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DHL-Krise: Worauf sich der Online-Handel einstellen sollte

Im Krisenmodus präsentiert sich DHL aktuell. Diese Woche gab es im Rahmen der Quartalszahlen das letzte große Update (PDF) vor dem Weihnachtsgeschäft zum laufenden Sparprogramm:

Nicht nur Rewe drosselt gerade die Nachfrage („Wie der Rewe Lieferservice seine Stammkunden verschreckt“). Auch DHL will die Paketflut eindämmen, um die Abläufe auf Vordermann zu bringen. So ist das aktuelle Mengenwachstum von +10,4% in Q2 für den DHL-Geschmack zu hoch.

DHL hofft in nächster Zeit auf deutlich niedrigere Wachstumsraten und setzt deshalb auf deutliche Preiserhöhungen, um die Nachfrage entsprechend zu drücken:

Wie immer wieder angemerkt, hat DHL die Marktdynamik unterschätzt und hinkt dem Online-Handel jetzt in seiner Entwicklung geschätzte 5-7 Jahre hinterher.

Noch hält DHL an den Annahmen/Zielen für 2020 fest. Geplant sind deshalb weiter keine grundsätzlichen Veränderungen, sondern lediglich Optimierungsmaßnahmen („DHL will/muss nun doch stärker ins Paketgeschäft investieren“).

Der Online-Handel muss sich also in der Versandlogistik auf zum Teil erhebliche Engpässe (vor allem im Weihnachtsgeschäft 2018, 2019 und 2020) einstellen.

Online-Händler, die über keine eigenen Lieferflotten verfügen, sollten sich daher frühzeitig entsprechende Kontingente sichern, sich nicht von einem Anbieter abhängig machen und sich in der Hauptsaison gegen Wind und Wetter absichern. Für die anstehenden, sehr harten Preisverhandlungen sollten sie sich zudem Rat und Tat von ihren Verbänden holen.

Denn aktuell steckt bekanntlich nicht nur DHL, sondern auch Hermes in der Krise („Neuer Otto-Konzernvorstand entlässt die Hermes-Führung“).

So bitter die jüngsten Entwicklungen für den Online-Handel sind, so bieten sie doch reichlich Chancen für Newcomer („Amazon sucht für die Zustellung Hunderte von Unternehmern“), die die Gunst der Stunde nutzen können („Amazon gründet vier regionale Transportgesellschaften“).

Es ist also damit zu rechnen, dass sich die Lage mittelfristig wieder etwas entspannen dürfte. Allerdings nicht vor 2020.

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