-Chef Eick fleht den Staat um Hilfe an: "Ohne Bürgschaft droht uns die Pleite")
Nach einer kurzen Besinnungsphase Mitte der Woche und einer Goodwill-Aktion mit Metro-Chef Cordes schaltet der Konzern wieder auf stur und schiebt die volle Verantwortung der Regierung zu ("Karstadt macht Staatshilfe zur Bedingung"):
"Eine privatwirtschaftliche Lösung ist für uns nur eine Alternative, wenn wir auch Geld kriegen"
Im Vergleich zur volkswirtschaftlich wichtigen Autoindustrie droht Arcandor derzeit im allgemeinen Trubel unterzugehen, zumal große Teile der vom Konzern vertriebenen Waren längst nicht mehr im Land produziert werden und vom Konzern keine Zulieferer abhängen.
Arcandor hatte im April auf der Hauptversammlung einen mit heißer Nadel gestrickten Notfallplan vorgestellt, der laut Arcandor-Chef Eick "in normalen Zeiten von den Banken finanziert worden wäre", und danach wochenlang darum gekämpft, dass die Gläubigerbanken einen Bürgschaftsantrag unterstützen.
Seit drei Wochen versucht Arcandor, über die Bildzeitung Stimmung zu machen und die Regierung unter Druck zu setzen. Bisher hält diese jedoch an ihren Prinzipien fest.
