Mobile-Nutzung liegt 2012 unter dem Online-Niveau von 2000

Mobile ist derzeit vor allem ein Innovations- und Profilierungsthema. Die Marktrelevanz – speziell für den (Online-)Handel – ist noch sehr gering. Das wird deutlich, wenn man die mobile Internetnutzung heute mit der Entwicklung der Internetnutzung seit 1997 vergleicht.

Mit 23% liegt die Internetnutzung auf mobilen Geräten heute noch gut 5 Prozentpunkte unter dem Niveau von 28,6%, das die Internetnutzung 2000 erreicht hatte. Das zeigen die Marktforschungsergebnisse der ARD-ZDF-Onlinestudie, die diese Woche erschienen ist. Spannend zu lesen sind vor allem die Ausführungen zum mobilen Nutzungsverhalten (PDF), aus dem die folgenden Charts stammen:

Mobileinternetnutzung2012

Nur mit einigem Glück werden 2013 die knapp 29% von 2000 erreicht.

Mit einer für E-Commerce-Anwendungen sinnvollen Marktdurchdringung von 50% und mehr ist nicht vor 2015 zu rechnen, eher später, da die Entwicklung im mobilen Bereich weit weniger dynamisch verläuft als die Online-Entwicklung Ende der 90er Jahre:

Internetnutzung

Tablets, die große Hoffnung für den Mobile Commerce, haben weiter vor allem Showcase-Status. Sie werden mit 4% hierzulande noch kaum genutzt:

Mobilenutzung

Aufgrund der Marktzahlen gehen wir deshalb weiter davon aus, dass die großen Marktpotenziale für den E-Commerce in den kommenden Jahren – noch jenseits von Mobile – vor allem in der Erschließung konsumfreudiger Bevölkerungsschichten liegen werden, die aktuell online noch (zu) wenig aktiv sind. Auch zu den bestehenden Online-Potenzialen liefert die ARD-ZDF-Onlinestudie (PDF) wertvolle Einschätzungen.

PS: Soll natürlich nicht heißen, dass Mobile überhaupt kein Thema wäre. Mobile Anwendungen für die unter 30-Jährigen haben bei einer Marktdurchdringung von 45% (siehe Chart) sicherlich auch heute schon ihre Berechtigung. Bei den über 30-Jährigen fällt dieser Wert allerdings extrem stark ab.

Frühere Beiträge zum Thema:



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43 replies

  1. Mobile Commerce in Richtung der Smartphones entwickelt sich in der Tat langsam und hier bin ich auch bei dir in der Einschätzung. Q1 2011 zu Q1 2012 gab es bei den Smartphones nur eine Entwicklung von 4,23% auf 5,35% der Website Besucher.
    Sobald man jedoch die Tablets betrachtet wird es spannend. Diese fallen ja auch unter Mobile Commerce und bringen eine ganz andere Dynamik mit sich. Die ganze Kategorie ist ja gerade eimal etwas über zwei Jahre alt und hat es von Q1 2011 zu Q1 2012 von 1,66% auf 6,52% der Website Besuche geschafft. Das sind 348% Wachstum in einem Jahr.
    Ich bin schon gespannt auf die Zahlen zum Ende des jetzigen Jahres nach Erscheinen des Nexus 7 und des Surface neben den iPads.
    Die Infografik mit den o.a. Zahlen und noch mehr findet sich hier: http://www.couchcommerce.com/blog/2012/7/18/couch-commerce-infographic-how-tablet-shoppers-are-changing.html

  2. Bei aller Liebe, aber die Nutzungszahlen für Tablets sind unterirdisch. 4% der Deutschen nutzen Tablets, das ist aus E-Commerce-Sicht weder ein Markt, noch nicht einmal ein Märktchen.
    Die Zeit vom Erscheinen bis zum Marktdurchbruch der Geräte wird in den Kalkulationen leider vergessen.
    Relevant sind Wachstumszahlen doch erst, wenn ein bestimmtes Minimum an Verbreitung erreicht ist.
    Und bis 40-50% der Deutschen Tablets haben, die sie dann zumindest sporadisch fürs Shopping nutzen, werden noch ein paar Jahre ins Land gehen.
    Da fahren Kindle & Co. einfach eine bessere Strategie, weil sie eBook-Reader zu Kampfpreisen in den Markt drücken.

  3. Da sieht man mal, dass man solche Studien nicht immer für Münze nehmen sollte: In der Praxis liegt der Tablett-Anteil bei uns signifikant höher. Nämlich um den Faktor 2 bis 3. Bei anderen Shopbetreibern, mit denen ich mich austausche, sieht es in den Logfiles ähnlich aus.

  4. Ergänzend sei noch gesagt, dass in unseren Logfiles doppelt so viele iPads wie iPhones auftauchen – also ein komplett anderes Verhältnis, als es in der Studie behauptet wird.
    Mein Fazit: Die Tabletts klein zu reden, wäre eine ziemliche Fehleinschätzung. Nach dem Ende der Weihnachtssaison werden noch mehr Tablettnutzer durch die deutschen Onlineshop geistern.

  5. Was ist nun eigentlich Dein Punkt? Weil die eCommerce-Relevanz von mobile (noch) unterirdisch ist, sollte man den Markt liegen lassen und 5 Jahre warten, bis mehr Leute ein z.B. iPad haben? Wenn das Amazon & Co. im Jahre 2000 beim Internet genauso gemacht hätten, wären sie heute nicht da wo sie sind. Was diese Studie nämlich verschweigt, ist, dass iPad-User im CLV 10x wertvoller sind als normale Web-User. Vielleicht braucht noch nicht jeder kleine 500k-Umsatz-Shop eine iPad App, aber bei den grösseren kann sich das bereits jetzt lohnen. Nicht alle eCommerce-Leiter, die ne App in Auftrag geben, erliegen dem Spiel- und Herdentrieb, sondern schauen sich die Sache genau an, bevor sie das Geld da investieren.

  6. soweit ich das einschätze ist die methodik der studie von vorgestern: telefoninterviews auf basis festnetzanschlüsse – wer hat die heute eigentlich noch?? CATI..insofern wurden grosse teile der innovativen und jungen nutzer ausgeblendet und mit schlussfolgerungen sollte wir sehr sehr vorsichtig sein.
    „Grundgesamtheit für die Untersuchung ist
    die deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahren
    in Haushalten mit Telefonfestnetzanschluss in
    Deutschland.“

  7. Oder: Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast :-)

  8. Interessant, wie die mobile Entwicklung in D tatsächlich nur langsam vorwärts kommt. Die Zahlen von ARD/ZDF decken sich mit den uns vorliegenden (28%).
    Österreich und die Schweiz sind bzgl. mobile Nutzung hier jedoch deutlich voraus mit 42 rsp. 44% – daher geniesst das Thema hier eine andere Bedeutung. Nicht nur bei den Beratern, sondern va bei den Shopbetreibern.
    (http://www.slideshare.net/fullscreen/carpathia/must-have-mobile-commerce-executive-briefing/9)

  9. @Claus Fahlbusch: Hatte nach Ihrem Einwand erst gedacht: „Umfrage via Festnetzanschlüsse? So eine dämliche Methodik.“ Wenn man ehrlich ist, kann man daraus aber nicht ableiten, dass die erreichten Interviewpartner technisch rückständig wären. Immerhin bekommt man heutzutage bei der Bestellung des Internetanschlusses (via ADSL, Kabel etc.) das Festnetztelefon hinterhergeschmissen. Vor diesem Hintergrund dürfte die Verbreitung von Festnetzanschlüssen weiterhin hoch sein.

  10. Naja, ob die Methode nun repräsentativ ist oder nicht, sei mal dahin gestellt. Ich würde nur die Schlussfolgerung („Mobile spielt für eCommerce z.Z. keine Rolle“) stark anzweifeln. Es gibt jetzt schon WebShop im Fashion-Bereich, da macht die iPad-App mehr als 15% des Gesamtumsatzes. Die CR bei den iPads ist einfach mal auch wesentlich höher, dazu gibt es auch entsprechende Studien. Und was im B2B / eProcurement Umfeld gerade passiert, wird ja bei diesen Studien gar nicht betrachtet. Wie viele 1000 Vertreter rennen mit iPads durch die Gegend, erstellen darauf Angebote und verkaufen damit vor Ort. Das ist auch Mobile und auch eCommerce.

  11. es kommt halt immer darauf an, was man lesen/hören will.
    Ihr könnt doch nicht wirklich ne ARD/ZDF Studie nehmen und dann so eine Schlussfolgerung ziehen. Das was Christian Rothe schreibt ist absolut signifikant bei diversen Shops. Das könnten wir jetzt noch nach Branchen und Tageszeiten und dann genauer Zielgruppe sortieren usw …
    Dieser Beitrag, sorry, ist so flach und absurd … und noch mal sorry, so flach wie in letzter Zeit viele andere Artikel auch, wenn ihr denn mal eine Meinung sagt, also lasst es lieber und schreibt weiter nur was andere sagen noch mal ab …

  12. Haha, das ist ja mal ein lustiger Beitrag, der für mich nach einer Reaktion auf einen Email-Austausch zwischen mir und Herrn Krisch klingt.
    Die mobile Internetnutzung von 2012 mit 2000 überhaupt zu vergleichen ist doch völlig absurd! Man wird den Verdacht nicht los, dass man es hier mit Personen zu tun hat, die gar kein Smartphone besitzen.
    Auch wenn ich davon ausgehe, dass mein Beitrag hier einfach gelöscht wird – hier ein Ausschnitt meines letzten unbeantworteten Emails:
    „Wir sind mit Shopgate vor gerade einmal zwei Jahren gestartet und verzeichnen bei hohen siebenstelligen monatlichen Volumina ein durchschnittliches monatliches Wachstum von 21% in den letzten 18 Monaten. 21% Monat auf Monat. Auch im August.
    Viele unserer Kunden sind extrem erfolgreich damit und drehen Videos darüber. Eines von vielen Beispielen:


    Das sind Zahlen, die ich sehr genau kenne, weil es meine eigenen sind.
    Wenn Sie dann – ganz unabhängig von Shopgate – einmal sehen, was bei Ebay passiert, ist es unmöglich das Wachstum von Mobile zu ignorieren. Ebay:
    300 Mio. USD in 2009
    2 Mrd. USD in 2010
    5 Mrd. USD in 2011
    10 Mrd. USD erwartet in 2012, es werden eher 12 Mrd. USD sein.
    Wenn Sie auf YouTube die Reden von Herrn Donahoe (Ebay CEO) anschauen, ist die Botschaft zu 100% klar: Mobile first. – Bei dem Wachstum ist das auch kein Wunder.
    Die Teilnehmer vom K5 Kongress:
    – Amazon: dürfte wie Ebay mobil wachsen
    – Cyberport: 40.000 mobile Besucher pro Monat
    – Migros: bereits 11% im Leshop.ch
    – Otto: 15% der Umsätze über Mobile bis 2015
    … um nur einige zu nennen. Ich könnte Ihnen zu fast jedem Teilnehmer ähnliche Zahlen nennen und die, die noch nicht soweit sind, haben irgendwann einmal ein echtes Wettbewerbsproblem.
    Auch wissenschaftlich gibt es wenig Zweifel: Sämtliche Studien belegen, dass Mobile der Wachstumstreiber schlechthin ist. Die aktuellste Studie dazu wurde von PayPal Deutschland und uns in Auftrag gegeben: http://www.ecc-handel.de.
    73% aller Smartphone-Besitzer haben mobil bereits eingekauft. Und davon gibt es weltweit schon 600 Millionen bei einem zweitstelligen Wachstum jährlich. In jeder Minute werden über 1.000 Smartphones weltweit verkauft.. etc. etc.
    ************
    Das Wachstum hat auch überhaupt nichts mit den Experimenten zu tun, die es zum Glück gibt und die wir innovativen Menschen zu verdanken haben, welche keine Kosten und Mühen scheuen, die faszinierenden Möglichkeiten von Mobile für den Handel zu testen.
    Das Wachstum hat vielmehr mit einer grundsätzlichen Veränderung der Art und Weise zu tun, wie Menschen das Internet nutzen.
    Das Internet wird nicht mehr nur über stationäre PCs oder Notebooks, sondern zunehmend über Smartphones und Tablets besucht. Jeder iPhone-Besitzer, der sich selbst beobachtet, wird feststellen: Ausser in der Arbeit wird Internet häufiger über Smartphones und Tablets besucht als über Notebooks. –
    Das ist heute schon eine Realität, der sich der Handel stellen muss, wenn dieser stark wachsende Teil des eCommerce nicht komplett an Ebay, Amazon und den Kunden von Lösungen wie Shopgate überlassen werden soll.“

  13. Ich wundere mich, dass Ihr Euch auf Basis einer solchen Studie zu der genannten Schlussfolgerung hinreißen lasst… Wie schon erwähnt ist die Auswahl der Zielgruppe entscheidend für das Ergebnis einer Studie. Und wenn ich mir diese Ergebnisse so ansehe, dann spiegeln sie mit nichten die Realität wider. In zahlreichen Projekten im letzten Jahr hatten die Kunde durchgehend 9-15% Besucher über mobile Browser. Da ist dann schon mal Handlungsbedarf.
    Ich verstehe auch nicht ganz, wieso gesagt wird, dass eine Marktdurchdringung von mobile erst bei 50% Anteil für e-commerce zu sehen ist. Ich denke für jeden Shopanbieter sind 9 oder mehr % Besucher ein deutlicher Grund sich um das Thema zu kümmern. Weniger wird es sicher nicht mehr…

  14. ACTA, (N)Onliner Atlas und andere Studien kommen, was die mobile Nutzung angeht, aktuell noch zu ähnlich ernüchternden Ergebnissen.
    Mir ist klar, dass ich mich mit solchen Beiträgen in die Nesseln setze. Aber was hilft die New Economy Argumentation?
    Niemand bestreitet, dass Mobile künftig eine hohe Relevanz haben wird und dass auch heute schon mobil gesurft wird, aber die Frage ist doch: Ab wann ist ein Thema marktrelevant? Ab wann lohnt es sich in großem Stil darauf zu setzen?
    Der Online-Handel begann erst 2002/3 einigermaßen relevant zu werden. Natürlich wurden auch davor schon Online-Umsätze erzielt, in homöopathischen Dosen bei enormen Wachstumsraten.
    Zum Glück kann ja jeder Händler selbst entscheiden, ob er der Branchen-PR vertraut oder hin und wieder auch mal auf neutralere Untersuchungen blickt.
    Marktstudien sollte man generell kritisch betrachten. Nur würde ich mir wünschen, dass wenn, dann die vertriebsorientierten Studien ähnlich kritisch unter die Lupe genommen werden wie die Studie hier.

  15. Ist schon richtig. Nach meiner Erfahrung schauen sie die eCommerce-Manager i.d.R. als erstes ihre eigenen Logfiles an und keine Studien und entscheiden danach, ob das Thema relevant ist oder nicht. Aber noch mal, was ist Deine Aussage in dem Artikel? Im Zweifel lieber sein lassen?

  16. Jeder wie er will. Wenn überhaupt, dann: Mobile eilt nicht. Umsatz- und Wachstumstreiber ist das Thema jedenfalls noch nicht, das dauert noch ein paar Jährchen.
    Wer erste Erfahrungen sammeln will, kann und sollte das natürlich tun. Auch zur Profilierung ist es ideal. Es geht mir ja auch nicht darum, gegen Mobile zu argumentieren. Ich würde mir den Durchbruch speziell der Tablets lieber heute als morgen wünschen. Ich würde mir sogar spezielle Shoppingpads wünschen. Nur zu sonderlicher Euphorie geben die aktuellen Entwicklungen noch keinen Anlass.
    Und wenn ich sehe, was Apple und Samsung als die führenden Player gerade treiben http://gutjahr.biz/2012/08/apple-vs-samsung/ und wie unreif sich die Branche immer noch präsentiert, dann stimmt einen das nicht gerade optimistisch.

  17. Hallo Herr Krisch,
    3 Punkte möchte ich gerne dagegen halten. Und diese Zahlen kommen nicht aus Umfragen, Schätzungen oder Marktanalysen – sondern basieren auf realen Transaktionen über mobile (iphone, Android & iPad) Endgeräte im zanox Netzwerk.
    1. Ja, noch ist M-Commerce keine große Umsatzsäule für ein europäisches Performance Netzwerk wie zanox. Aber unser Partnernetzwerk in den UK verzeichnet mehr als 8% aller Umsätze über den mobilen Kanal – und wir sehen abhängig von Land & Branche überall jährliche Wachstumsraten beim mobilen Umsatz im dreistelligen Prozentbereich. Es ist also lediglich eine Frage der Zeit bis M-Commerce eine wirklich tragende Umsatzsäule darstellt.
    2.Diese Entwicklung ist umso beeindruckender vor der Tatsache, das viele Shops / Online-Angebote noch gar nicht mobile optimiert sind – wir sehen bei zanox etwa 1 Prozent aller Advertiser, die eine mobile optimierte Landingpage und mobiles Tracking anbieten.
    3. Das iPad spielt keine Rolle? Mehr als 50 Prozent unserer mobilen Umsätze werden über das iPad erzielt. Das sind bei 2 Millionen mobilen Transaktionen (die Diskussion ob das iPad ein mobiles Endgerät sei, hier mal ausgeschlossen) im Jahr 2011 mehr als eine Millionen Transaktionen. Und der Wert des iPad Einkaufskorbes liegt über dem vergleichbaren Wert im stationären E-Commerce.
    Zum Abschluss ein kurzer Disclaimer: die Zahlen stammen aus dem zanox „Mobile Performance Barometer“ – und ich bin dort als Pressesprecher tätig.

  18. Ich denke „Umsatz- und Wachstumstreiber ist das Thema jedenfalls noch nicht, das dauert noch ein paar Jährchen.“ stimmt absolut! Aber daraus zu schließen, dass Mobile nicht eilt ist fatal!
    Es geht ja nicht unbedingt immer nur darum Wachstum zu machen. Das mobile Thema ist aktuell eher unter „Umsatzerhaltung“ zu sehen. Denn die Shopbetreiber können sich ja nicht gegen das surfen auf mobilen Geräten wehren. In so fern kommen immer mehr Kunden auf die Shops und finden dort nicht optimierte, im schlimmsten Fall kaputte Shops vor. In so fern sehe ich da dringenden Handlungsbedarf, um der Verschiebung des Traffics gerecht zu werden.

  19. @Heiko Lammers Danke für den Disclaimer. Ich kenne derlei Zahlen – und wohl niemand ist derzeit besser untersucht als die kleine, aber feine mobile Nutzerschaft.
    Das sind alles hervorragende Hinweise auf eine – im positiven Sinne – wunderbare mobile Zukunft. Aber wie Sie selbst sagen: Es bleibt eine Frage der Zeit.
    @alle Ich fände es deshalb spannend zu erfahren, ab wann denn den Experten-Einschätzungen zufolge zumindest jeder zweite Deutsche mobil surfen wird.

  20. Ich verstehe das nicht. Die Zahlen, die ich oben genannt habe: Soll man die alle ignorieren? –
    Wie würden Sie sich unser Wachstum bei Shopgate erklären? – Das hat wenig mit Branchen-PR zu tun. Ich muss damit 47 Mitarbeiter finanzieren; das ist ziemlich konkret am Ende des Monats fällig. :)
    Die anderen Zahlen (Ebay, Amazon, LeShop, Cyberport u.v.m.): Denken Sie, dass sich ein börsenkotiertes Unternehmen wie Ebay irreführende Informationen leisten kann? Die wachsen mit 200%+ im Mrd-USD-Bereich…
    Wie gehen Sie mit dem (offensichtlichen) Use Case des mobilen Preisvergleiches und der mobilen Suche um? – Es hat doch wenig mit Experimentieren zu tun, wenn jemand unterwegs Preise vergleicht.
    Was würden Sie einem Händler raten, der in seinen Analyse-Tools jedes Jahr 300%+ Wachstum und 15% Anteil von Mobile am Gesamt-Traffic sieht? Davon kann ich Ihnen eine ganz Reihe über verschiedene Branchen verteilt nennen. – Soll er diese Kunden einfach ignorieren und eine tiefe Conversion Rate (4-10 Mal geringer) akzeptieren?
    Und hier sprechen wir jetzt einmal nur von „natürlichem“ Traffic, der durch passives Verhalten des Händler kommt. Sprich: Ohne die aktive Bewerbung eines Mobile-Stores. – Positiv formuliert: Mobile-Commerce bietet doch für den Online-Händler die riesige Chance, einen Teil des enormen Offline-Handels (der immer noch ein zweistelliges Vielfaches von eCommerce ausmacht) auf sein Geschäft umzuleiten.
    Wenn wir von Wachstum sprechen, reicht doch auch ein nur sehr kleiner Anteil am Offline-Handel aus, um im noch sehr viel kleineren eCommerce ein enormes Wachstum zu bewirken?

  21. @Jochen:
    So ganz kann ich auch diese „magischen 50%“ nicht nach vollziehen?
    Zitat: „Mit einer für E-Commerce-Anwendungen sinnvollen Marktdurchdringung von 50% und mehr ist nicht vor 2015 zu rechnen“.
    Mag dies – ernsthafte Frage – vielleicht in 1990er/Anfang 2000er Jahren für eine gänzliche neue E-Commerce Industrie gegolten haben? Aber M-Commerce ist eine Fortentwicklung des E-Commerce und baut auf dessen Infrastruktur auf – M-Commerce funktioniert doch bereits heute schon. Müssen wir also tatsächlich auf 50% Marktdurchdringung warten?
    Ich meine nicht. Die Frage ist m.E.: Wann ist der Anteil M-Commerce am gesamten E-Commerce so groß, dass es sich wirklich kein Anbieter eigentlich mehr leisten kann (gut – wir sehen immer noch Versandhändler ohne funktionierende E-Commerce Strategie – dieses Umfeld schließe ich mal aus) , auf diesen Kanal zu verzichten. Eine Einschätzung: nächstes Jahr oder 2012!?

  22. Um auf Ihre Frage zu antworten, wann jeder zweite Deutsche mobil einkauft:
    Der ECC-Handel hat eine Studie erstellen lassen, die das mobile Kaufverhalten untersucht. 74% der Smartphone-Besitzer kauft jetzt schon mobil ein:
    http://www.ecc-handel.de/mobile_commerce_in_deutschland_-_die_rolle_des.php
    Wenn Sie davon ausgehen, dass es derzeit rund 15-20 Mio. Smartphones in Deutschland gibt und rund drei Viertel mobil einkaufen, liegen wir bereits bei 14-18% der Bevölkerung, die mobil einkaufen.
    Da die Hersteller (Nokia, Apple, Samsung etc.) sich nicht mehr leisten können, Geräte ohne vernünftigen Internetzugang zu entwickeln, würde ich schätzen, dass es in 2-4 Jahren überhaupt keine herkömmlichen Handys mehr gibt. Spätenstens dann liegen wir bei 40-50% der Bevölkerung, die mobil erreichbar ist.
    Das dürfte dann mehr oder weniger deckungsgleich mit dem Anteil an Online-Einkäufern sein, die ja derzeit bei rund 40 Millionen liegen.
    Es gibt sogar Meinungen, die davon ausgehen, dass der Anteil mobiler Nutzer den PC-Nutzern übersteigen wird. Das hat damit zu tun, dass Smartphones auch von Kunden genutzt werden, die sich kein Notebook leisten können oder wollen. (Jugendliche, Hausfrauen die nur surfen wollen etc.)
    Was ich an Ihrer Fragestellung nicht verstehe: Weshalb sind 14-18% der Deutschen, bzw. 36%-50% der deutschen Online-Käufer nicht relevant für einen Online-Shop?

  23. Mir geht es mit der 50% Marke in erster Linie darum, das Bewusstsein zu schärfen, dass die viel gerühmten Smartphone-Besitzer noch keine mobilen Surfer sind, und mobile Surfer noch keine mobilen Shopper. Erst bei einer allgemeinen Nutzungsrate von 50% wird selbst für die dann ja immer noch vor allem gelegentlichen Nutzer erfahrungsgemäß – neben Informations- und Kommunikationsdiensten – auch das Thema E-Commerce relevant(er).
    @Andrea Anderheggen tut mir ja leid, dass ich Sie für die K5 nicht berücksichtigen konnte. Aber genau diesen aggressiven (Verkaufs)Ton wollen wir auf der K5 vermeiden. Dominique Locher von LeShop wird uns als einer der mobilen Vorreiter sicher Auskunft geben können, inwiefern sich die Erwartungen erfüllt haben, wo er Hürden sieht und wie sich die Entwicklungen im mobilen Bereich von den frühen Online-Entwicklungen unterscheiden.

  24. Das wird Ihnen jetzt sicher nicht gefallen und wenn ich wirklich einen Verkaufston beabsichtigt hätte, würde ich mich hier kaum in dieser Form äussern. Aber eine Konferenz, die explizit die Frage stellt „Wo steht der Online-Handel in fünf Jahren?“ und das Thema Mobile nicht als Wachstumstreiber anerkennt, ist in Anbetracht der Zahlen oben generell zu hinterfragen – ganz unabhängig von der Herkunft der Teilnehmer.
    Mir geht es hier allerdings überhaupt nicht um die Teilname an der K5-Konferenz, sondern darum, dass die hier propagierte Sicht auf das Thema Mobile schlicht an den Fakten vorbei geht, bzw. sich gar nicht um diese Fakten zu kümmern scheint.
    Die Unterstellung eines aggressiven Verkaufstons bei der Auflistung von Zahlen, die hier jeder Leser mit einer einfachen Suche recherchieren kann, ist jedenfalls etwas befremdlich und zeugt leider Ihrerseits von wenig Sachlichkeit, bzw. bedingtem Willen, andere Meinungen, eine kontroverse (daher auch erst interessante) Diskussion oder eben Fakten zu akzeptieren. –
    Ich bin jedenfalls sehr froh, dass Herr Locher von LeShop berichten wird. Denn dort ist das Thema Mobile definitiv angekommen und wurde ja auch sehr gut umgesetzt. Auch wenn Sie anscheinend wenig auf Zahlen eingehen wollen: 11% vom Online-Handel bei LeShop.ch dürften bereits mobil sein, wie mir vor rund 6 Monaten persönlich bestätigt worden ist. Bereits vor über einem Jahr ist dazu sogar ein Bericht erschienen, der bereits im Juli 2011 von 10% des Internethandels ausging:
    http://www.20min.ch/finance/news/story/15664539

  25. Also bitte, es gibt keine Konferenz, keine Fachpublikation, keine Studie, die das Thema Mobile nicht promotet. Da frag ich mich, wer da wie gut mit einer alternativen Einschätzung umgehen kann.
    Ich zumindest kann mit Ihrer Sicht der Dinge gut leben, und wenn die Geschäfte jetzt schon gut laufen, ist das doch umso besser.

  26. Ok, also lassen Sie mich bitte die Kritik an Ihrem Artikel etwas genauer und möglichst sachlich, bzw. mit offenen Fragen formulieren:
    Mein Verständnis Ihrer Position:
    Sie attestieren dem Mobile-Commerce einen Experimentalstatus und unterstellen unter Umständen auch ein künstliches Wachstum, das auf der PR bestehender Anbieter und Dienstleister mit Interesse an der „Verfälschung“ von Statistiken zugunsten des eignen Geschäftes basiert.
    Sie gehen dabei noch weiter, wie Sie im Titel schreiben: „Mobile-Nutzung liegt 2012 unter dem Online-Niveau von 2000“. – Sie gehen also ernsthaft davon aus, dass im Jahr 2000, zu einer Zeit, bei der es noch keine Smartphones gab, die mobile Internetnutzung höher war als heute. Ist das korrekt?
    Weitere Fragen:
    Sind Sie der Ansicht, dass heute mehr internetfähige Telefone (= Smartphones) verkauft werden als 2000?
    Falls Sie an der Anzahl verkaufter Smartphones zweifeln, möchte ich auf eine Statistik aufmerksam machen, die bereits 2010 erschienen ist:
    http://www.aquarius.biz/de/2010/11/25/morgan-stanley-siegeszug-von-mobile-web-und-online-werbung/
    Ich denke angesichts der öffentlichen Jahresberichte von Firmen wie Apple, Samsung, Google etc. gibt es wenig Möglichkeiten, daran zu zweifeln, dass die Zahlen von Morgan Stanley besonders daneben liegen und in den letzen Jahren die Anzahl Smartphones am Markt nicht explodiert ist. Sehen Sie das auch so? Ich denke, hier gibt es wenig Spielraum für Skeptiker.
    Sehen Sie sodann zwischen der mobilen Internetnutzung und dem Phänomen der Smartphones (also internetfähiger Mobiltelefone) nicht eine sehr starke Korrelation? –
    Wenn Sie das Trafficwachstum der Telekom-Anbieter anschauen und in jedem beliebigen Online-Shop mit Traffic die Besucherzahlen anschauen, gibt es meines Erachtens überhaupt keine Zweifel an dieser Korrelation. Wenn man also annimmt, dass zwischen der mobilen Internetnutzung und dem Phänomen der Smartphones eine starke Korrelation besteht, sollte doch die mobile Nutzung ebenfalls extrem gestiegen sein?
    Damit müsste man den Titel dieses Blogs aber schon einmal revidieren, denn es ist dann völlig unlogisch, dass die Internetnutzung im 2000 höher war als heute. Finden Sie nicht?
    ***************
    Mobile-Commerce: Wenn man von Internetnutzung spricht, ist eCommerce ein Teil davon, der sich in den letzten 12 Jahren entwickelt hat. Das ist inzwischen allen klar. – Welche Gründe sehen Sie denn grundsätzlich, die gegen eCommerce auf verschiedenen oder eben mobilen Geräten spricht? –
    Die Darstellung (= User Interface) könnte ein solcher Grund sein. Aber: Dafür gibt es Lösungen und Lösungsanbieter. Das mobile Einkaufen ist dann teilweise sogar leichter als auf dem Rechner. Bestes Beispiel: der Apple App Store, wo man Applikationen einkauft. Dieser Marktplatz war so erfolgreich, dass bereits 30 Milliarden (!) Apps heruntergeladen und davon rund ein Viertel gekauft worden sind.
    Auffallend: Eine App im App Store zu kaufen ist oft sogar viel leichter, als Software online zu kaufen. Nicht viel schwieriger wird es, wenn man Versandgüter kauft. Bitte testen Sie einmal die Apps von LeShop.ch, Amazon, Ebay oder eine Shopgate-App: Sie werden sehen, dass es so leicht ist wie im App Store, an dem man sich hält, wenn man Kunden nicht verwirren will.
    Sie können in diesen Apps, wenn Sie registriert sind, innerhalb von 9 Sekunden ein Produkt aufrufen, bestellen und bezahlen. Denn: One-Click-Checkout ist bei praktisch allen Mobile-Shops, die gut sind, Standard. Ganz im Gegensatz zu normalen Online-Shops (hier ist oft nur Amazon soweit).
    *************
    Wenn Sie von Experimenten sprechen, was meinen Sie damit? QR-Codes, Push-Marketing, mobile Gutscheine etc.?
    Mein Eindruck: Sie verwechseln Experimente mit QR-Codes, Push-Nachrichten, Mobilen Gutscheinen etc., die tatsächlich eine neue Dimension von eCommerce bedeuten und nur teilweise schon breite Anwendung und breites Verständnis finden, mit der banalen Tatsache, dass Menschen das Internet mobil nutzen und eben auch mobil einkaufen.
    Wenn man (wie ich) annimmt, dass mit steigender Anzahl Smartphones die mobile Internetnutzung steigt. Und mit steigender mobilen Internetnutzung auch die mobilen Einkäufe steigen, muss man doch den Schluss ziehen, dass mit steigender Anzahl Smartphones auch die mobile Einkäufe steigen? Oder sehen Sie das anders?
    Falls Sie damit einverstanden sind und die Anzahl der Smartphones so gestiegen ist und weiterhin wächst, wie oben darstellt: Wie können Sie dann ernsthaft das Wachstum von Mobile-Commerce heute bestreiten? – Genauer formuliert: Wenn Sie das Ausmass des Wachstums von Smartphones sehen, wie können Sie an der Relevanz des Wachstums des M-Commerce zweifeln?
    Das sind die grundsätzlichen Fragen, die mir bei aller Würdigung Ihres Versuchs, „gegen den Strom“ zu schwimmen, schleierhaft sind.
    Es würde mich wirklich Wunder nehmen, welche Antworten Sie auf diese Fragen sehen.

  27. Ich weiß nicht, ob Überschrift und Beitrag so missverständlich formuliert sind, aber natürlich gab es 1997 keine nennenswerte mobile Online-Nutzung.
    Der Beitrag vergleicht also die Online-Entwicklung von damals mit der mobilen Entwicklung von heute.

  28. @Andrea Anderheggen
    Ich habe mir die von Ihnen verlinkte Studie des ECC nicht angesehen, aber es dürfte wohl ziemlich klar sein, dass mit den 74% mobilen Käufern, zum überwiegenden Teil Appkäufer gemeint sind. Und für mich unterscheiden sich App-Käufe ganz wesentlich von Produktkäufen:
    1. In aller Regel kann ich Apps nur von meinem mobilen Endgerät aus kaufen, weil diese eben auch dort benutzt werden
    2. Schuhe bspw. kann ich auch von meinem Laptop aus kaufen, und zwar wesentlich komfortabler, da grösserer Bildschirm und bessere Ladezeiten (zumindest wenn man o2 als Handynetz nutzt).
    Ich denke, dass von 74% Mobilekäufern nach Abzug der Appkäufer vllt. 5% übrig bleiben. Das ist ganz nett, aber bisher nur ein sehr kleiner Markt.
    Nur weil jemand mal WhatsApp übers iPhone gekauft hat, ist er für mich noch lange kein mobile Shopper.

  29. @Jochen: Alles klar. Mein Fehler. – Das tut mir leid. Ich bin froh, dass Ihre Position nicht ganz so radikal ausfällt, wie von mir irrtümlicherweise interpretiert.
    Dann aber doch gleich die Rückfragen: Hätten Sie im Jahr 2000 in Ebay oder Amazon investiert, wenn Sie das Wissen von heute hätten? – Bzw. hat es sich im Jahr 2000 denn gelohnt, von Anfang an dabei zu sein?
    Ich schliesse mich hier dann auch an meine Vorredner an und frage mich, weshalb die 50%-Marke erreicht werden muss, um von relevantem Wachstum zu profitieren. Wenn Sie ein Payment-System z.B. einsetzen, können Sie oft auch nicht mit mehr als 10-20% Akzeptanz rechnen. Trotzdem ist es empfehlenswert, möglichst viele davon anzubieten, um zu wachsen. Weshalb sollten diesbezüglich für Mobile stärkere Kriterien eingesetzt werden?
    *******
    @Janusz: In der Studie wurden alle möglichen Branchen abgefragt. Die einzelnen Branchen und Kategorien werden dort auch entschlüsselt. Ich möchte Sie bitten, sich das anzuschauen, da man leider auch keine Pauschal-Antwort geben kann. –
    Unserer Erfahrung nach gibt es Produktkategorien (insbesondere Verbrauchsgüter) die heute schon hohe mobile Bestellvolumina generieren. Beispiele: Produkte des täglichen Bedarfs (LeShop.ch), Tierbedarf, Medikament, Kosmetik, Bürozubehör etc. – Aber auch Mode kann funktionieren, insbesondere Jugend- und Frauenmode.
    Wenn man allerdings die gesamte Customer Journey – also den Weg eines Kunden zu einer Bestellung – anschaut, stellen wir auch fest, dass selbst beratungs- oder informationsintensive Produkte immer häufiger bestellt werden. Man informiert sich in der Filiale, am PC, Katalog und kauft dann mobil ein, bzw. am nächst verfügbaren Point-of-Sale. Dazu gibt es übrigens noch eine andere von der Firma Hybris gesponserte Studie des ECC:
    http://www.ecc-handel.de/von_multi-channel_zu_cross-channel_-_13630001.php
    Was die Bequemlichkeit des mobilen Einkaufens anbelangt, bin ich nicht mit Ihnen einverstanden.
    Wenn Sie sich einmal bei einer richtig guten Shopping-App registrieren, können Sie meist in wenigen Sekunden bestellen. Denn gute Mobile-Shops richten sich ja nach der Benutzerführung an den App Store und setzen wenn möglich auf One-Click-Checkout. –
    In einigen Fällen, z.B. in der Kombination einer solchen App mit Payment-Systemen wie PayPal Express, können Sie auch ganz ohne Eingabe einer Rechnungs- und Lieferadresse bzw. sogar ganz ohne Registrierung auskommen. Diese User-Experience fehlt bei sehr vielen Online-Shops noch.
    Zudem sind mobile Geräte viel leichter verfügbar: Kein Auffahren des PCs, keine lokale Gebundenheit, Bestellen vom Sofa, Bett, Toilette, Küche, Garten etc. – Wenn Sie wissen, was Sie kaufen wollen oder z.B. per Newsletter auf ein Produkt aufmerksam gemacht werden, ist der mobile Kanal sehr bequem und effizient.

  30. @ Andrea Anderheggen
    Danke für die Erklärung, für mich wäre aber nur interessant, ob Appkäufe mit in die Zahlenbasis eingeflossen sind. Meiner Meinung nach muss dem so sein, denn – und nun nehme ich ganz unwissenschaftlich meine Familie und Freunde als Basis – sonst ist die Zahl von 74% schlicht unerreichbar / utopisch. In meinem Bekanntenkreis, fast alle unter 30 Jahre alt, hat noch keiner mobil eingekauft (i.S. physischer Produkte).

  31. Gestern habe ich auch ein wenig in meinem Freundeskreis nachgeforscht. Nur zwei haben Mobile etwas bestellt und bei beiden war es Amazon.
    Wobei ich derzeit auch überlege in die Richtung etwas zu machen.

  32. @Janusz: Ja, die Apps sind auch in der Zahlenbasis drin. Ich bitte Sie, in der besagten Studie unter http://www.ecc-handel.de die Seiten 20, bzw. für die Branchen die Seite 24 anzuschauen.
    Dort sehen Sie, dass die Frage nach dem Einkauf „Materieller Güter kaufen“ bereits von 48.4% positiv beantwortet wurde und zwar auf regelmässiger Basis (einmal pro Monat / einmal pro Woche!). Damit steht diese Kategorie nur geringfügig hinter dem Einkaufen von Apps (50%).
    Was wir, offen gesprochen, oft sehen, ist dass das Thema Mobile-Shopping häufig nicht besonders professionell „erledigt“ wird. Vielleicht sogar vergleichbar mit Online-Shopping im Jahr 2000. Es reicht nicht ein CSS-Sheet anzupassen und hoffen, dass M-Commerce von selbst läuft. Das wäre genau so naiv wie die Erwartung, dass der klassische eCommerce von selbst läuft.
    Wenn man den mobilen Kanal dagegen aktiv bewirbt, kann er nicht nur zu einem wesentlichen Wachstumstreiber, sondern geradezu ein strategische Bedeutung erlangen. Dazu möchte ich Sie bitten, 5 Minuten Ihrer Zeit für folgende Videos zu investieren:
    Bodyguard-Apotheke:


    Snipes (Tochter von Deichmann):


    Einige andere Projekte (eigenes Video von uns):


    Was halten Sie von diesen Projekten?

  33. Hierzu eine gut gemeinte Buchempfehlung von mir:
    „Das einzige was stört ist der Kunde“ von E. Geffroy auch seit einigen Jahren in der aktualisierten Fassung „(…) der digitale Kunde“ verfügbar.
    Und dann mal außerhalb der Branche fragen, wer etwas mit QR Codes (als Beispiel) anzufangen weiß.
    Und dann QR Codes erklären und mal fragen, ob der Befragte den besonderen neuen Nutzwert für sich als Käufer erkennt und anerkennt.
    Erkennt er nix? ==> ja dann muss der Händler ihn halt mit codierten Gutscheinen zupflastern. Dann läuft’s schon.

  34. Ist das eine Antwort auf meine Frage, bzw. sind Sie in Anbetracht der Zahlen in den Videos (echte Zahlen, keine Statistiken) der Meinung, dass das alles Non-Sense ist?
    Was QR-Codes anbelangt, ist die Sache relativ einfach: Die QR-Codes sind Instrumente, die – wie der Name sagt – dem schnellern Aufruf einer URL oder eines Teiles einer App dienen. Sie bieten einen Geschwindigkeitsvorteil und sind kein Selbstzweck. Nicht mehr und nicht weniger.
    Wie jedes Instrument sind QR-Codes gewinnen sie Ihren Sinn durch Ihre Anwendung. Ein Hammer ist sinnlos, wenn es nur Schrauben gibt.
    Wir sind der Meinung, dass Gutscheine, bzw. im weitesten Sinne Sonderangebote oder die Möglichkeit, sehr schnell und einfach zu bezahlen, einen Mehrwert für Kunden bedeuten. – Ganz banal: Wenn ich mobil (über QR-Codes) bestelle, spare ich Geld. Das war schon immer eine Methode, obgleich nicht die einzige Methode, einen Verkaufskanal zu pushen.

  35. Ich möchte hier noch einen Kommentar loswerden, auf die Gefahr hin, kritisiert oder verachtet zu werden. Mir fällt immer wieder auf: Wir Deutsche und Schweizer haben häufig ein gestörtes Verhältnis zu Innovation, selbst wenn wir uns selbst als innovativ sehen.
    Wenn jemand etwas erfindet oder innovativ ist, ist häufig die erste Reaktion negativ. „Daran glauben wir nicht.“ / „Das funktioniert nicht.“ / „Ist das sicher?“ oder noch schlimmer: „Das ist alles nur Werbung.“ etc. –
    Ich habe das selber als Mitgründer und ehemaliger Vorstand von Sofortüberweisung jahrelang mitmachen müssen, lange vor Shopgate schon. Und dort habe ich gelernt, dass, wenn eine Idee einem Bedürfnis vieler Kunden entspricht, man niemals auf Skeptiker, Experten oder Zukunftsforscher hören soll, die keine konstruktiven Vorschläge bringen.
    Dagegen fällt mir im Gespräch mit Kollegen aus den USA und Asien auf, dass dort die Einstellung eher darin besteht, Neues ohne Vorurteile zu testen und – falls es Potential hat – auch weiterzuentwickeln.
    Dieser kulturelle Unterschied gehört meines Erachtens zu den fundamentalen Gründen, weshalb Innovation für Internetprojekte meist eben nicht in Deutschland, der Schweiz oder im restlichen Europa, sondern in den USA oder Asien ihren Ursprung findet. –
    Wir fürchten uns vor „dem Markt“ als Gegebenheit, die man nicht verändern kann. Aber wir sind doch der Markt? Und wer, wenn nicht eCommerce Experten können den mCommerce verändern?
    Auf diese Diskussion hier angewendet: Selbst wenn Mobile noch eine geringe Bedeutung haben sollte, was ich, wie oben ausführlich erläutert, vehement und mit guten Gründen bestreite: Das Potential ist doch in Anbetracht der enormen und steigenden Anzahl Smartphones unzweifelhaft da. Es geht jetzt darum, dieses Potential aufzugreifen und zu realisieren. –
    Warten bis 2015 bedeutet nur, ein weiteres Kapitel in der Geschichte der verpassten Möglichkeiten zu schreiben.

  36. @Andrea Anderheggen um die obige Frage zu beantworten: ja, ich würde heute schon in mobile (E-Commerce) Startups/Ventures investieren, weil für Startups die Zeit durchaus reif ist bzw. das Marktpotenzial groß genug ist, wenn sie sich auf diesen überschaubaren mobilen Markt fokussieren und den mitgestalten (können).
    Ich würde da aber sehr genau unterscheiden, was verkauft wird – für Gutscheine, Tickets, Apps, etc. halte ich die Zeit durchaus für gekommen, speziell für den Verkauf physischer Güter halte ich aber – von wenigen Ausnahmen abgesehen – an meiner 50% Marke fest, weil diese Form des E-Commerce in den Adoptionsraten einfach sehr weit abgeschlagen hinter mobilen Kommunikations- und Informationsangeboten liegt.
    Ich argumentiere auch bewusst nicht aus einer Innovationsfeindlichkeit heraus (wer wenn nicht Exciting Commerce tritt seit Jahren für mehr Innovation im E-Commerce ein), sondern frage mich einzig und allein, wann sind die deutschen Nutzer (die ja den US-Entwicklungen tendenziell immer stark hinterherhinken) in ausreichender Anzahl bereit für mobile E-Commerce-Anwendungen.
    Ich persönlich verlasse mich bei der Beurteilung des Marktpotenzials auch bewusst lieber auf die genannten marktneutralen Studien, wo ich nicht das Gefühl haben muss, dass einer bestimmten Branche das Wort geredet wird. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Vertriebsseitig sind die Studien von ECC & Co. in jedem Fall um einiges besser verwertbar. Aber dafür sind sie ja auch gedacht.

  37. „Dort sehen Sie, dass die Frage nach dem Einkauf „Materieller Güter kaufen“ bereits von 48.4% positiv beantwortet wurde und zwar auf regelmässiger Basis (einmal pro Monat / einmal pro Woche!). Damit steht diese Kategorie nur geringfügig hinter dem Einkaufen von Apps (50%).“
    Danke, das ist absolut ausreichend, um die Aussagekraft der Studie zu bewerten.

  38. Ich hatte wohl fälschlicher Weise den Eindruck hinterlassen nicht zu wissen, was ein QR Code ist :-)
    Wir bieten also dem Kunden damit die Möglichkeit eine Webseite zu besuchen ohne die Adresse abtippen zu müssen. Das selbe kann man auch durch einen Scanner erreichen, der Klartext lesen kann.
    Mehrwert für den User: Adresse muss nicht im Browser eingetippt werden.
    Finden Sie das wirklich so bahnbrechend?
    Erst wenn wir dann besondere Aktionen stricken, die der Endkunde ausschließlich durch den Scan der Codes in Anspruch nehmen kann (QR Rabatte sozusagen), dann wird es auf einmal genutzt. Ja was soll der Kunde auch sonst machen. Klarer Fall von einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung, nicht wahr?
    Ähnlich M-Commerce. Wo sind die Vorteile? Welche Probleme werden gelöst? Jetzt endlich auf dem Klo sitzend einkaufen und dadurch noch mehr Zeit sparen – wer’s mag…

  39. Hallo Hubertchen
    Du hast, was QR-Codes anbelangt zwar recht, aber es gibt noch eine andere Dimension:
    Eigentlich sind QR-Codes völlig überflüssig. Das schnelle Aufrufen einer Seite in einer App geht nicht nur per Texterkennung, sondern auch per Bilderkennung ausgezeichnet! – Wir haben bereits einen Katalog-Scanner entwickelt, bei dem man komplett auf QR-Codes verzichten kann:
    http://www.shopgate.com/de/kataloge_und_anzeigen
    Bilderkennung hat allerdings ein Problem: Es ist noch relativ unbekannt und nicht ohne weiteres ersichtlich. Ein Bild sagt nicht von sich aus: „Scan mich“. QR-Codes signalisieren dagegen dem Kunden: „Das kannst Du scannen!“ – Wir setzen den QR-Code also genau genommen eher als Banner für Mobile generell ein, der signalisieren soll, dass man hier mobil einkaufen kann.
    Das bahnbrechende an der Geschichte ist auch gar nicht der QR-Code, sondern die Möglichkeit, Werbung, Produktetiketten, Schaufenster etc. mit einem mobilen Verkaufsterminal zu verbinden. Dadurch werden diese vormals schwer analysierbaren Marketingbestandteile plötzlich messbar und zudem zu direkten Impulsverkäufen führen können.
    *****************
    Was M-Commerce anbelangt, liegen die Vorteile für Endkunden erst einmal darin, dass optimierte Webseiten und Apps bei der (nachweislich) stark wachsenden mobilen Internetnutzung verfügbar, bzw. sehr viel einfach bedienbar gemacht werden. Es geht aus Sicht des Kunden also erst einmal um Usability.
    Natürlich gibt es weitere wichtige Kundenbedürfnisse im Zusammenhang mit M-Commerce. Die da wären:
    – Mobiler Preisvergleich
    – Schnelle Nachbestellung von Verbrauchsgütern
    – Location Based Services („Wo ist die nächste Filiale?“)
    – Mobile-Payment (Schnell und einfach per Smartphone bezahlen)
    – Informationen zu Sonderangeboten per Push
    etc.
    An all diesen Stellen kann der direkt Einkauf per Mobile dann erfolgen
    Der M-Commerce macht den E-Commerce mobil (logisch). Das bedeutet dann tatsächlich auch, dass die Vorteile des E-Commerce nicht nur vor dem Rechner, sondern wirklich auch überall, im Bett, auf dem Sofa, am Küchentisch, an der Uni und – ja – auch dem Klo wahrgenommen werden können.
    Dazu folgende Seite / Studie:
    http://www.getelastic.com/how-we-use-the-mobile-web-infographic/

  40. Mich auch.
    Und ich bekomme diesen heutigen Mobile-Zeitgeist-Bericht als Ist-Zustand, genauso wie auch andere verlässliche, aktuelle Smartphone-Nutzungsfakten (beispielsweise zuletzt von Tradedoubler publiziert) nicht mit den relativierenden Ausführungen von Herrn Jochen Kirsch überein.

  41. Wie es im Text steht: Für die einen sind 4,42 Mio. Deutsche, vorwiegend Jungs, die viel Geld für Gadgets übrig haben, ein Massenmarkt, für andere eine ausbaufähige Nische.
    Bis wir bei 25 bis 30 Mio. Deutschen sind, dauerts jedenfalls noch ein Weilchen …

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