Website-Icon Exciting Commerce

Mass Customization goes Fashion Industry

von Anissa Stettner

Kleider, die auf der Stange schön aussehen, getragen dann aber ein Flop sind, weil es hier und da dann doch nicht so ganz passt – bei Stangenware nicht ausgeschlossen, denn wer hat schon Industrie"standard"maße? Und wer hat das Geld, sich die gesamte Obergarderobe auf den Leib schneidern zu lassen? Oder die Zeit (, Geduld und -wiederum- Geld), alles selber zu machen?

Hier kommt Mass Customization ins Spiel, quasi als Mittelweg zwischen Stangenware und Maßanfertigung, denn es erlaubt Kunden zum Beispiel, sich aus einem Fundus vorgegebener Module die ganz eigene, individuelle Garderobe anfertigen zu lassen. Customization fängt bei Businessmodellen wie das ganz individuelle Paar Sportschuhe designen an, aber die Möglichkeiten reichen viel weiter, ermöglichen noch viel mehr interessante Konzepte.

Um das Konzept "Mass Customization" speziell im Bereich der Textilindustrie bekannter zu machen, wurde nun ein toller Lehrfilm entwickelt, der umsonst bei Vimeo angesehen (und verbreitet) werden kann. Er ist auf Initiative von Frank Piller entstanden. Der Film begleitet und erläutert das Prinzip am eigens gestarteten Projekt SERVIVE, welches zum einen Aufklärungsarbeit leisten möchte, zum anderen ein praktisches Spielfeld zum Erkunden der Möglichkeiten von Mass Customization im Bereich Fashion bietet. Klar wird dabei auch, dass es sich hierbei schon längst nicht mehr nur um Zukunftsmusik handelt.

Create Your Own – Mass Customisation from Sue J-J on Vimeo.

Gegen Ende des Films kommen Designstudenten zu Wort, die zum Beispiel meinen, dass Mass Customization auf jeden Fall kontrolliert werden sollte, denn es seien immer noch die Designer, die zum Beispiel die Mode vorgeben, und nicht die Kunden.

Die wirklich interessante Frage ist dabei aber, wie wird die Aufgabe des Designers in Zukunft definiert werden? Erinnert mich ein wenig an das Interview, welches Philippe Starck vor drei Jahren der Zeit gab.

[hat tip @leanderwattig]

Der Vollständigkeit halber darf eigentlich auch dieser Hinweis nicht fehlen: Deutschlands erste Konferenz speziell für diesen Sektor fand just Ende Mai in Berlin statt. Auf der CYO (Create Your Own) tauschten sich Spezialisten und Interessierte aus, es gab einen Tagesworkshop und eine Ausstellung.

Ebenfalls nett gemacht ist der Promofilm von Open Garments, der noch einmal einige Möglichkeiten aufzeigt (z.B. Mass Customization unter Einbindung von Social Media und eCommerce):

Dieser Beitrag von Anissa Stettner erschien ursprünglich bei handmade2.0

Frühere Beiträge zum Thema:

Die mobile Version verlassen