Das Angenehme an den ACTA-Zahlen (PDF) ist, dass sie – im Gegensatz zu den vielen anderen Untersuchungen (von BITKOM bis bvh) – weder einseitig pro noch contra Internet eingestellt sind. In seinen jährlichen Repräsentativbefragungen ("Zentrale Trends der Internetnutzung") versucht das Allensbach-Institut die Situation so darzustellen, wie sie ist.
Entgegen des sonst von interessierter Seite so gerne bemühten Multi-Channel-Mythos ist dort denn auch deutlich zu erkennen, dass die Online-Nutzer sehr genügsam sind, was den Kanal angeht: Wer sich online informiert, der kauft in der Regel auch online. Bei fast allen Kategorien ist dies mittlerweile so. Tendenz steigend.
Umgekehrt gilt dieser Schluss nicht. Und genau deshalb ist es so wichtig, den Online-Kanal als eigenständiges Standbein zu begreifen und auszubauen und nicht mit irgendwelchen Katalogangeboten zu "stützen", die die Online-Schwäche eher verdecken als ernsthafte Rückschlüsse über die Stärke und Nachhaltigkeit des eigenen Online-Angebots zulassen.
Die ACTA-Zahlen geben heute schon wichtige Hinweise, wie sich der Online-Kanal mittelfristig zum mächtigsten Kanal entwickelt. Gerade in Kombination mit der steigenden Vielbestellerquote.
Spannend ist zum Beispiel der Online-Boom bei den alten Nutzern, die in den letzten beiden Jahren stark aufgeholt haben, sowie die Nutzerstrukturen in den Social Networks (Facebook für jüngere Frauen, MySpace für jüngere Männer, Xing einsamer Spitzenreiter bei den (älteren) Männern):
Zu denken geben sollte den Händlern vor allem auch, dass sich die Nutzer über Produkte neben Preisvergleichsportalen vor allem auf Hersteller-Seiten informieren, nicht aber auf Händlerseiten. Eine der Hauptaufgaben für (Online-)Händler ist es deshalb, ihr Profil zu schärfen und die eigenen Rolle neu zu definieren, um den Menschen auch online wieder echte Mehrwerte – jenseits der reinen Bestellabwicklung – bieten zu können.
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