Offenbar herrscht nach der skeptischen Beurteilung der Ebay-Beteiligung der Eindruck, als ob man Magento generell abschreiben könnte. Dem ist natürlich mitnichten so.
Man muss sich nur mal ansehen, was Magento letzte Woche in Los Angeles vorgestellt hat – eine erweiterbare E-Commerce-Plattform als Plug-and-Play-Lösung. Das ist für heutige Verhältnisse spektakulär und meilenweit entfernt von dem, was andere Player – von Randspielern wie Shopify & Co. einmal abgesehen – heute auch nur ansatzweise bieten können.
Und es verdeutlicht einmal mehr, wie unheimlich rückständig und träge die bestehenden Systemhersteller seit Jahren agieren.
Man kann also weiter davon ausgehen, dass wir über kurz oder lang von Magento-kompatiblen Shopsystemen sprechen werden, weil sich viele schon aufgrund der Marktdurchdringung an den von Magento vorgegebenen Standards/Lösungen ausrichten werden.
Warum also dann die skeptische Beurteilung der Ebay-Beteiligung? Ganz einfach, weil die extreme Händler-Fixierung der heutigen Shopsysteme der neuen E-Commerce-Wirklichkeit nicht mehr gerecht wird (s. Wenn das Shopsystem das Geschäftsmodell bestimmt (und nicht umgekehrt))
Und das hat leider (das neue) Ebay am allerwenigsten verstanden. Und unter diesem altbackenen E-Commerce-Verständnis leidet nun leider auch Magento, das sich in seiner strategischen Ausrichtung inzwischen stärker denn je vornehmlich am etablierten Handel orientiert.
Was kurzfristig gut ist, aber mittelfristig gefährlich für jemanden, der die E-Commerce-Zukunft gestalten will. Und darum ging es ja im vorherigen Beitrag.
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