Website-Icon Exciting Commerce

Fab setzt aufs Follower-Prinzip statt auf Flash-Sales

von Marcel Weiß

Fab bleibt seinem Stil treu und greift weiter so ziemlich jedes Trendthema auf. Seit heute können Fans von Fab Europe verschiedenen Bereichen wie etwa "Kunst", "Frauen" (Bekleidung für Frauen) oder "Küche & Tisch" folgen und solche, die sie nicht interessieren, abwählen.

Entsprechend der Präferenzen passt Fab künftig die Email-Benachrichtigungen und Push-Notifications der mobilen Apps an. Die Neuerung läuft passenderweise unter der Bezeichung "Following" und schließt damit an die bekannte Terminologie von Twitter oder  Pinterest an. Es geht also in Richtung Produktströme, wie sie speziell im mobilen Kontext relevanter werden.

Im Blog von Fab heißt es dazu (" Bye. Bye. Daily Flash Sales. @Fab Introduces Following. Follow What You Love."):

"We’ll start today by enabling Fab’s customers to follow departments (like Furniture). Shortly thereafter Fab customers will be able to follow designers and specific topics (like photography).

Users will have full control over how they hear from Fab about the stuff they follow: Via emails and mobile push notifications."

Das ist ein interessanter, weil viel versprechender Schritt. Aber zwei Aspekte an der Umsetzung verwundern:

  1. Die Wahl der Abonnements beschränkt sich zunächst auf die Inhalte der Emails und der mobilen Push-Notifications. Wer als Mann also etwa den Produktbereich der Frauenbekleidung abgewählt hat, bekommt diesen trotzdem weiterhin auf der Website von Fab angezeigt.
  2. Nach der Umstellung wird erst einmal alles abonniert. Die Nutzer entscheiden sich bei der Umstellung also nicht, was sie abonnieren möchten sondern was sie abbestellen möchten. Fab scheint hier Angst zu haben, dass manches zu wenig Aufmerksamkeit bekommen könnte: Nachdem man bereits einige Bereiche abgewählt hat, bekommt man in einem folgenden Abschnitt noch einmal drei Bereiche angezeigt, denen "neue Mitglieder folgen" – und wird auch hier wieder erst einmal zwangsweise verabonniert. Um als Nutzer also zur gewünschten Personalisierung zu gelangen, ist einiges an Abwählen -statt Auswählen- nötig.

Opt-Out statt Opt-In also. Das passt nicht nur zum aggressiven Fab, das kann auch sinnvoll sein, um die Vernetzung erst einmal in Gang zu bringen. Die Frage dabei ist allerdings, in welche Richtung das Angebot und dessen Wahrnehmung bei den Nutzern gehen wird. Ob die von Fab gewählte Herangehensweise zielführend sein wird, wird sich zeigen. Im Augenblick erscheint sie zumindest nicht sehr ausgewogen.

Fab scheint eine Richtung einzuschlagen, die im Onlinehandel vorher etwa von Etsy ("Etsy startet Social Commerce Revolution mit Activity Feed") oder auch Stylight gegangen wurde/wird. Das Prinzip des Following/Abonnierens ist ein fester Teil der das Social Web bestimmenden Informationsarchitekturen.

Ich habe dazu unter anderem auf den Live Shopping Days 2011 einen viel beachteten Vortrag gehalten, dessen Slides allein auf Slideshare über 46.000 Mal aufgerufen wurden.

Insgesamt handelt es sich also um einen interessanten Schritt von Fab. Jetzt wird sich allerdings noch zeigen müssen, ob es über einen halbherzigen Schritt hin zur Personalisierung hinaus geht. Angesichts der regelmäßigen Hakenschläge von Fab (siehe auch Exchanges #8) ist alles offen.

Frühere Beiträge zum Thema:

Die mobile Version verlassen