Die Banken haben das Vertrauen in Arcandor verloren. Deshalb hat der neue Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick nach der gestrigen Krisensitzung heute der Presse einen für alle Beteiligten (von den Lieferanten bis zur Regierung) kostspieligen Rettungsplan vorgestellt:
- Zu den fällig werdenden 900 Mio. Euro an Krediten braucht der Konzern weitere 900 Mio. Euro für die erneute Komplettsanierung.
- Karstadt wird zerschlagen.
- Im Versandhandel bleibt (bis auf den Elektronikversender MyBy) alles beim Alten. Eine strategisch tragfähige Perspektive (z.B. die zügige Abwicklung des Kataloggeschäfts) bleibt auch der neue Arcandor-Chef schuldig.
- Die größten Verlustbringer, darunter auch MyBy, will Arcandor über die Auffanggesellschaft Atrys abwickeln ("weiterentwickeln").
- Zudem sollen Karstadt und Quelle ihre Einkaufshoheit künftig an einen konzernweiten Zentraleinkauf abgeben, der vom ehem. Takko-Chef Arnold Mattschull geleitet werden soll.
Zugleich entmachtet der neue Arcandor-Chef die verbliebene Arcandor-Führung und setzt in strategisch wichtigen Handelsbereichen auf eigene Vertrauensleute.
Da Arcandor offenbar stark unter Druck steht und fest mit Staatsbürgschaften rechnet, dürfte der Sanierungsplan noch für einiges an Diskussionsstoff sorgen.
Plan B bleibt die Insolvenz
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