Windeln.de hat seine Wachstumsziele für 2016 von 265 Mio. Euro (+50%) auf 235 Mio. Euro (+30%) gesenkt. Nach der Adhoc-Meldung („windeln.de passt Prognose für 2016 an“) von letzter Woche gab es heute zusätzliche Erläuterungen im Quartalsbericht und in der zugehörigen Präsentation (PDF).
Für Windeln.de rächt sich jetzt vor allem die starke Abhängigkeit vom China-Geschäft. Noch rechnet Windeln.de hier für 2016 mit stabilen Umsätzen von 91 Mio. Euro:
Auf das Europa-Geschäft entfallen entsprechend 144 Mio. Euro. Nicht zuletzt durch die Zukäufe getrieben („Windeln.de kauft Bebitus und holt 7 Mio. € Umsatz für 5 Mio. € Invest“) rechnet Windeln.de hier weiter mit einem Wachstum von 65%.
Im deutschsprachigen Raum ist Windeln.de im ersten Quartal um 25% gewachsen:
Bedenklicher als die Einbrüche im China-Geschäft ist allerdings die missglückte ERP-Umstellung, die weiter für Unmut bei den Kundinnen sorgt:
Zuletzt hatten entsprechende Umstellungen schon AmbienteDirect in Turbulenzen gestürzt („AmbienteDirect: Der Retter ist Anders Holch Povlsen“).
Nach derlei bösen Überraschungen hat Windeln.de das erste Jahr an der Börse mit einem Absturz sondersgleichen beendet – und ist nach der Umsatzkorrektur jetzt vor allem zu Sparmaßnahmen gezwungen.
Schon bisher vergleichsweise niedrig bewertet, ist Windeln.de – mit einem Börsenwert von knapp unter 150 Mio. Euro – inzwischen allerdings der mit Abstand am niedrigsten bewertete Anbieter im GLORE25 („GLORE25: Wo stehen die globalen Wachstumstreiber nach 6 Monaten?“), der als Branchenindex inzwischen 20 Unternehmen umfasst („GLORE25: Starttoday und Boohoo kommen neu in den Index“).
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