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Aus Gründersicht: Woran Gourmondo gescheitert ist

Inzwischen ist es offiziell: Delticom will Gourmondo Ende des Quartals schließen. Woran Gourmondo gescheitert ist, erläutert Gründer Konrad Güßbacher (aus seiner Sicht):

„Es liegt am Markt – eFood ist generell ein sehr schwieriger Markt, niedriger Warenkorb, hohe Logistikkomplexität = Kosten, niedrige Marge – und am Geschäftsmodell.

Die Kunden sind beim Feinkosthandel nicht treu, sondern sehr opportunistisch. Man braucht das Produkt nicht unbedingt, also kauft man mal aus Impuls, dann wieder nicht wegen vergessen oder Budget.

So bleiben von teuer erworbenen Neukunden nur 30% als Wiederkäufer und von denen nach 2 Jahren nur noch 30% als langfristige Stammkunden.

Aufgrund von Deckungsbeitrag pro Bestellung plus Bestellungen pro Jahr (wenige) vs der Kundenakquisekosten ergibt sich eine sehr lange Verlustkurve, wenn überhaupt ein echtes Wachstum des Aktivkundenbestandes.

Das bedeutet, das Wachstum ist nicht mit Marketing skalierbar, denn die Order zahlt nicht die Akquise dieser Bestellung und demnach müsste Marketing die Stammkundenbasis anschüren, aus der dann langfristig profitable Erträge kommen. Das funktioniert aber aus beschriebenen Gründen nicht.

Bei Feinkost sind ein paar Parameter (Marge, Alleinstellung, Mehrwert der Verfügbarmachung der Produkte) vermeintlich besser. Aber der beschriebene mangelnde ROI der Kundenbasis killt das Geschäftsmodell, es skaliert nicht im Wachstum und ist deshalb nicht profitabel zu bekommen.

Das meinte zwar jeder nachfolgende Investor oder GF irgendwie hinzubekommen, aber der Kern des Geschäfts, das entsprechende Kundenbedürfnis bzw das hier eben nicht vorhandene, echte Bedürfnis, ist nicht behebbar.“

Delticom gibt Gourmondo und den Lebensmittelhandel auf, um sich wieder komplett auf das Reifengeschäft zu konzentrieren.

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