Wie Neckermann heute bekanntgab, befindet sich der Katalogversender weiter im Abwärtsstrudel ("Letzte Hoffnung Internet"). Trotz Quelle-Pleite rechnet Neckermann für 2009 nur noch mit Umsätzen in Höhe von 747 Mio. Euro (-9%):
Nichtsdestotrotz haben die Investoren die Gnadenfrist für Neckermann um zwei weitere Jahre verlängert. Ursprünglich wollte Sun Capital Neckermann bis 2010 profitabel sehen. Jetzt kann sich Neckermann für den Umschwung bis 2012 Zeit lassen.
Die Neckermann-Geschäfte führt seit April 2009 Henning Koopmann, der bis Februar 2009 Quelle-Chef war und inzwischen eine ganze Reihe von Quelle-Leuten zu Neckermann gelotst hat.
Entsprechend malt auch die Pressemeldung – in guter alter Quelle-Tradition – ein rosarotes Bild vom Zustand des Unternehmens. Da Neckermann nach dem Ausfall von Primondo/Arcandor dringend neue Investoren braucht, gibts nicht nur Geschäftszahlen (die ersten seit 2 Jahren), sondern die Pressemeldung auch auf englisch
Dass Neckermann Quelle überlebt hat, ist die eigentliche Sensation dieser Tage. Recht viel mehr dürfte für Neckermann auch nicht mehr zu erreichen sein. Denn Neckermann weiß im Gegensatz zu Quelle selber am allerbesten, was die kommunizierten 60% Online-Anteil wert sind, wenn man den Katalog abschafft und komplett auf online umstellt.
Nachtrag: Wers lieber etwas zuversichtlicher mag: Die FAZ hat Neckermann einen PR-Artikel spendiert
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