Was will Rocket Internet da eigentlich an die Börse bringen? Und wie genau will man dafür nach den ersten 3 Mrd. Euro nun weitere bis zu 3,5 Mrd. Euro einsammeln?
Mindestens so spannend wie das Business an sich („Kinnevik meldet Mega-Verluste für Rocket Internet Beteiligungen“) ist aktuell die Kommunikationsstrategie („Wenn Rocket Internet zur ersten Pressekonferenz lädt“).
Interessierten Anlegern verspricht Rocket Internet („Rocket Internet ist AG – und Oliver Samwer der neue CEO“) zum Börsengang „das Alibaba für den Rest der Welt“ – wie schon in den Unterlagen zum Kickoff ganz gut herausgekommen ist (PDF):
Mit Alibaba im Hinterkopf sollte man demnach auch die laufenden Vorbereitungen zum Börsengang betrachten. Oder wie es Oliver Samwer gegenüber dem Handelsblatt ausdrückte:
„Wir wollen Rocket Internet zur größten Internetplattform außerhalb von China und den USA ausbauen.
In diesen bei den Ländern leben 35 Prozent der Onlinenutzer, aber dorthin fließt 80 Prozent des Risikokapitals fürs Internet. Da gibt’s also ein Missverhältnis, denn die Digitalisierung wird eben auch Entwicklungsländer radikal verändern.
Daher fokussieren wir uns nicht wie die meisten anderen auf China und die USA, sondern auf den sogenannten Rest der Welt.“
Die Alibaba-Group hat ihre Börsengang gerade auf September verschoben. Die Unterlagen sind allerdings bereits einsehbar.
Die kolportierten Bewertungen liegen inzwischen bei bis zu 168 Mrd. Dollar. Wenn die Rocket-Strategen klarmachen können, dass Rocket Internet nur mindestens ein Zehntel davon wert ist, wäre das Ziel gut erreichbar.
Frühere Beiträge zum Thema:
- Rocket Internet hat bisher 3 Mrd. Euro eingesammelt
- Kinnevik meldet Mega-Verluste für Rocket Internet Beteiligungen
- Rocket Internet ist AG – und Oliver Samwer der neue CEO
- Rocket Internet kommt – ohne Zalando – auf 700 Mio. Euro Umsatz
- Exchanges #53: Was will Rocket Internet an der Börse?
- Samwer Report: Kinnevik über die ersten 5 Jahre mit Rocket Internet
