Knapp 5 Jahre ist es her, da hat DHL die Logistikbranche mit seinen Paketkästen aufgeschreckt. Nun will sie sie wieder vom Markt nehmen. Die Folge sind 5 verplemperte Jahre für den Online-Handel und weiter keine branchenübergreifende Lösung in Sicht für eines der drängendsten Probleme in der Paketzustellung.
Dabei kann der Paketkasten durchaus als ein Symbol gelten dafür, wie wenig ernst DHL & Co. die Lage immer noch nehmen und wie wenig sie letztlich auch an einer Lösung interessiert sind. Warum auch? Je mehr sich die Lage in der Paketzustellung zuspitzt, desto leichter wird es für sie, höhere Preise durchzudrücken (und dabei auch noch auf Verständnis zu stoßen).
Spätestens seit dem Weihnachtsgeschäft 2017 scheint das die neue Firmenpolitik zu sein bei DHL ebenso wie bei Hermes & Co. Effizienz steigernde Lösungen würden dabei nur stören.
„Der Bedarf war deutlich geringer, als wir das erwartet haben“, meint der Postchef zum Paketkasten-Aus. Und man möchte ihm entgegenhalten: „Die PR und die Aufklärung dafür war aber ebenfalls erheblich geringer, als wir das erwartet haben“.
Denn wer es ernst meint mit einem Paketkasten, der muss (medial) aufklären und ein Bewusstsein wecken für den Sinn und die Notwendigkeit solcher Lösungen. Idealerweise müssen hier Handel und Logistik an einem Strang ziehen und wahlweise die Vielbesteller motivieren, sich entsprechende Paketkästen zuzulegen oder ihnen von sich aus entsprechende Kästen zur Verfügung zu stellen.
Ohne Paketkasten keine Heimzustellung mehr. So oder so ähnlich könnte das Argument lauten. Im Grunde wäre es Aufgabe der Handelsverbände, solche Themen voranzutreiben und im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Doch sind diese ja noch vollauf mit der Wiederbelebung der Innenstädte beschäftigt.
Im Fall von DHL hat es sicherlich nicht geholfen, auf eine proprietäre Lösung zu setzen. Andererseits hält sich auch der Eifer bei Parcellock, der offenen Lösung von Hermes & Co., sehr in Grenzen, wobei deren Chancen wiederum ohne DHL-Unterstützung sehr beschränkt sind.
So bleiben smarte Paketkästen und andere Lösungen für die letzte Meile ein potenzielles Startupthema und natürlich für Amazon, das neben Amazon Key („Amazon übernimmt nach Blink auch Ring für Amazon Key“) und den Lockers („Amazon Locker betreibt jetzt bereits jede 10. Abholstation“) auch seine Hub-Lösung („Amazon präsentiert Hub als Alternative zum DHL-Paketkasten“) vorantreibt.
Alternativen Lösungen für die letzte Meile werden wir uns schwerpunktmäßig auch wieder auf der K5 am 4./5. Juni in Berlin widmen. Siehe dazu auch die jüngsten Exchanges zur Logistik von morgen.
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