„Die Online-Umsätze will der Pionier des E-Commerce von heute 5,7 Milliarden Euro auf 8 Milliarden Euro bis 2015 steigern“, tönte es einst aus dem Hause Otto. 2019, mit vier Jahren Verspätung, scheint es nun endlich soweit zu sein:
„Die Otto Group wird das am 29. Februar 2020 endende Geschäftsjahr 2019/20 nach ersten Prognosen mit einem Onlineumsatz von weltweit rund 8,1 Milliarden Euro gegenüber 7,7 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2018/2019 abschließen. Im deutschen E-Commerce setzte der Handels- und Dienstleistungskonzern rund 5,6 Milliarden Euro um.“
Der Otto-Konzern hinkt den eigenen Erwartungen hinterher und tut sich weiter schwer, mit der Dynamik im Online-Geschäft mitzuhalten: So können potenzielle Plattform-Partner diese Woche „1.000 Tage Warten – auf die automatische Anbindung an den Otto-Marktplatz“ feiern, die im Mai 2017 angekündigt wurde.
Es werden noch ein paar Wochen und Monate mehr werden. Denn inzwischen soll es frühestens im Frühling soweit sein. Vielleicht kann es ja der neue Mann richten („Otto.de tauscht den Vorstand für das Marktplatzgeschäft aus“).
Doch selbst wenn: Ottos größtes Problem bleiben die gewaltigen Altlasten, die der Konzern mitschleppen muss („Otto-Auslaufmodelle kommen auf 2,7 Mrd. € (von 13,5 Mrd. €)“). So wurde gerade erst für viel Geld SportScheck ausgemustert – auch das mindestens vier Jahre zu spät.
Frühere Beiträge zum Thema:
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