Wer sich für den Handel von morgen interessiert, der kam auch beim 6. Tengelmann eDay voll auf seine Kosten – mit Strategie- und Wachstumsthemen, die das ganze Spektrum der Möglichkeiten aufzeigten.
Die Global Fashion Group fokussiert sich auf die Online-Märkte von morgen und steht gerade an einem Wendepunkt („Rocket Internet: Wo steht die Global Fashion Group?„) in etwa dort, wo Zalando 2011 stand. Und wenn die Rechnung aufgeht, kann die Global Fashion Group (GFG) zu einem wesentlichen Player im globalen Modemarkt werden.
Jemandem wie Nils Chrestin ist hier viel zuzutrauen: Er beschrieb die Herausforderungen in den „Emerging Markets“, erzählte, wie die GFG Asos in Australien den Rang abgelaufen hat und zeigte, wie die GFG in Russland einen 15-minütigen Anprobierservice bieten kann, weil die Fulfillmentkosten der Gruppe mit 5 Euro pro Lieferung nur bei einem Drittel von Zalando lägen.
Die Mitarbeiterzahlen decken sich mit denen von Zalando: Demnach hat die GFG weltweit 10.000 Mitarbeiter, davon 1.000 im Technologiebereich. Nach variablen Kosten sei die Global Fashion Group inzwischen im Positiven; nächstes Ziel ist ein positives EBITDA.
Doch so spannend die Global Fashion Group aus strategischer Sicht ist („Exchanges #93: Die Neuordnung des Modemarkts„), operativ hat sie noch so manche Herausforderung zu meistern („Jabong bekommt 20 Mio. Dollar für noch ein Jahr„).
ProSiebenSat.1 als „Consumer Goods and Commerce Powerhouse“
ProSiebenSat.1 weist Zalando gerade den Weg in den DAX („Wie Thomas Ebeling den TV-Konzern in den Dax brachte„) und präsentierte sich beim eDay als „consumer goods and commerce company powered by television, content and digital platforms“.
Es war der mit Abstand eindrucksvollste Vortrag des eDay, der unterstrich, wie radikal Transformationsprozesse sein können/müssen. Mehr dazu deshalb auch in den Exchanges #130 („Das Spannendste vom Tengelmann eDay 2016“). Dort dann auch noch ein paar Eindrücke von dem, was sich vor, hinter und neben der Bühne abspielte.
Delivery Hero, Outfittery, Springlane und mehr
Niklas Östberg hat es bei Delivery Hero geschafft, Oliver Samwer über eine halbe Milliarde aus der Tasche zu ziehen und doch Herr im Haus zu bleiben.
Er erzählte von den großen Ambitionenen ebenso wie von den bescheidenen Anfängen, beschränkte sich in seinen Ausführungen allerdings auf das Wesentliche und ließ sich auch zum anstehenden Börsengang wenig bis nichts entlocken. Ausführlicher (und auf deutsch) gibt es ihn im großen Interview bei digitalkompakt.
Gewohnt gut präsentierte sich Outfittery – mit tollen Zahlen, die man allerdings nicht nennen soll.
Mehr zu den Ambitionen von Springlane gab es bereits in einem separaten Beitrag („Springlane erreicht nach 3 Jahren eine Runrate von 15 Mio. €„).
Der Tengelmann eDay hat sich 2016 inhaltlich so stark präsentiert wie noch nie und ermöglichte wieder Blicke über sämtliche Tellerränder der (Handels-)Branche. Nicht zu unterschätzen ist der eDay mittlerweile auch als Kontakt- und Nachrichtenbörse.
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