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Wie zielführend ist die Plattform-Strategie von Otto.de?

Ein letztes Mal noch will Otto jetzt das Internet ausdrucken – und dann ganz Plattform sein. Ob das gelingen kann, ist offen, denn im Otto-Konzern herrscht ein etwas verqueres Plattform-Verständnis. Lieber noch als Plattform möchte Otto nämlich Gatekeeper sein. Was allerdings bestenfalls ein Effekt, nie aber das Ziel einer Plattform-Strategie sein kann (siehe Amazon).

Dass man in der Otto-Gruppe durchaus in Plattformen denken kann, zeigen About You („About You erwartet 1,6 Mrd. € GMV und 450 Mio. € Umsatz“) oder auch Neugründungen wie odc („Wie Otto das Thema “Fulfillment by Otto” angehen will“).

Auch Otto.de erfüllt mittlerweile viele Kriterien einer Plattform. Das entscheidende Moment fehlt allerdings: ein starkes Kundenversprechen (Wer es kennt, schreibe es bitte in die Kommentare).

Das Kundenversprechen ist aber der Treiber jeder Plattform. Erst so entsteht die nötige Zugkraft und damit die Relevanz für potenzielle Partner. Sehr schön zu sehen im direkten Vergleich:

Otto ist bei dem Thema nicht alleine. Auch bei Galaxus („Galaxus will unter die Top 5 Shops in Deutschland“) sorgt das Kundenversprechen gerade für Diskussionsstoff. Auch weil sich Galaxus selber schwer tut, dieses klipp und klar zu formulieren.

Ausführlich haben wir die Problematik in den Exchanges #197 behandelt („9 Dinge, die man von Siroop lernen kann“):

Otto scheint sich der Problematik durchaus bewusst zu sein. Spannend wird deshalb, wie die neue Positionierung aussehen wird, mit der Otto die zweistelligen Wachstumsraten erreichen kann, die notwendig sind, um als Plattform-Player erfolgreich zu sein.

Auch bei vielen anderen (Plattform-)Themen täte sich Otto dann um einiges leichter (siehe z.B. die Stimmen zum Otto Up Programm). Aktuell ist About You hier noch klar im Vorteil und dürfte Otto.de daher über kurz oder lang den Rang ablaufen.

Frühere Beiträge zum Thema:

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