ACTA 2009: Der Online-Kanal ist sich selbst genug

Das Angenehme an den ACTA-Zahlen (PDF) ist, dass sie – im Gegensatz zu den vielen anderen Untersuchungen (von BITKOM bis bvh) – weder einseitig pro noch contra Internet eingestellt sind. In seinen jährlichen Repräsentativbefragungen ("Zentrale Trends der Internetnutzung") versucht das Allensbach-Institut die Situation so darzustellen, wie sie ist.

Entgegen des sonst von interessierter Seite so gerne bemühten Multi-Channel-Mythos ist dort denn auch deutlich zu erkennen, dass die Online-Nutzer sehr genügsam sind, was den Kanal angeht: Wer sich online informiert, der kauft in der Regel auch online. Bei fast allen Kategorien ist dies mittlerweile so. Tendenz steigend.

Acta2009online

Umgekehrt gilt dieser Schluss nicht. Und genau deshalb ist es so wichtig, den Online-Kanal als eigenständiges Standbein zu begreifen und auszubauen und nicht mit irgendwelchen Katalogangeboten zu "stützen", die die Online-Schwäche eher verdecken als ernsthafte Rückschlüsse über die Stärke und Nachhaltigkeit des eigenen Online-Angebots zulassen.

Die ACTA-Zahlen geben heute schon wichtige Hinweise, wie sich der Online-Kanal mittelfristig zum mächtigsten Kanal entwickelt. Gerade in Kombination mit der steigenden Vielbestellerquote.

Spannend ist zum Beispiel der Online-Boom bei den alten Nutzern, die in den letzten beiden Jahren stark aufgeholt haben, sowie die Nutzerstrukturen in den Social Networks (Facebook für jüngere Frauen, MySpace für jüngere Männer, Xing einsamer Spitzenreiter bei den (älteren) Männern):

Acta2009networks

Zu denken geben sollte den Händlern vor allem auch, dass sich die Nutzer über Produkte neben Preisvergleichsportalen vor allem auf Hersteller-Seiten informieren, nicht aber auf Händlerseiten. Eine der Hauptaufgaben für (Online-)Händler ist es deshalb, ihr Profil zu schärfen und die eigenen Rolle neu zu definieren, um den Menschen auch online wieder echte Mehrwerte – jenseits der reinen Bestellabwicklung – bieten zu können.

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Kategorien:Uncategorized

  1. Das Händler sich selbst als Marke begreifen ist nach wie vor eher die Ausnahme als die Regel. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel ;-) Aber Absatzvolumen erreicht man langfristig, insbesondere unter Longtail-Gesichtspunkten, eben nicht nur über den Preis, sondern auch um das Umfeld, wie sich der Händler gegebenüber dem Customer positioniert – den Kaufentscheidungen sind auch im eCommerce selten rational.

  2. Schöner Artikel! Danke!
    Aber woher kommt die Interpretation:
    „Wer sich online informiert, der kauft in der Regel auch online“
    97% der Befragten recherchieren vor Käufen online. Aber man kann ja noch lange nicht sagen, dass 97% der Käufe online getätigt werden. Oder habe ich dich jetzt falsch verstanden?

  3. Als Vergleich fände ich hier interessant, wie die Zahlen für andere Kanäle aussehen. Wie viel Prozent der Leute, die sich z.B. im Katalog informieren kaufen danach online oder nutzen noch die konservativen Möglichkeiten.

  4. Also diese Zahlen kennen wir ja nun zur Genüge von bvh & Co. Es sind ausreichend viele, so dass sich die Katalogversender ermuntert sehen, ihre Multi-Channel-Strategien darauf aufzubauen.
    Maßgeblicher sind aber die obigen Zahlen. Denn sobald die Kunden mal das Internet für sich entdeckt haben, kehren sie nie wieder zurück – und wechseln zu „vernünftigen“ Online-Anbietern wie Amazon & Co.

Trackbacks

  1. Vielbesteller treiben bereits ein Drittel des Online-Marktes – Exciting Commerce im 12. Jahr

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