Mobile ist derzeit vor allem ein Innovations- und Profilierungsthema. Die Marktrelevanz – speziell für den (Online-)Handel – ist noch sehr gering. Das wird deutlich, wenn man die mobile Internetnutzung heute mit der Entwicklung der Internetnutzung seit 1997 vergleicht.
Mit 23% liegt die Internetnutzung auf mobilen Geräten heute noch gut 5 Prozentpunkte unter dem Niveau von 28,6%, das die Internetnutzung 2000 erreicht hatte. Das zeigen die Marktforschungsergebnisse der ARD-ZDF-Onlinestudie, die diese Woche erschienen ist. Spannend zu lesen sind vor allem die Ausführungen zum mobilen Nutzungsverhalten (PDF), aus dem die folgenden Charts stammen:
Nur mit einigem Glück werden 2013 die knapp 29% von 2000 erreicht.
Mit einer für E-Commerce-Anwendungen sinnvollen Marktdurchdringung von 50% und mehr ist nicht vor 2015 zu rechnen, eher später, da die Entwicklung im mobilen Bereich weit weniger dynamisch verläuft als die Online-Entwicklung Ende der 90er Jahre:
Tablets, die große Hoffnung für den Mobile Commerce, haben weiter vor allem Showcase-Status. Sie werden mit 4% hierzulande noch kaum genutzt:
Aufgrund der Marktzahlen gehen wir deshalb weiter davon aus, dass die großen Marktpotenziale für den E-Commerce in den kommenden Jahren – noch jenseits von Mobile – vor allem in der Erschließung konsumfreudiger Bevölkerungsschichten liegen werden, die aktuell online noch (zu) wenig aktiv sind. Auch zu den bestehenden Online-Potenzialen liefert die ARD-ZDF-Onlinestudie (PDF) wertvolle Einschätzungen.
PS: Soll natürlich nicht heißen, dass Mobile überhaupt kein Thema wäre. Mobile Anwendungen für die unter 30-Jährigen haben bei einer Marktdurchdringung von 45% (siehe Chart) sicherlich auch heute schon ihre Berechtigung. Bei den über 30-Jährigen fällt dieser Wert allerdings extrem stark ab.
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